Er hat es einfach drauf. „Der Kraatzi macht das jetzt“, ist sich ein Zuschauer schon sicher, als Union Klosterfeldes Verteidiger Alexander Kraatz sich in der BrandenburgligaPartie gegen Grün-Weiß Lübben das Spielgerät schon einmal richtig zurecht rückt. Gut 25 Meter sind es bis zum Tor. Die Lübbener Mauer bringt sich in Stellung. Alexander Kraatz stemmt noch einmal die Hände auf die Hüften und lässt den Blick zwischen Ball und Tor hin und her wandern. Eine Idee, wo er die Kugel hin platziert, hatte er da schon, wird er hinterher erzählen.
„Ich dachte mir schon, der Torwart vermutet, dass ich in die andere Ecke spiele. Da hab ich einfach die Torwart-Ecke genommen.“ Gesagt, getan. Kraatz nimmt Anlauf und schießt mit Vollspann und ordentlich Wumms dahinter die Kugel an Mauer und Lübbens Keeper Rene Margraff vorbei ins Netz und versetzt damit die Klosterfelder Fanecke kurzzeitig in Ekstatse. Die konnte da glatt mal den strömenden Regen und die äußerst frösteligen Temperaturen vergessen.
Schon seit der Jugend ist Kraatz ein Freistoß-Spezialist. Im Training übt er die Standards nicht extra. „Es funktioniert einfach“, grinst er.
Ansonsten funktionierte auf dem durch den Regen aufgeweichten Platz an der Mühlenstraße in Klosterfelde vieles noch nicht so gut. Union-Coach Norman Jechow, der am Sonnabend seinen 35. Geburtstag feierte, freute sich zwar sehr über die dringend nötigen drei Punkte für die Klosterfelder, die zuvor von vier Spielen nur eins gewinnen konnten, sich mit dem Sieg nun wieder auf Platz elf der Tabelle verbessert haben. Aber Jechow sah auch die Probleme. „Wir haben heute eine ziemlich hohe Fehlerquote gehabt, die uns das Leben sehr schwer gemacht hat“, analysiert Jechow nach dem Spiel, der auch den vielen nicht genutzten Chancen nachtrauerte.

Top-Torjäger der Liga trifft zum Ausgleich

Von Lübben kam in der Partie spielerisch nicht viel. Die Gäste versuchten es immer wieder mit langen Bällen auf den stets gefährlichen Stürmer Romano Lindner. Der nutzte auch kurz nach Wiederanpfiff zu Halbzeit zwei eine Unaufmerksamkeit der Unioner Hintermannschaft zu seinem achten Saisontor und dem 1:1-Ausgleich. Damit ist der Lübbener derzeit bester Torschütze der Liga.
Union Klosterfelde gewinnt Regenschlacht der Brandenburgliga

Fußball Union Klosterfelde gewinnt Regenschlacht der Brandenburgliga

Der kurz zuvor eingewechselte Tobias Marz konnte eine schöne Vorlage von Eric Woiton dann aber zum 2:1-Endstand für Union nutzen und machte damit das Geburtstagsgeschenk für den Trainer perfekt. In den letzten Minuten warf Lübben noch einmal alles nach vorn, aber Union verteidigte erfolgreich bis zum Abpfiff den knappen Vorsprung.
„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Punkte waren enorm wichtig nach unserem schweren Auftaktprogramm und wichtig ist es jetzt auch, dass wir am nächsten Wochenende aus Miersdorf/Zeuthen etwas mitzunehmen“, blickt Union-Coach Norman Jechow bereits nach vorn.

Zwei Hiobs-Botschaften für Union

Zuletzt gab es allerdings zwei schlechte Nachrichten für die Barnimer. Verteidiger Michael Laletin, der lange mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, hängt die Fußballschuhe nun endgültig an den Nagel. Der Rücken macht nicht mit. Und auch Torjäger Solomon Okoro laboriert an einer Knieverletzung und wird in dieser Saison wohl nicht mehr auflaufen. Ein schwerer Schlag für die Unioner, die im Winter wohl noch einmal auf die Suche gehen müssen.
Klosterfelde: Dennis Tietz – Maximilian Butschkat (60. Tobias Marz), Alexander Kraatz, William Dittrich (46. Mamoudou Camara), Eric Rutzen (71. Mohammad Hares Bosharat) – Felix Klaka – Raif Yaman (60. Tim Borchert), Eric Woiton, Morten Jechow, Steven Nowark – Balla Keita