Corona: Brandenburgklinik in Bernau ist kein Hotspot mehr

Brennpunkt für mehrere Wochen: In der Brandenburgklinik ist es im April zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Zahlreiche Patienten und Mitarbeiten hatten sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, es gab mehrere Todesfälle. Inzwischen hat sich die Lage entspannt.
Jörg CarstensenDie Reha-Einrichtung, die nach einem Corona-Ausbruch Anfang April mehr als einen Monat als  "Hotspot“ galt – und das sogar landesweit –, hat den Status als Corona-Brennpunkt nun auch offiziell verloren. „Der Ausbruch wurde seitens des Gesundheitsamtes für beendet erklärt“, sagt Kreissprecherin Jana Mundt gegenüber dieser Zeitung, die von einer deutlich entspannten Lage spricht. Das lässt sich auch an den Infektionszahlen ablesen. Aktuell gibt es nach Angaben des Landkreises unter den Patienten nur noch einen positiven Covid-19-Fall. Hinzu kommen drei Mitarbeiter, die sich nach positiven Tests derzeit noch in Quarantäne befinden. Mehr nicht.
Vor wenigen Wochen sah es noch ganz anders aus. Zu Hochzeiten hatte die Corona-Welle in der Brandenburgklinik fast 180 Menschen erfasst. Insgesamt wurden 96 Patienten und 81 Mitarbeiter positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Mehrere Patienten starben in Folge der Infektion.
Dass die Corona-Welle nun abgeebbt ist, führt man beim Landkreis auf mehrere Maßnahmen zurück, die die Klinik in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt getroffen hatte. Dazu zählten die Isolierung von positiv getesteten Patienten, eine strikte Personal-trennung und ein strenges Hygieneregime. Zudem hatte es zwischenzeitlich für mehrere Klinik-Abteilungen, darunter auch des Neurologische Reha-Zentrum, einen Aufnahmestopp für Patienten gegeben.
Aufnahmestopp aufgehoben
Dieser Aufnahmestopp wurde Anfang Mai aufgehoben, nachdem ein neues Anti-Corona-Konzept in Kraft getreten ist. Seitdem durchlaufen neue Patienten in allen Häusern des Campus eine spezielle Aufnahmestation. Hier werden sie zunächst befragt, nach Kontakten in den vergangenen 14 Tagen und nach Symptomen. Außerdem werden Abstriche genommen. „In den ersten Tagen hat es bei den Laborergebnissen etwas geholpert, aber in der Regel liegen sie binnen 24 Stunden vor“, sagte Klinik-Geschäftsführer Kurt-Josef Michels.
Laut Landkreis laufe das neue Konzept der Klinik sehr gut. Alle Regeln werden befolgt. Zudem sei bislang bei keinem der neu aufgenommen Patienten eine Infektionen festgestellt worden.
Da der Corona-Ausbruch beendet ist, sieht das Gesundheitsamt vorerst auch keinen Bedarf mehr, ständig an der Klinik in der Bernauer Waldsiedlung präsent zu sein. Die Kommunikation erfolge bei Notwendigkeit auf kurzem Weg per Telefon. Außerdem erhalte das Gesundheitsamt derzeit noch eine wöchentliche Information zur Lage auf dem Campus. Trotzdem sollen die regelmäßigen Treffen vor Ort fortgesetzt werden, zumindest noch im Juni.
Außerdem weist die Kreisverwaltung darauf hin, dass es wichtig sei, dass jetzt alle – Besucher, Patienten und Beschäftigte – stets die gebotene Vorsicht und Aufmerksamkeit an den Tag legen. Beispiele andernsorts würden zeigen, wie schnell es zu einem Ausbruchsgeschehen in Einrichtungen kommen könne.
Wo genau die Ursachen für den Corona-Ausbruch in der Brandenburgklinik lagen, ist bislang nicht geklärt. Die Klinik untersucht das nach eigenen Angaben.
Spezielles Konzept gegen Corona
Seit 11. Mai werden in der Brandenburgklinik wieder Patienten aufgenommen – nach einem speziellen Aufnahmeprozess. Zunächst durchlaufen sie eine Aufnahmestation. Dabei werden sie zu Kontakten in den vergangenen zwei Wochen und aktuellen Symptomen befragt, um Risiken auszuschließen. Außerdem kommt es zu Tests auf eine Sars-CoV-2-Infektion.
Nach Klinik-Angaben sollen die Ergebnisse nach spätestens 24 Stunden vorliegen. Während dieser Zeit sollen die Patienten in Einzelzimmern bleiben.
Fällt der Corona-Test negativ aus, können die Patienten von der Aufnahme- in die Normalstation wechseln und mit den Reha-Maßnahmen beginnen. Bei einem positiven Corona-Test ist unter anderem vorgesehen, den Patient in ein Akutkrankenhaus zu verlegen.⇥che
