Die Idee zur Aufstellung des Konzepts wurde bereits 2018 ins Leben gerufen. Waldfrieden wurde seitdem mehrfach unter die Lupe genommen, seine Bewohner zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt  – bis ein ganzheitliches Konzept erstellt war. Darin ist zu erkennen, welche Ziele für Waldfrieden verfolgt werden könnten: "Dazu gehören ganz oben Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner der Wandlitzer Chaussee und der Autobahn 11, die Erhaltung des Waldcharakters im Ortsteil und die Besserung der Rad- und Fußwege entlang der Lanker Straße", so Bernatzki.
Gegensätzliche Ideen
Doch ob und wie die Ziele auch umgesetzt werden, ist noch offen. Was sowohl in dem Konzept als auch von Bernatzki selbst in der Stadtverordnetenversammlung zur Sprache kam, ist die Tatsache, dass die Stadt Bernau und die Waldfriedener Bewohner in Teilen sehr unterschiedliche Vorstellungen haben. "Die Stadt priorisiert das Bauhaus-Denkmal. Das ist aber für die Anwohner selbst nicht wichtig, sie haben eigentlich gar keine Verbindung dazu", so der Ortsvorsteher. Im Entwicklungskonzept ist die Förderung des Denkmals als "Schlüsselmaßnahme" aufgelistet, obwohl bei der Abschlussveranstaltung mit den Bewohnern diese Maßnahme eindeutig als unwichtig eingestuft wurde. "Ich kann mir vorstellen, dass das irgendwann für Ärger sorgt. Wenn die Stadt in ihre eigenen Interessen investiert, aber nicht in die der Bürger, werden die sich schon wundern", warnt Bernatzki. Neben der Weiterentwicklung des Denkmals hat die Stadt ebenfalls deutlich gemacht, dass es mehr Angebote für Geflüchtete in Waldfrieden entwickeln will, was auch kein Anliegen der Bewohner ist.
Obwohl sich durch diese entgegengesetzten Interessenlagen möglicherweise Konflikte am Horizont abzeichnen, ist die Aufnahme des Ortsteilentwicklungskonzeptes fürs Erste ein gutes Zeichen. Und die ersten Schritte wurden schon getan: So gibt es schon einen Aufstellungsbeschluss für die Bebauung des ehemaligen Seniorenheims in der Lanker Straße, das für die Entwicklung einer Gemeinschaftsfläche genutzt werden soll. "Außerdem haben wir einige Lärmschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht – wobei der Lärmaktionsplan der Stadt schon letztes Jahr hätte verabschiedet  werden sollen", sagt der Ortsvorsteher.
Was die Erhaltung des Waldcharakters in dem Ortsteil betrifft, weiß Jan Bernatzki noch nicht so richtig, wie die Umsetzung aussehen kann. Bei der Befragung der Bewohner im Sommer letztes Jahr ist dieser Punkt an die dritte Stelle der Prioritätenliste gerückt. Inwiefern sich der Wald aber entwickeln lassen soll, ist unklar. Wohl kaum überraschend, dass man in Waldfrieden den Wald schätzt.