Deutscher Meister und Pokalsieger mit Alba Berlin, Bronze bei der U20-Europameisterschaft. Stammspieler für Lok Bernau. Stärken: Guter Verteidiger, schnell, groß. Abitur: 2,0. Schwäche: höchstens Oreo-Schokolade.
Lorenz Brenneke ist ein Durchstarter im deutschen Basketball. Seit zwei Jahren steht der 20-Jährige dank Doppellizenz auch in der 2. Bundesliga ProB für Lok Bernau auf dem Parkett. Im Auftaktspiel gegen die Baskets Schwelm ließ er gleich mal erkennen, dass seine Formkurve so richtig nach oben zeigt. Mit 27 Punkten war er der Top-Scorer bei Lok.
„So wie es aussieht, ist der Knoten bei ihm geplatzt“, sagt Lok-Headcoach René Schilling über seinen Schützling. „Das, wofür er jahrelang trainiert hat und was er in der Vorbereitung schon angedeutet hat, kann er jetzt auf die Platte bringen.“

An der Grundschule von Alba-Trainer entdeckt

Schon an der Grundschule wurde Brenneke entdeckt. Die dortige Ballsport-AG wurde von Alba-Jugendtrainer Marius Huth geleitet, der den Neunjährigen sofort zum Probetraining bei Alba einlud. Sicher auch ausschlaggebend: seine Größe.
Heute findet man in Sachen Größen verschiedene Angaben – von 2,04 Meter, wie es Lok auf seiner Internetseite schreibt, bis 2,06 Meter laut offizieller Seite der 2. Bundesliga. „2,06 Meter stimmt“, erklärt Brenneke grinsend. Der überragte schon als Kind seine Klassenkameraden. Da ist eine Karriere im Basketball ja schon nahe liegend. „Ich glaube, ich hatte aber auch immer schon ein gutes Gefühl für den Ball und das war sicher wichtiger. Denn nur groß sein reicht dann auch nicht.“
Dass er mal einer der besten Nachwuchs-Basketballer Deutschlands sein würde, das war zu seinen Anfangszeiten bei Alba allerdings nicht abzusehen. „So richtig gut war ich da noch nicht“, gibt Brenneke selbstkritisch zu. „Ich habe wenig gespielt, war nie in der Kaderauswahl.“ Doch der Berliner blieb dabei und das zahlte sich aus. „Als ich älter wurde, hab ich gemerkt, dass ich da auch sportlich etwas erreichen kann.“ Er hängte sich rein, wurde besser.

Morgens Training bei Alba, abends geht es nach Bernau

Die Idee, Profi zu werden, kam erst in der Jugend-Bundesliga. Ein Agent sprach den damals 16-Jährigen an, ob er sich eine Zukunft als Profi vorstellen könnte. Er konnte.
Inzwischen hat der Brenneke, der eher der ruhigere Typ ist, einen eigenen Agenten. Er gibt ihm spielerische Tipps und sondiere den Markt nach möglichen neuen Vereinen.
Brennekes Tag besteht in der Regel aus Training – vormittags bei Alba und abends in Bernau. Gegen 23 Uhr ist der 20-Jährige, der noch bei seinen Eltern wohnt, wieder zu Hause – ein langer Tag. Viel Zeit für Freizeit-Aktivitäten bleibt da nicht. „Wenn, dann gehe ich mit meinem Teamkollegen mal weg. In Clubs eher nicht. Das lässt sich mit dem Sport schlecht vereinbaren.“

Knapp am Einser-Abitur vorbei geschrammt

Sein Abitur hat Lorenz Brenneke inzwischen in der Tasche. „Ich hätte gerne die eins vorne gehabt, es hat aber nur für 2,0 gereicht – das ärgert mich ein bisschen, aber dafür hätte ich mich wohl ein bisschen mehr reinhängen müssen“, gibt er zu.
Momentan setzt der Berliner alles auf Basketball. „Ich habe keinen langfristigen Arbeitsvertrag unterschrieben, weil ich ja nie weiß, wo ich als nächstes spielen werde.“ Ein Studium will er irgendwann aber in Angriff nehmen. „Schon allein, um mich nicht den ganzen Tag nur mit Basketball zu beschäftigen.“
Für Alba kam er in dieser Saison schon öfter zum Einsatz, konnte drei Titel feiern. Welcher war am Schönsten? „Die hatten alle etwas ganz Besonderes. Das Double mit Alba, das waren für mich die ersten Titel im Profi-Sport, aber auch die Bronze-Medaille bei der U20 Europameisterschaft war ein tolles Gefühl. Denn ich glaube, damit hatte keiner vorher gerechnet.“

Gegen die Baskets Schwelm punktet er für zwei

Für Lok Bernau läuft er in seiner zweiten Saison mittels Doppellizenz auf, hat sich zu einem der besten Spieler entwickelt. „Gegen Schwelm habe ich schon eins meiner besten Spiele in der ProB gemacht“, findet Brenneke, der sich als Power Forward unterm Korb am wohlsten fühlt. Die Bernauer verloren in Schwelm vor allem, weil die Dreier zu selten ihren Weg ins Ziel fanden. „So etwas passiert halt. Wenn die ersten drei Würfe nicht rein gehen, dann denkt man beim vierten nach und dann klappt es nicht. Gerade weil wir noch so ein junges Team sind, kann das dann zum Problem werden.“ Aber die katastrophale Dreier-Quote war ein Ausrutscher, ist sich Brenneke sicher. „Das passiert nicht nochmal.“

Am Sonnabend hat Lok Bernau Heimspiel

Das Team von Lok Bernau könne es weit bringen, ist der Nachwuchs-Spieler sicher. Daran wird er wohl einen großen Anteil haben. „Er füllt seine Rolle aus, ist eine unserer ersten Optionen im Angriff“, sagt Lok-Coach René Schilling. „Gegen Schwelm hat er für zwei gepunktet.“
Ob er am Sonnabend beim ersten Heimspiel gegen die Baskets Münster (Beginn 19 Uhr, Erich-Wünsch-Halle, Bernau) dabei sein kann, ist aber noch offen. Sechs Alba Spieler wurden positiv getestet, das Training ist derzeit ausgesetzt. Lorenz Brenneke ist derzeit in Quarantäne. Sein Test war aber negativ. „Wir warten jetzt, was das Gesundheitsamt entscheidet.“

Mit Alba Berlin schnappt er sich das Double


9 Jahre alt war Lorenz Brenneke, als er zum ersten Mal bei Alba Berlin
trainierte.
3 Jahre ist es her, dass er erstmals
in der zweiten Männermannschaft
von Alba im Kader stand.
Vor einem Jahr kam er zu seinem ersten Einsatz bei den Profis.
13-mal stand er seither für das
Bundesliga-Team auf dem Parkett.
3 Titel holte er bislang: EM-Bronze mit der U-20-Nationalmannschaft im Sommer 2018, zuletzt Meisterschaft und Pokalsieg mit Alba Berlin.
11 ist die Rückennummer des
2,06 Meter große Power Forward
bei Lok Bernau.