Corona-Pandemie
: Brandenburg Klinik in Bernau für Covid-19 gut aufgestellt

Im Neurologischen Rehabilitationszentrum auf dem Campus in der Waldsiedlung werden seit Sonnabend positiv auf Covid-19 getestete Patienten betreut.
Von
Sabine Rakitin
Bernau
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Für die Behandlung von Covid-19-Patienten ausgestattet: Dies ist das Neurologische Rehabilitationszentrum auf dem Campus in der Waldsiedlung. Unter anderem wurden die Kapazitäten für Beatmungspatienten aufgestockt.

Wolfgang Rakitin

Im Rahmen der Ausbreitung von Covid-19 arbeite die Brandenburgklinik seit Beginn der Entwicklungen eng mit dem Landkreis Barnim und dessen Gesundheitsamt zusammen, heißt es in einer Pressemitteilung. In diesem Kontext seien die Kapazitäten für Beatmungspatienten in den vergangenen Wochen aufgestockt worden, um das vorhandene Fachwissen an der Klinik auch im Kampf gegen das Virus einsetzen zu können. „Im Ergebnis kann die Brandenburgklinik die besonders jetzt so wichtigen Leistungen in der medizinischen Reha fortführen, um erstbehandelnde Krankenhäuser in unserer Region zu entlasten.“

Hier finden Sie alle Entwicklungen zum Coronavirus in Brandenburg und Berlin.

Die Koordination zur Behandlung der mit dem Virus infizierten Patienten hat der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor der Michels Kliniken, Prof. Dr. Horst Hummelsheim, mit den Chefärzten der Brandenburgklinik übernommen. Hummelsheim ist Facharzt für Neurologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Sozialmedizin, Rehabilitationswesen und Klinische Geriatrie mit einer Professur an der Universität Leipzig. „Zusammen mit dem Bernauer Klinikteam konnte er die Isolation der Betroffenen absichern, ebenfalls den Schutz der weiteren Rehabilitanden. Verbunden mit der aktuellen Lage ist ein abgeändertes Aufnahme- und Entlassungsmanagement mit dem Ziel, Menschen vor weiteren Infektionen zu bewahren“, heißt es in der Presseinformation weiter.

„Die Entwicklungen zur Ausbreitung des Corona-Virus nehmen wir in der Brandenburgklinik seit Bekanntwerden von Sars-CoV-2 sehr ernst“, versichert Geschäftsführer Kurt-Josef Michels. In den vergangenen Monaten seien umfassende Maßnahmen eingeleitet worden, um die Gesundheit sowohl der Rehabilitanden als auch des Personals zu schützen. So sei am 15. März ein generelles Besuchsverbot erlassen worden. Darüber hinaus wurden die Mitarbeiter speziell zum Thema Corona durch Chefärzte und Fachpersonal sensibilisiert und geschult sowie die Hygienemaßnahmen umfassend verstärkt.

Die Brandenburgklinik in der Waldsiedlung versorgt seit mehr als 30 Jahren Rehabilitanden in der Region Berlin und Brandenburg am Standort Bernau. Mit inzwischen mehr als 1000 Mitarbeitern, die täglich etwa 850 Patienten betreuen,  gehört sie zu den größten Arbeitgebern im Barnim.

Gerade in diesen schweren Zeiten halte das Team zusammen. „Ärzte, Pfleger, Therapeuten, aber auch Servicekräfte und viele weitere helfende Hände leisten eine unvorstellbar wertvolle Arbeit in dieser noch nie gekannten Lage – nicht nur für unsere Rehabilitationsklinik, sondern für die Gesellschaft. Sie alle sind mit ganzem Herzen, Tatkraft und ihrer Kompetenz besonnen im Einsatz. Dafür gebührt ihnen unser größter Respekt“, sagt Geschäftsführer Kurt-Josef Michels.

Hochwertige Schutzkleidung

Um den Mitarbeitern in der akuten Situation umfassend Sicherheiten zu ermöglichen, habe die Klinik beispielsweise ihren Bestand an Schutzkleidung erheblich ausbauen können. „In unserer Rehabilitationseinrichtung werden ausschließlich hochwertige und dem medizinischen Standard entsprechende Materialien eingesetzt – vom Hygienemittel bis zur Schutzkleidung“ stellt er fest.

Unterstützt wird die Brandenburgklinik gegenwärtig durch das Barnimer Gesundheitsamt, das die ärztliche Direktion, aber auch das Klinikmanagement berate. „Das Gesundheitsamt und die eingesetzte Amtsärztin sind kompetente Partner, die mit uns gemeinsam aktiv gegen das Virus und deren Verbreitung arbeiten. Ihre Hinweise sind in der derzeitigen Entwicklung von äußerst hohem Wert. Wir freuen uns, dass wir sie in dieser Zeit zu unserer Unterstützung an unserer Seite wissen“, erklärt Kurt-Josef Michels.

Die Entwicklungen zum Corona-Virus stellen die Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken bundesweit vor eine bisher ungekannte Lage. „Diese Situation im Zuge von Covid-19 ist vollkommen neu und mit jedem Tag in Bernau für die gesamte Belegschaft herausfordernd“, weiß Kai-Uwe Michels, ebenfalls Geschäftsführer. „Wir werden gemeinsam mit allen Berufsgruppen unsere modernen Ressourcen mit medizinischem Sachverstand unter ärztlicher Leitung einsetzen, um die Versorgung in der Brandenburgklinik auch weiterhin zu gewährleisten“, verspricht er.

Aus dem aktuellen Lagebericht des Landkreises

Mit Stand 4. April, 24 Uhr, vermeldete der Lagebericht des Landkreises 104 positiv laborbestätigte Covid-19-Fälle für den Barnim. Davon gelten 21 Frauen und Männer als geheilt.

Ein Patient aus der Gemeinde Wandlitz ist dem Virus erlegen. Ob es sich dabei um den in der vergangenen Woche im Immanuel Klinikum Bernau Verstorbenen handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Insgesamt befanden sich im Barnim am Sonnabend 326 Verdachtsfälle in Quarantäne. Im Gegenzug konnte für 434 Menschen die Quarantäne beendet werden.⇥red