Abwasser: Bürger für Spar-Lösung bei Abwasser-Entsorgung im Barnim

Eine Straße mit zwei Ortschaften: Gerd Käbisch aus Birkholzaue steht auf der Grenze zu Elisenau und hofft, dass für beide Orte eine gemeinsame Abwasserentsorgung gefunden wird.
Wolfgang RakitinSo liegt westlich der Bernauer Chaussee Birkholzaue, das als Ortsteil zur Stadt Bernau gehört. Östlich der Straße liegt Elisenau, das wiederum zu Blumberg und damit zur Gemeinde Ahrensfelde gehört. Die Zuordnung zu unterschiedlichen Kommunen hat auch Auswirkungen auf die Zuständigkeit zum Beispiel bei der Abwasserentsorgung. Bernau ist Mitglied im Wasser-und Abwasserverband „Panke/Finow“ (WAV), Ahrensfelde im Wasser- und Abwasserzweckverband Ahrensfelde/Eiche (WAZV). Aktuell sind weder die Grundstücke auf der Birkholzauer noch auf der Elisenauer Seite an die zentrale Abwasserentsorgung angeschossen. Doch das kann sich ändern.
Wie Andreas Herrling, Verbandsvorsteher des WAZV bestätigt, soll die Verbandsversammlung über einen Planungsauftrag für die zentrale Erschließung in Elisenau entscheiden. Eigentlich sollte dies schon in der Sitzung am nächsten Dienstag geschehen. Wie Andreas Herrling mitteilte, wird die Versammlung in Abstimmung mit dem Landkreis wegen der Schutzmaßnahmen zum Coronavirus ausfallen und später nachgeholt.
In Birkholzaue lassen die Überlegungen für Elisenau die Anwohner allerdings aufhorchen. „Da Elisenau und Birkholzaue an einer Straße liegen, wäre es sinnvoll, beide gemeinsam über die Verbandsgrenzen hinweg zu erschließen“, sagt Gerd Käbisch. "Es sollte doch auf alle Fälle vermieden werden, dass jetzt eine Abwasserleitung auf Elisenauer Seite verlegt wird und in ein paar Jahren eine zweite auf Birkholzauer Seite.“ Die Investitionen für die doppelten Leitungen könnten sich beide Verbände und damit die Kunden der Verbände ersparen.
Genau dies haben beide Verbandsvorsteher auch im Auge. Wie Andreas Herrling sagt, zielt der Beschluss darauf, zunächst einmal mit der Planung beginnen zu können. In dieser Planungsphase werde es dann sicherlich Abstimmungen mit dem WAV geben. Die Frage, ob sich der Verband in der Lage sieht, Birkholzaue zu erschließen oder sich finanziell an der Maßnahme des WAZV beteiligen möchte und das Schmutzwasser später möglicherweise über eine gemeinsame Leitung abtransportiert wird, könne somit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht wirklich beantwortet werden.
Aufgeschlossenheit in Bernau
Auch wenn noch keine Beschlüsse gefasst sind, sieht der Verband „Panke/Finow“ der Entscheidung des Nachbarn aufgeschlossen entgegen. Er stehe mit Andreas Herrling in Kontakt und kenne die Pläne, sagt WAV-Verbandsvorsteher Daniel Nicodem. Die Möglichkeiten für den Bau einer gemeinsame Leitung würden ausgelotet, hängen jedoch noch von den Kosten und weiteren Beschlüssen ab. Zuarbeiten, zum Beispiel über die Anzahl der zu erschließenden Grundstücke in Birkholzaue würden erfolgen. Vorteilhaft sei die zentrale Erschließung für die Bürger nicht nur mit Blick auf die rasant angestiegenen Gebühren für die dezentrale Entsorgung. Mit der gemeinsamen Lösung würde auch die „unschöne Situation beseitigt“, so Nicodem, „dass Birkholzaue und Elisenau zwar an einer Straße liegen, für die dezentrale Entsorgung auf den beiden Seiten der Straße aber unterschiedlich hohe Gebühren zu zahlen sind.“