„Für uns war der Sieg richtungsweisend. Es hat uns gezeigt, wo der Weg für uns hinführen kann.“ Das Fazit von Grün-Weiss Ahrensfeldes Trainer Sven Orbanke fällt positiv aus. Gegen Tabellen-Nachbarn FC Schwedt war es ein wichtiger 3:1-Sieg. Beide sind Platzhirsche, beide wollen nach oben, beide sind direkte Konkurrenz. Die drei Punkte, die die Barnimer Gastgeber mitnehmen konnten, zählten da fast doppelt.
Für die Ahrensfelder besonders positiv: Die Verletzungs-Misere scheint überwunden. Vor allem, dass Patrick Hamel wieder an Bord ist, ist ein Gewinn für die Randberliner. Nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch fiel der 21-jährige Angreifer fast ein halbes Jahr aus. Inzwischen reicht es schon wieder für eine Halbzeit. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass alles so schnell wieder verheilt“, freut sich der Rüdnitzer, der inzwischen mit seiner Freundin in Berlin lebt, wo er eine Ausbildung zum Erzieher absolviert. „Dank unserer Physio und auch dank der Corona-Pause bin ich sehr gut wieder zurück gekommen und inzwischen wieder der Alte.“
Was Geschwindigkeit angeht, hat er seine alte Form wieder erreicht. Sein Spitzname „Schnecke“ hat dann auch nichts mit seiner Laufgeschwindigkeit zu tun, verrät er.

Spitzname „Schnecke“ stammt aus dem Trainingslager

„Ich war im Trainingslager mit Till Leifheit auf einem Zimmer. Als wir uns mit der Faust begrüßen wollten, hat er mit der Hand ein Peace-Zeichen geformt und das unter meine Faust gelegt. Das sieht dann aus wie eine Schnecke. Ich habe das dann danach immer mit allen  anderen gemacht. So bin ich zu dem Spitznamen gekommen“, klärt er auf.
Denn flink ist der 20-Jährige. Den Schnellsten bei den Ahrensfeldern, Lamin Ceesay, holt er zwar nicht ein, verrät Hamel. „Aber danach komm ich dann irgendwann.“
 „Lauftechnisch ist er bei 100 Prozent. In den Zweikämpfen braucht er noch etwas, da ist noch ein wenig Angst mit dabei“, so sein Trainer Sven Orbanke. Das räumt Hamel auch selber ein. „Ich habe mich damals im Spiel gegen Brieselang verletzt, als ich mit dem gegnerischen Torwart zusammen geprallt bin“, berichtet er. Eine Situation, die er auch heute noch nicht so richtig aus dem Kopf bekommt.

„Ich versuche, den Unfall auszublenden“

„In normalen Zweikämpfen habe ich gar keine Angst, aber wenn der Torwart rauskommt, dann ziehe ich eher noch zurück.“ Er arbeite aber daran, den folgenschweren Unfall aus dem Kopf zu bekommen. „Ich denke, die Routine hilft dabei, dass es irgendwann wieder weg geht. Ich versuche selber, das auszublenden, weil genau das ja meine Stärke ist, den Torwart anzulaufen und auch mal dahin zu gehen, wo es weh tut.“
Im Spiel gegen Schwedt konnte Hamel aber schon wieder beweisen, wie wichtig er für das Team ist. Das Ahrensfelder Trainerduo Sven Orbanke und Jürgen Beyer brachte Hamel im Verbund mit Lamin Ceesay nach der Pause für Thilo Scheffler und Dominik Gesierich. „Das hat Früchte getragen“, freut sich Sven Orbanke. „Die Jungs haben von der ersten Sekunde an gewirbelt. Seine Torgefährlichkeit fehlt Patrick noch, aber er ist auf einem guten Weg und wir sind überzeugt davon, dass er demnächst auch wieder seine Tore machen wird.“ Die machten gegen Schwedt aber erstmal Justin Lauterbach, Lucas Gurklys und Lamin Ceesay.
Die Ahrensfelde sind damit auf Rang vier wieder ein Stück näher an die Tabellenspitze gerutscht. „Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen. Mit dieser Truppe müssen wir das einfach schaffen. Und wir Spieler glauben daran“, gibt sich Patrick Hamel kämpferisch.

Patrick Hamel: Flink und mit gutem Torriecher


Für Aufsehen sorgte Patrick Hamel, als er im Jahr 2018 vom Kreisoberligisten SV Rüdnitz/Lobetal direkt in die Landesliga Nord zu GW Ahrensfelde wechselte.

Damals war Hamel Torschützenkönig der Liga mit 16 Treffern geworden. Sein Einstand in Ahrensfelde: Spektakulär. In seiner ersten Saison legte der flinke Stürmer nach und traf ebenfalls 16mal ins Schwarze. Danach fiel er verletzungsbedingt längere Zeit aus.