Die Entscheidung zur öffentlichen Auslegung der Planungsunterlagen solle auf die Juni-Sitzung verschoben werden, schlug der Schönower vor. Bis dahin sei der Entwurf des städtebaulichen Vertrages mit dem Investor in seinen wesentlichen Inhalten bereitzustellen, so dass dieser mit dem Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden könne. "In diesem ist die Oberbegrenzung der Bebauung mit 2000 Wohnungen verbindlich festzulegen", forderte der Bündnisgrüne. Zudem habe der Investor vorab schriftlich zu erklären, "dass er sich auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht auf eine etwaige Nichtgeltung der Beschränkung auf 2000 Wohnungen berufen wird". Diese Verpflichtung müsse er für den Fall, dass der städtebauliche Vertrag von einem Rechtsnachfolger übernommen werde, auch an diesen vertraglich weitergeben.
Hinter dem Vorstoß des Bündnisgrünen steht einerseits die Befürchtung, dass der Investor seine Zusage, die Begrenzung der Wohnungszahl auf 2000 nicht einhalten könnte, andererseits aber auch – angesichts verschiedenster Forderungen aus dem Kreis der Stadtverordnetenversammlung – gänzlich von dem Bauprojekt Abstand nehmen könnte. Und das deutete sich an, nachdem jüngst im Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich beschlossen wurde, zwei Baufelder aus dem B-Planentwurf zu streichen.
Jedenfalls gibt es ein Schreiben von Investor Gerald Breschke, das an Deutlichkeit nichts offen lässt. Die ersten Forderungen der Stadtverordneten – einschließlich der Begrenzung auf 2000 Wohneinheiten – (sie gingen im März auf einen Antrag von BVB/Freie Wähler, CDU und Bündnis für Bernau zurück) habe man erfüllt. Doch dass es nun die weitere Bedingung gebe, "dass wir aus den Baufeldern 11 und 12, die mit die attraktivsten im Baugebiet sind, private Parklandschaften machen, (...) ist nicht akzeptabel und gefährdet im erheblichen Maße die Abwicklung des Projektes", so Breschke. "Sollte es bei dieser neuen Forderung bleiben, ergeben sich drei Optionen: 1. Wir geben die Liegenschaft an das Land Brandenburg zurück. 2. Wir lassen die Liegenschaft unentwickelt liegen, bis eine bessere Verwertungsmöglichkeit eintritt. 3. Wir passen unsere Vereinbarung bezüglich der Übernahme von Infrastrukturkosten um elf Millionen Euro an, damit die ausfallenden Einnahmen kompensiert werden", kündigte er in dem Schreiben an. Letzteres würde bedeuten, dass Breschke die vierzügige Grundschule, die er der Stadt bauen und schenken wollte, nicht errichtet.
Ein zu großes Risiko
Dieses Risiko wollte die Mehrheit der Stadtverordneten auf keinen Fall eingehen. Die rund 100 Hektar große Fläche am Eingang von Bernau mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden stehen und liegen zu lassen, wie sie ist und auf eine 650-Millionen-Euro-Investition zu verzichten, wäre der Supergau. Das wissen selbst die Skeptiker des Breschke-Vorhabens. Und so stimmten sie der Vorgehensweise, wie sie Klaus Labod vorgeschlagen hatte, zu – bei nur einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen.