Einbruch in Ahrensfelde
: Tipps für mehr Sicherheit in Haus und Wohnung

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist Einbruch ein größeres Risiko. Die Polizei erklärt das Vorgehen der Täter und gibt Tipps für mehr Sicherheit.
Von
Kai-Uwe Krakau
Ahrensfelde
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Einbruch

Die Diebe haben meistens wenig Zeit und scheuen großen Aufwand – schon mit einfachen Maßnahmen kann man den Einbruch erschweren. (Symbolbild)

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Wohnungseinbrüche 2024 das dritte Jahr in Folge gestiegen: fast 78.500 Fälle, 15,3 % Aufklärung
  • Täter kommen oft über Balkon-/Terrassentüren, Fenster oder Wohnungs-/Haustüren
  • Hauptzeit: dunkle Jahreszeit, 16–20 Uhr; beliebt: Donnerstag bis Samstag; „30 Sekunden drin“
  • Polizei rät zu mechanischer Sicherung: Pilzkopfverriegelung, abschließbare Griffe, Querriegel
  • Tipp: Türen zuschließen, Fenster nicht kippen, Zeitschaltuhren nutzen, Verdächtiges melden

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2024 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) das dritte Jahr in Folge gestiegen. Die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnete insgesamt fast 78.500 Fälle einschließlich Einbruchsversuche. 2023 waren es 77.800. Die Aufklärungsquote lag 2024 bei lediglich 15,3 Prozent.

Die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden (nur Diebesgut) von 340,6 Millionen Euro (2023: 269,4 Millionen Euro). Ins Haus gelangen die Täter meist über leicht erreichbare Fenster und nicht wirksam gesicherte Wohnungs- und Fenstertüren. Viele Einbrüche können aber durch richtiges Verhalten und eine wirksame Sicherungstechnik verhindert werden. Auch Ahrensfelde ist immer wieder Ziel von Tätern. Die Verwaltung hatte deshalb eine Informationsveranstaltung für die Bürger organisiert. Wie kann man sich schützen?

„Wir können nicht vor jedes Haus einen Polizisten stellen“, machte Jürgen Schirrmeister, der Koordinator für polizeiliche Prävention im Landkreis Märkisch-Oderland, eingangs deutlich. Deshalb sei es wichtig, dass jeder Eigentümer und Mieter selbst vorsorgt. „Rund die Hälfte der Einbrüche scheitern an mechanischer Sicherungstechnik“, so der Fachmann. Diebe wollen möglichst schnell und ohne großen Aufwand an ihre Beute kommen. Dies müsse ihnen so schwer wie möglich gemacht werden. „Und ganz wichtig ist natürlich eine aufmerksame Nachbarschaft“, betonte Schirrmeister.

Der Einbruch passiert meist am frühen Abend

Einbrüche passieren immer nachts? Mit dieser Annahme räumte der Experte auf. Die meisten Taten werden in der dunklen Jahreszeit zwischen 16 und 20 Uhr verübt, die beliebtesten Tage sind Donnerstag, Freitag und Samstag. „Eine kurze Abwesenheit der Mieter reicht“, so der Polizist. Meistens seien die Diebe „in 30 Sekunden drin“. Die Profis würden alles finden, auch wenn Schmuck und Bargeld noch so gut versteckt sind. Übrigens: Auch ein Hund (oder nur ein entsprechendes Warnschild) schreckt nicht ab. Ein Viertel der Einbrüche erfolgt bei Hundehaltern, so Schirrmeister.

„Auch wenn der materielle Schaden meistens ersetzt wird, für psychische Folgen gibt es keine Versicherung“, so der Fachmann. Nach seinen Angaben erleiden 39 Prozent der Opfer einen Schock, 24 Prozent haben Angstgefühle und 18 Prozent leiden nach einem Einbruch unter Schlafstörungen. Besonders bitter: 17 Prozent wechseln die Wohnung oder verkaufen ihr Haus.

Wie gelangen die Diebe nun in die Räume? Bei Einfamilienhäusern zu 49,8 Prozent über Balkon- und Terrassentüren, zu 27,4 Prozent über Fenster und zu 18,3 Prozent über Haustüren. Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt, sollte die Wohnungstür im Blick haben. In 52 Prozent der Fälle nutzen die Täter dieses „Eingangstor“ für ihre Beutezüge. Über den Balkon (Hochparterre) sind es 30 Prozent, bei Fenstern 17 Prozent.

Tipps für besseren Schutz vor Einbruch

Als Schutz vor Dieben empfiehlt die Polizei vor allem mechanische Sicherungen. Kameras und sonstige Meldeanlagen könnten Einbrüche zwar melden, sie verhinderten sie jedoch nicht. Fenster und Balkontüren würden meistens aufgehebelt, so Schirrmeister. Der Schraubenzieher sei dabei das Werkzeug der Wahl. Wichtig sind deshalb einbruchhemmende Beschläge, sogenannte Pilzkopfverriegelungen, abschließbare Fenstergriffe und Querriegel bei Türen. Auch Nachrüstungen seien möglich. Dabei sollte man aber auf Qualität achten und gegebenenfalls die etwas teurere Variante wählen.

Alarmanlagen sieht die Polizei lediglich als ergänzenden Schutz an. Eine gute Ausstattung koste für ein Haus rund 3.500 Euro, so Schirrmeister. Von Leasing-Angeboten sollte man aber absehen. Weiterhin sei es ratsam, einfache Regeln zu befolgen: Fenster nicht ankippen, Türen immer zuschließen (nicht nur zuziehen), Schlüssel nicht unter dem Blumentopf deponieren, einbruchsgefährdete Bereiche beleuchten (Zeitschaltuhr nutzen) und verdächtige Beobachtungen melden. Rollläden sind bezüglich der Sicherheit eher kontraproduktiv, sie signalisieren die Abwesenheit der Wohnungsinhaber.

Immer Anzeige bei der Polizei stellen

Wer einen Einbrecher im Haus vermutet, sollte sich nicht verstecken. „Machen Sie sich bemerkbar, aber stellen Sie sich dem Einbrecher nicht in den Weg“, rät der Fachmann den rund 50 Zuhörern im Ahrensfelder Ortsteilzentrum. Anschließend muss die Polizei informiert und Anzeige erstattet werden. Zahl- und Mobilfunkkarten sind zu sperren. Die Opfer sollten nichts anfassen und auch nicht aufräumen. Sonst könnten Spuren beseitigt werden. „Es wäre auch gut, wenn es eine Liste der gestohlenen Gegenstände gibt“, so Schirrmeister weiter. Auch Fotos und Kaufbelege wären vorteilhaft.

Weitere Informationen rund um den Einbruchsschutz gibt es bei der Polizeiinspektion Barnim. Die Beratungen sind kostenlos, individuell und richten sich sowohl an private Haushalte als auch an Unternehmen. Interessierte können sich ferner an die zuständigen Revierpolizisten im Rathaus Ahrensfelde wenden.