Coronavirus im Barnim: Alltag unter Vorbehalt

Neue Teststelle am Bernauer Imanuel -Krankenhaus: Seit dem Wochenende werden Personen aus dem Niederbarnim in einem Zelt auf die Infizierung mit dem Coronavirus getestet.
Wolfgang RakitinDer neueste Fall betreffe einen Panketaler, der sich in häuslicher Quarantäne befinde. Um die Ansteckungskurve abzuschwächen, treten ab Mittwoch weitere Einschränkungen in Kraft. So dürfen im Barnim Tanzlustbarkeiten, Messen, Ausstellungen, Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und vergleichbare Unternehmen nicht mehr für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Gaststätten müssen geschlossen bleiben, wenn zwischen den Tischen nicht ein Mindestabstand von 1,50 Meter garantiert wird. Der Sportbetrieb in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitness- und Tanzstudios ist untersagt. Gleiches gilt für alle Indoor-Spielplätze.
Patienten in Krankenhäusern dürfen keinen Besuch empfangen. Ausnahmen gelten für Kinder unter 16 Jahren und Schwerstkranke, die einmal am Tag von einer Person und für eine Stunde Besuch erhalten dürfen – aber nicht von Menschen mit Atemwegserkrankungen.
Es gab bereits am Montag kaum noch einen Bereich des öffentlichen Lebens, der nicht vom Kampf gegen das Coronavirus betroffen war. So bleibt bei der Barnimer Busgesellschaft die vordere Tür in den Bussen ab sofort verschlossen. Es gibt in den Fahrzeugen bis auf Weiteres keine Tickets zu kaufen. Die Fahrgäste werden gebeten, sich Zeitfahrausweise zu besorgen oder per Handyticket zu zahlen. Zum Ein- und Aussteigen stehen die zweite und dritte Wagentür zur Verfügung. Auf der Internetseite des kreiseigenen Unternehmens werden die Fahrgäste zudem gebeten, Abstand zum Fahrpersonal zu halten. Ab Mittwoch gilt auf sämtlichen Linien der Ferienfahrplan.
Auch Verwaltungen und Behörden reduzieren ihr Angebot. In Bernau bieten das Einwohnermeldeamt, das Standesamt und die Stadtkasse ab sofort keine regulären Sprechzeiten an und bleiben für den Besucherverkehr geschlossen. In unaufschiebbaren Fällen muss ein Termin vorab telefonisch vereinbart werden (Einwohnermeldeamt: 03338 365258, Standesamt: 03338 365260, Stadtkasse: 03338 365233).
Für alle weiteren Ämter der Stadt gilt der Appell an die Bürger, nur in wirklich wichtigen, unaufschiebbaren Fällen die Fachbereiche der Verwaltung aufzusuchen und Anliegen beziehungsweise Fragen möglichst per Telefon oder E-Mail zu klären. Für Auskünfte oder allgemeine Beratungen können der telefonische Service oder die Online-Dienste der Verwaltung (www.bernau.de) genutzt werden. Die Stadtverwaltung ist unter Tel. 3650 oder 365131 beziehungsweise per E-Mail an stadtverwaltung@bernau-bei-berlin.de zu erreichen.
„Wir beschränken die Sprechzeiten auf das Minimum, um die Verwaltung in dieser besonderen Situation arbeitsfähig zu halten und natürlich, um die Bernauer zu schützen“, erklärte Bürgermeister André Stahl am Montag. „Dabei setzen wir alles daran, die Angelegenheiten zur Daseinsvorsorge aufrecht zu erhalten. Dafür müssen wir jedoch absichern, dass sich die Bürger nicht zusätzlichen Risiken aussetzen. Deshalb sollten alle ihre sozialen Kontakte auf das Notwendigste reduzieren“, appelliert der Rathauschef an die Bernauer.
Zweckverband NWA macht dicht
Die Geschäftsstellen des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverbandes (NWA) in Zehlendorf und Basdorf sind für den gesamten Besucherverkehr geschlossen. „Alle Anfragen sowie die Klärung wichtiger Terminangelegenheiten bitten wir, telefonisch zu den regulären Geschäftszeiten zu tätigen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montag. Alle schon vereinbarten Beratungs- und Ortstermine würden bis auf Weiteres verschoben. Für Störungsmeldungen in der zentralen Wasserver- und Schmutzwasserentsorgung stehe der Bereitschaftsdienst unter Tel. 0171 450352 zur Verfügung.
Letzte Meldungen zu Redaktionsschluss
Auf Verfügung des Landkreises Barnim stellt nun auch das Theater am Wandlitzsee mit sofortiger Wirkung seinen regulären Spielbetrieb bis zum 19. April ein. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit und können unbegrenzt gegen Tickets oder Gutscheine eingetauscht werden. Die Theaterkasse bleibt wie gewohnt geöffnet.
Nicht abgesagt, aber auf unbestimmte Zeit verschoben, hat die Bürgerstiftung Panketal die ursprünglich für den 3. April geplante Frühjahrsveranstaltung der "Kulinarischen Kamingespräche" in der "Alten Schmiede" in Zepernick. Der neue Termin für das "Kamingespräch" wird rechtzeitig bekanntgegeben.