Bahn RE3 und RB24
: Brücke am Bahnhof Bernau fertig – weiter Ausfall nach Berlin und Eberswalde

Die erste der drei Bahn-Brücken in Bernau ist jetzt eingehoben worden. Zwei weitere müssen aber noch ersetzt, die Strecke zwischen Berlin und Eberswalde deshalb immer wieder gesperrt werden. So geht es weiter.
Von
Tilman Trebs
Bernau
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Die neue Brücke am Bahnhof Bernau wurde am Sonntag eingehoben. Die Bahn-Strecke zwischen Berlin und Eberswalde bleibt aber weiterhin gesperrt.

Tilman Trebs

Die Deutsche Bahn ist oft zu spät. Insofern hatte manch einer gehofft, das Einschweben der neuen Brücke am Bahnhof Bernau am Montagvormittag noch live vom Dach der Bahnhofs-Passage aus verfolgen zu können. Das sonnige Parkdeck des Einkaufszentrums hatte die Bahn ausgesucht, um den Einbau der ersten der drei zu ersetzenden innerstädtischen Brücken mit geladenen Gästen zu feiern. Die Kräne sollten in der Nacht zuvor die jeweils 54 Tonnen schweren Stahlkolosse einsetzen. Tatsächlich war die aufwändige Aktion schon am Sonntag gegen 15.30 Uhr erledigt. Die Bahn war also überpünktlich. Wer hätte das erwartet?

Bauarbeiten für Brücke dauerten ein Jahr – Probleme im Untergrund

„Wir sind nicht nur acht Stunden früher als geplant fertig geworden. Wir liegen auch ansonsten im Zeitplan“, erklärte die für den Brückenbau in Bernau zuständige Projektingenieurin Saskia Bußfeld. Vor ziemlich genau einem Jahr hatten die Arbeiten an der Bahnhofstraße begonnen. Nun konnte die Baustellen-Managerin pünktlich Vollzug melden.

Verantwortet den Bau der neuen Bahn-Brücken in Bernau: Projektingenieurin Saskia Bußfeld hat ein weiteres Etappenziel erreicht.

Tilman Trebs

Dabei hatte es Probleme gegeben. Obwohl vor dem Start der Arbeiten der Baugrund untersucht und sogar nach möglichen Bomben-Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gefahndet wurde, stießen die Baufirmen beim Rammen der Spundbohlen auf harte Hindernisse im Boden. Kurzerhand wurden Technik und Arbeiter von der Brückenbaustelle in Berlin-Buch abgezogen, um das Problem zu lösen. Der Zeitverzug hielt sich deshalb in Grenzen.

Züge fahren weiterhin nicht nach Berlin und Eberswalde

„Auf solchen Baustellen passiert immer etwas Unvorhergesehenes“, so Saskia Bußfeld. Aber die Probleme seien überschaubar gewesen. Deshalb zeigte sie sich am Montag optimistisch, die Fertigstellung der Brücke bis Freitagabend abhaken zu können. „Die ersten Züge sollen gegen 21 Uhr wieder fahren. Das ist der Plan. Den werden wir auch einhalten.“

Bis dahin stehen Bernau ein paar laute Tage und Nächte bevor. Bis Freitag müssen noch die Gleise verlegt und die Weiche wieder eingebaut werden. Außerdem werden die Pfosten für die künftige Lärmschutzwand errichtet. Dafür kommen unter anderem Stopfmaschinen und Kettenbagger zum Einsatz. Ist das erledigt, wird die Bahnhofstraße im Brückenbereich erneuert. Beendet werden sollen Straßenbauarbeiten bis August. Dann dürfen auch die BBG-Busse die Unterführung wieder passieren.

Bauarbeiten der Bahn in Bernau dauern noch Jahre

Die Bahnbauarbeiter werden anschließend aber noch lange in der Stadt bleiben, Bahn-Pendler mit weiteren Streckensperrungen leben müssen. Denn ab August geht es nahtlos mit der Brücke an der Börnicker Chaussee weiter. Die dortige Behelfsbrücke soll im Januar durch eine neue ersetzt werden. Dafür wird die Bahnstrecke zwischen Berlin, Bernau und Eberswalde vom 19. bis zum 27. Januar voll gesperrt. Ab dem Sommer 2024 ist dann die Brücke an der Weißenseer Straße an der Reihe. Sie wird ebenfalls durch eine neue ersetzt. Diese Arbeiten werden bis ins Jahr 2026 andauern.

Die nächste mehrtägige Vollsperrung ist vom 3. bis zum 5. November 2023 geplant. In dieser Zeit wird an der Bahntrasse in Bernau die Lärmschutzwand gebaut. Sie soll dafür sorgen, dass durchfahrende Züge in der Innenstadt kaum noch zu hören sind.

Die Bauarbeiten stehen im Zusammenhang mit der Ertüchtigung der Bahnstrecke Berlin-Stettin. Auf 135 Kilometern werden die Gleise erneuert sowie allein zwischen Berlin-Buch und Bernau 14 zum Teil mehr als 100 Jahre alten Brücke ersetzt.

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