Wirtschaft: Standortumfrage: Vor allem Facharbeiter fehlen

13.05.2018 Beeskow, Burg Beeskow, Hof mit Bergfried
Jörn TornowStandortfaktoren identifizieren, die für Unternehmen in der Region besonders wichtig sind, war Ziel einer Umfrage der IHK Ostbrandenburg unter ihren rund 8300 Mitgliedsunternehmen. Rund 2000 dieser Unternehmen sind im Landkreis Oder-Spree angesiedelt, 275 davon haben die Fragebögen ausgefüllt und zurückgeschickt. Aus Frankfurt beteiligten sich 110 von 590 IHK-Unternehmen an der Aktion. Die Unternehmen der Stadt und des Kreises werden innerhalb der IHK von einem gemeinsamen Regionalausschuss vertreten.
Inzwischen stehen die Ergebnisse der Umfrage fest. Präsentiert werden sie auf fünf Regionalkonferenzen. Der Auftakt findet heute für die Unternehmen aus Märkisch Oderland in Hoppegarten statt. Die Ergebnisse für Oder-Spree und Frankfurt werden am 13. November auf der Burg Beeskow vorgestellt.
Unterschiedliche Sichtweisen
Bereits jetzt kann man sagen, dass sich in den Regionen vieles ähnlich darstellt. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in der Bewertung von Standortfaktoren durch Unternehmer und öffentliche Verwaltungen, die ebenfalls an der Umfrage beteiligt wurden. Die größten Diskrepanzen zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit gibt es bei der Frage nach Fachkräften und der digitalen Infrastruktur.
Die Fachkräftenot wächst
Einige Beispiele: Die Verfügbarkeit von Facharbeitern wird von den Unternehmern auf einer Skala von 1,0 (sehr wichtig) bis 4,0 (unwichtig) mit 1,69 eingestuft. Die Zufriedenheit in diesem Bereich liegt allerdings bei gleichen Bewertungsrichtlinien allerdings nur bei 3,07. Bei der Verfügbarkeit von Azubis ist der Zufriedenheitswert mit 2,85 etwas besser. Bei der Verfügbarkeit von Breitband ist die Kluft ähnlich. Die Wichtigkeit wird mit 1,37 angegeben, die Zufriedenheit mit 2,84. Die Verwaltungen sehen das noch drastischer. Bei der Wichtigkeit gibt es eine glatte 1, bei der Zufriedenheit eine glatte 3.
Unterschiedlich sind die Ansichten beispielsweise bei der Höhe des Gewerbesteuersatzes. Die Zufriedenheitsnote der Unternehmen liegt da bei 2,8, die der Verwaltungen deutlich besser bei 2,22. Auch das also ein Thema, über das Wirtschafts- und Verwaltungsvertreter bei der Konferenz sprechen könnten. Deutlichere Unterschiede in der Bewertung ergeben sich auch für die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Beide werden in ihrer Wichtigkeit von den kommunalen Verwaltungen deutlich höher bewertet als von den Unternehmen.
Sämtliche Ergebnisse der Umfrage, bei der es um Infrastruktur, Standortkosten, Lebensqualität und wirtschaftspolitisches Umfeld ging, werden von der IHK am 13. November beim Forum "Wirtschaft konkret“ auf der Burg Beeskow vorgestellt. Alle an den Ergebnissen interessierten Unternehmen und Verwaltungen sind eingeladen, daran teilzunehmen. Voraussetzung ist eine Anmeldung unter dem unten angegebenen Link. Nach der Vorstellung der Studie besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Podiumsgästen. die Veranstaltung wird gegen 17 Uhr beendet sein.
Anmeldung für die Konferenz: http://ihk-obb.de/wirtschaftkonkretlosff
Teilnehmer des Podiumgesprächs
Bei der Regionalkonferenz "Wirtschaft konkret"am 13. November ab 15 Uhr auf der Burg Beeskow sind dabei: Dirk Tillmann und Patrick Hoyer (Unicaps GmbH), Mario Quast (Wirtschaftsförderung Frankfurt), Gundula Teltewskaja (Beigeordnete für ländliche Entwicklung Oder-Spree), Katrin Kratzsch (Unitechnik Eisenhüttenstadt), Vertreter weiterer Unternehmen und Verwaltungen sind angefragt. Die Studie stellen Dr. Knuth Thiel und Robert Radzimanowski von der IHK Ostbrandenburg vor.⇥red
