Einschulung
: Fibel, Bleistift, Rechenbuch...

Für zahlreiche Mädchen und Jungen im Niederbarnim beginnt heute der „Ernst des Lebens“ – sie werden in kleinen Feiern eingeschult.
Von
Kerstin Ewald,
Kai-Uwe Krakau
Bernau
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Lesestoff: Die kleine Lilly hat am Freitag mit ihrer Mutter Diana Ritschel in der Buchhandlung "Schatzinsel" in Bernau die Fibel für ihren Bruder Jonas gekauft. Dabei schmökerte sie auch schon mal in ihrem neuen Schulbuch – Lilly kommt nämlich schon in die zweite Klasse.

Sergej Scheibe

Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein“, heißt es am Sonnabend wieder auch in den Barnimer Schulen. Die Brandenburger Abc-Schützen beginnen dann ihre Schulkarriere. Viele Schulen gestalten für ihre Neuen und die Eltern einen feierlichen Akt – oft läuft dieser so ähnlich ab wie in Werneuchen. Dort singen und spielen die Zweitklässler, die sich noch gut an ihren großen Tag erinnern dürften, den Kleinen in der Turnhalle etwas vor. Diese gehen danach – jetzt schon ohne Eltern und andere Verwandte – mit der neuen Klassenlehrerin den den Klassenraum. Dort gibt’s eine kleine Probestunde, bei der die Kinder auch ihre Unterrichtsmaterialien erhalten. Danach werden die Zuckertüten überreicht. Für die Lehrer startet dann ein zweiter Durchlauf, da es zu viel Trubel wäre, alle Kinder und Eltern auf einmal zu begrüßen. Bleibt danach nur zu hoffen, dass die schöne Zeremonie den Neuzugängen noch mehr Lust aufs Lernen macht. Und dass diese Freude möglichste lange hält.

So ähnlich wie in Werneuchen, wo am Sonnabend 76 Kinder in zwei Klassen eingeschult werden, läuft es an vielen Barnimer Schulen am Wochenende ab. In Ahrensfelde beginnen in diesem Jahr 126 Erstklässler. Sie werden in fünf Zügen unterrichtet werden – die Schule wächst damit weiter auf nun 629 Schüler.

In der zweitgrößten Stadt im Barnim, Bernau, entwickelt sich die Einwohnerzahl kontinuierlich. Doch diese Entwicklung schlägt sich nicht unbedingt bei den Einschulungen nieder. Wie die städtische Pressestelle am Freitag mitteilte, werden an diesem Sonnabend insgesamt 414 Mädchen und Jungen ihre Schultüten erhalten. Dies seien zehn Kinder weniger als im vergangenen Jahr. An den städtischen Bildungseinrichtungen, dazu gehören die Grundschule am Blumenhag, die Georg-Rollenhagen-Grundschule, die Grundschule an der Hasenheide, die Grundschule Schönow sowie der Grundschulteil der Oberschule am Rollberg, werden 347 Lernanfänger ihre ersten Erfahrungen mit Buchstaben und Zahlen machen.

Bei den Schulen in freier Trägerschaft sieht es folgendermaßen aus: An der Montessori-Schule Niederbarnim sind es 24, an der Evangelischen Grundschule 25, an der Schule im Nibelungenviertel drei, an der Robinsonschule sieben sowie an der Johanna-Schule acht Abc-Schützen.

Eine gute Auslastung der Klassen kann auch die Gemeinde Panketal melden. Nach Angaben der stellvertretenden Bürgermeisterin Cassandra Lehnert werden in die Grundschule Zepernick insgesamt 121 Schüler aufgenommen. Die 65 Jungen und 56 Mädchen verteilen sich dabei auf fünf Klassen. An der Grundschule Schwanebeck, sie befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Barnim, lernen ab Montag 76 Schüler in drei Klassen. Für die Gemeinde Wandlitz lagen am Freitag keine genauen Zahlen vor. Pressesprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt konnte lediglich auf die 2018 fortgeschriebene Schulentwicklungsplanung für 2019/2020 verweisen. Danach ging die Verwaltung für die Grundschule Basdorf von 87 (vier Züge) und für die Grundschule Klosterfelde von 43 Erstklässlern (zwei Züge) aus. In die Grundschule in Wandlitz sollten 72 Mädchen und Jungen aufgenommen werden. „Bei den Zahlen wird es sicherlich noch Veränderungen gegeben haben“, so die Sprecherin der Gemeinde.

Aus dem Amt Biesenthal-Barnim lagen keine Angaben vor.

Viele Lehrer eingestellt

Insgesamt  beginnt am Montag im Land Brandenburg für rund 292 000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr. Darunter sind 22 700 Erstklässler. Nach Angaben des Bildungsministeriums in Potsdam wurden 1474 Lehrerinnen und Lehrer unbefristet neu in den Schuldienst eingestellt beziehungsweise ihre Tätigkeit entfristet. Dies sei die mit Abstand höchste jemals pro Jahr erreichte Einstellungszahl im Land, heißt es.

Unter den neuen Pädagogen sind insgesamt 456 Seiteneinsteiger (33,3 Prozent). Vor einem Jahr lag dieser Prozentsatz noch bei 26,4. Die Grundschulen haben 642 neue Lehrer erhalten, an Oberschulen  werden 314 und an Gesamtschulen 110 Pädagogen unterrichten.  Knapp die Hälfte der Männer und Frauen ist 35 Jahre oder jünger (48,9 Prozent). 104 Personen werden als sonstiges pädagogisches Personal den Unterricht an den Bildungseinrichtungen unterstützen.