Energie: Solarpark nahe Weesow liefert bald den ersten Strom

Montage beginnt: Der Leiter Projektentwicklung Photovoltaik, Thorsten Jörß (r.), am sogenannten "Mustertisch". Nach diesem Standard müssen auch alle anderen Module auf dem 164 Hektar großen Areal errichtet werden.
Wolfgang RakitinMitte März, und damit in der beginnenden Corona–Pandemie, hatte das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe mit dem Bau der Anlage zwischen Weesow und Willmersdorf begonnen. Inzwischen sind die Kabeltrassen zu den beiden geplanten Umspannwerken bei Blumberg und Börnicke fast fertiggestellt. Bisher haben die Arbeiter auch mehr als 140 Kilometer Kabel für die Netzanbindung des Solarparks verlegt. Über ein fast sieben Kilometer langes Wegenetz innerhalb der Baufläche können die Materialien an ihren jeweiligen Bestimmungsort gebracht werden. Mehr als 25 000 Pfosten kamen für die Unterkonstruktion in die märkische Erde. „Die Logistik ist schon wegen der großen Mengen durchaus herausfordernd“, so EnBW–Projektleiter Stefan Lederer.
Der Solarpark wird insgesamt eine installierte Leistung von 187 Megawatt haben und ohne Förderung errichtet. "Wir wollen mit dem Projekt beweisen, dass die Photovoltaik bei der Energieerzeugung wettbewerbsfähig ist“, betont Jörß. Dies sei vor allem möglich, weil die Kosten in diesem Bereich in den vergangenen zehn Jahren um 90 Prozent gesunken sind. Bei dem brandenburgischen Vorhaben spiele darüber hinaus aber auch die Größe eine Rolle. „Für kleinere Anlagen oder Hausinstallationen ist weiterhin das Erneuerbare–Energien–Gesetz wichtig“, so der Leiter Projektentwicklung.
Das gesamte Gelände hat eine Fläche von 209 Hektar, die Module werden auf 164 Hektar montiert. Die Differenz sind sogenannte Ausgleichsflächen, dort entwickelt man ein artenreiches Grünland. Zusätzlich werden Sträucher und Bäume gepflanzt sowie Hecken und Trittsteinbiotope angelegt. „Wir haben von Beginn an großen Wert auf den Naturschutz gelegt“, so Jörß.
Mehr als 40 Firmen sind im Auftrag der EnBW mit dem Bau des Solarparks beschäftigt. Bis zu 150 Arbeiter können gleichzeitig auf der Baustelle sein. In Corona–Zeiten war das nicht immer leicht, beispielsweise wenn spanische Mitarbeiter nicht nach Deutschland einreisen konnten. "Das haben wir aber alles gut gemeistert“, so Projektleiter Lederer.
Umweltfreundlicher Strom für rund 50.000 Haushalte
Mit den jährlich erzeugten 180 Millionen Kilowattstunden kann man rechnerisch rund 50.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen — und 129 000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Die erste Kilowattstunde soll noch im Spätsommer ins Netz eingespeist werden. Bis zum Ende des Jahres wird der Solarpark, so die Planung, komplett in Betrieb gehen. Ab diesem Zeitpunkt sind mehrere Mitarbeiter ständig vor Ort, um sich um die Wartung und Instandhaltung der Anlage zu kümmern. Werneuchens Kämmerin Astrid Fährmann dürfte sich zudem über sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen für die Stadtkasse freuen. Die geplante Betriebsdauer des Sonnenkraftwerks beträgt 40 Jahre. Die Gesamtkosten gibt das Unternehmen mit "leicht über 100 Millionen Euro“ an.