Freizeit
: Der Klosterfelder Campingplatz am Lottschesee darf wachsen

Auf dem 22 000 Quadratmeter großen Areal soll ein ökologischer Naturplatz entstehen. Bislang gibt es 25 Stellplätze.
Von
Tatjana Littig
Klosterfelde
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  • Große Ziele: Vor Kurzem hat Margitta Bayer ihre Waldflächen gesäubert. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, möchte sie ihren Campingplatz am Lottschesee um 40 Wochenendhäuser erweitern. Bislang hat sie 25 Stellplätze – zu sehen im Hintergrund.

    Große Ziele: Vor Kurzem hat Margitta Bayer ihre Waldflächen gesäubert. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, möchte sie ihren Campingplatz am Lottschesee um 40 Wochenendhäuser erweitern. Bislang hat sie 25 Stellplätze – zu sehen im Hintergrund.

    Wolfgang Rakitin
  • In der kleinsten Hütte ist Platz: Leben auf wenigen Quadratmetern – das sogenannte Tiny House macht es möglich.

    In der kleinsten Hütte ist Platz: Leben auf wenigen Quadratmetern – das sogenannte Tiny House macht es möglich.

    Wolfgang Rakitin
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Margitta Bayer hat große Pläne für das 22 000 Quadratmeter große Areal in idyllischer Lage. Ein ökologischer Naturplatz soll entstehen mit Gewächshaus, Trockentoilette, Solaranlage, möglicherweise Baumhäusern und vielleicht auch einem veganem Café. Ein Ort, an dem Menschen „im Einklang mit der Natur und den Tieren“ ihre Freizeit verbringen können. „Das Leben findet hier draußen statt“, sagt sie.

Ihr Bebauungsplan sieht die Erweiterung des Campingplatzes von bisher 25 Stellplätzen für Wohnwagen und sogenannte Tiny Houses um 40 Wochenendhäuser vor. Jedes Wochenendhaus darf nicht mehr als 50 Quadratmeter groß und höchstens vier Meter hoch sein, hinzu kommen zehn Quadratmeter überdachte Terrasse. Grundsätzlich gilt: Insgesamt darf nicht mehr als 20 Prozent der Gesamtfläche des Campingplatzes bebaut werden. Auf der Fläche am See soll ein Zeltplatz entstehen.

„Eine Warteliste für die Wochenendhäuser gibt es schon“, informiert Margitta Bayer. Ganz genau schaut sie sich an, wen sie auf den Platz holt. In ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sollen die Menschen so verschieden wie möglich sein und in ihren Ansichten und Interessen hingegen so ähnlich wie nötig. „Dann ist das Potential für Streit geringer“, findet die gebürtige Ost–Berlinerin.

Denn nicht nur Nachhaltigkeit, auch Gemeinschaft wird am Lottschesee großgeschrieben. Derzeit sind alle Stellplätze verpachtet, insgesamt 50 Personen verbringen ihre Freizeit auf dem Campingplatz, Erwachsene sowie Kinder. „Handwerker, Lehrer, Heilpraktiker“, zählt Margitta Bayer einige Berufe der Bewohner auf, auch Kreative, „alles sehr niveauvolle Menschen“.

Stellplätze langfristig gepachtet

Alle Pächter sind Mitglied im Verein „Tiny Dorf Lottschesee“. Auf Jahre im Voraus haben sie ihre Stellplätze gepachtet zu etwa einem Euro pro Quadratmeter im Monat. Das macht die Betreiberin handlungsfähig und erlaubt Investitionen am Lottschesee. So soll beispielsweise ein geodätischer Dom, eine sphärische Kuppel mit einer Gitterschale aus Dreiecken, auf dem Campingplatz unweit von Rezeption und Küche errichtet werden und dann als Aufenthaltsraum beispielsweise für Yoga, Meditation und Seminare genutzt werden.

2005 hat Margitta Bayer den Campingplatz gekauft und 2007 „Die Schönmacher Camping GmbH“ gegründet. Sehr einfach sei der Platz gewesen, den sie als Dauercamperin kennen und lieben gelernt hat. Und zu klein, um ihn erwerbsmäßig zu betreiben. Also kaufte sie, die jahrelang als Betriebswirtin gearbeitet hat, 20 alte Wohnwagen und vermietete sie für zehn Euro die Nacht an Monteure, um eine ganzjährige Auslastung zu haben. Anfangs habe das gut geklappt, erzählt sie, doch dann hätten sich Mietnomaden eingenistet, die sich weigerten zu zahlen. Margitta Bayer lässt dieses Kapitel hinter sich. 2012/13 beginnt die ewige Optimistin ihren Bebauungsplan aufzustellen. „Wenn ich vorher gewusst hätte, was auch mich zukommt, hätte ich mir das nicht zugetraut“, sagt sie heute.

Sobald die Baugenehmigung vorliegt und Leitungen für Strom, Wasser und Fernwärme gelegt sind, will die Klosterfelderin ihren Campingplatz wieder für Gäste öffnen. Ihre große Hoffnung: Mit der Lebensweise auf dem Campingplatz andere zu inspirieren und zu motivieren, ein ökologischeres Leben zu führen. Denn weniger ist mehr, findet Margitta Bayer.