Enten in Bernau
: So wurden Ente Regina und ihre Küken vom Rathausdach gerettet

Ente Regina hat sich einen Blumenkübel auf dem Dach des Rathauses in Bernau als Nistplatz ausgesucht. Als die Küken geschlüpft sind, wagt eine Mitarbeiterin eine Rettungsaktion.
Von
Berit Schwarz
Bernau
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Entenfamilie schwimmt im Teich

Ente Regina mit ihren acht frisch geschlüpften Küken nach der Rettungsaktion vom Rathausdach in Bernau.

Sophie Lange
  • Ente Regina brütete auf dem Rathausdach in Bernau.
  • Acht Küken schlüpften kurz vor den Osterferien.
  • Mitarbeiterin Andrea Liebner rettete die Entenfamilie.
  • Küken wurden zu einem Teich im Sankt-Georgen-Park gebracht.
  • Infrastrukturleiter Brinkmann erwartet weitere Bruten auf dem Dach.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kurz vor den Osterferien entdeckten Mitarbeitende der Stadt Bernau einen neuen Gast auf der Dachterrasse des Neuen Rathauses. In luftiger Höhe hatte sich ein Entenweibchen einen Blumenkübel an der Terrassenumrandung als Nistplatz ausgesucht. In luftiger Höhe – und weit weg von jedwedem Gewässer, dem natürlichen Lebensraum von Enten.

Zur städtischen Betreuerin der werdenden Familie wurde die Klimabeauftragte Andrea Liebner auserkoren. Sie holte sich Hilfe von Naturschutz-Profis: „Mit dem NABU haben wir zusammen überlegt, was wir machen können, um die Küken vor dem Sturz in die Tiefe zu bewahren.“ Und so wurde das Brutnest, der Pflanzkübel am Zaun der Dachterrasse, mit einer Art Fallschutz präpariert. Vor dem Kübel wurde Stroh bereitgelegt. Er wurde samt Ente und ihres Geleges vom Besucherverkehr auf der Dachterrasse abgeschirmt.

Ente auf dem Dach in Bernau: Enten brüten oft an ungewöhnlichen Orten

Warum die Ente, die von der Stadt auf den Namen Regina getauft wurde, sich die Dachterrasse in der vierten Etage als Brutplatz ausgesucht hat, kann Infrastrukturamtsleiter Jürgen Brinckmann erklären: „Enten zeigen klassischerweise in der Brutzeit ein Feindvermeidungsverhalten. Die Enten suchen sich dann zum Teil ungewöhnliche Orte zum Brüten, weil wir in der Stadt immer häufiger die natürlichen Fressfeinde wie Waschbären, Marder und Katzen antreffen können.“

Bernau - Rathaus: ARCHIV - 03.02.2021, Brandenburg, Bernau: Das Rathaus der Stadt am Marktplatz. (zu dpa: «Bernau - Wachsende Stadt im Berliner Speckgürtel») Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ganz oben auf dem Bernauer Rathausdach in luftiger Höhe und weit weg vom nächsten Gewässer brütete Ente Regina ihre Eier aus. (Archivbild)

Soeren Stache/dpa

Nach vier Wochen am 7. Mai entdeckte die Klimabeauftragte bei ihrem täglichen Prüfrundgang, dass es zwitscherte. Der Plan: bevor die Entenküken herumlaufen und womöglich vom Dach purzeln, sollen sie in einen Teich umgesiedelt werden. „Gemeinsam mit einer Kollegin aus Panketal habe ich dann die Entenfamilie in Jutesäcken eingefangen, was aufgrund der Schnelle der Küken wirklich nicht so einfach war“, so Andrea Liebner. Auch die Anlockmethode mit Futter habe nicht so funktioniert wie erhofft. „Die Ente war dann zum Glück noch einmal aufs Nest geflattert, wo wir sie dann einfangen konnten“, berichtete Liebner.

Um den Enten keine weite Fahrt zuzumuten, brachten die Frauen die Familie zu einem Teich in der Nähe des Neuen Rathauses. Im Sankt-Georgen-Park öffnete die Klimabeauftragte gleich die Jutesäcke und sofort absolvierten die Küken mit Rathausenten-Mama „Regina“ die erste Schwimmrunde.

Infrastrukturleiter Jürgen Brinkmann kann sich nach dieser fürsorglichen Aktion der Mitarbeiterinnen vorstellen, dass „Regina“ nicht zum letzten Mal auf dem Rathausdach gebrütet hat: „Schließlich hat alles gut geklappt.“