Wirtschaft
: Nammo denkt über Wegzug aus Bugk nach

Weil die Stadtverordneten bei ihrer Ablehnung bleiben, könnte es in der Stadt bald einen Arbeitgeber weniger geben.
Von
Bernhard Schwiete
Storkow
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Geschäftsführer Christoph Rüssel im vergangenen Jahr vor einem Bunker: Weil die Stadtverordneten den Antrag des Unternehmens, in Bugk eine Anlage zur Zerlegung von Munition zu errichten, ablehnen, könnte es in der Stadt bald einen Arbeitgeber weniger geben.

Bernhard Schwiete

Nammo–Buck–Geschäftsführer Christoph Rüssel, der die Sitzung verfolgte, nahm das Votum nach außen gelassen hin. „Das ist eben Demokratie“, sagte er. Gleichzeitig deutete er aber auch mögliche Konsequenzen an. „Natürlich müssen wir uns Gedanken machen. Auch die Frage, ob wir den Standort ganz verlassen, steht jetzt im Raum." Die Nammo Buck GmbH ist eine Tochterfirma eines in Norwegen ansässigen Unternehmens.

Bislang wird in Bugk Munition nur gelagert. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um Material, das nicht mehr benötigt wird, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder das aus anderen Gründen nicht mehr verwendet werden darf. In Zukunft wollte Nammo die Munition am Standort auch maschinell zerlegen. Dafür läuft noch ein Genehmigungsverfahren beim Landesamt für Umwelt. Ob dort eine Genehmigung erteilt werden kann, ist nach dem Beschluss der Storkower Stadtverordneten zumindest fraglich, wie Rüssel selber einräumt.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich ursprünglich bereits im vergangenen Jahr gegen eine Genehmigung positioniert. Weil sich damals in den Beschlusstext aber ein Formfehler eingeschlichen hatte, kam die Angelegenheit nun noch einmal auf den Tisch. In namentlicher Abstimmung, die der SPD–Fraktionsvorsitzende Matthias Bradtke beantragt hatte, stimmten neun Stadtverordnete gegen die Nammo–Pläne, nur drei votierten dafür. Es gab vier Enthaltungen.

Bradtke, der auch Ortsvorsteher von Bugk ist, hatte in der Vergangenheit das Nammo–Vorhaben mehrfach scharf kritisiert. Unter anderem sah er die Sicherheit im Dorf in Gefahr für den Fall eines Unglücks bei der Munitionszerlegung. Rüssel hatte ein solches Szenario stets ausgeschlossen. In der Stadtverordnetenversammlung äußerte sich nur Johann Kney (fraktionslos) positiv zu den Plänen. „Irgendwer muss die Munition ja zerlegen“, sagte er. Er habe das Betriebsgelände besichtigt und hege keine Bedenken.

Nammo–Geschäftsführer Rüssel sagte nach der Entscheidung, der Stadt entgingen nun Gewerbesteuereinnahmen. Außerdem habe er mindestens 15 neue Arbeitsplätze schaffen wollen.