Dabei war schon vor dem Anpfiff anhand der Aufstellungen zu sehen, wohin die Partie führen sollte. Friedrichsthal rührte Beton an und stand sehr tief mit zwei kompakten Abwehrreihen. Es war klar, dass Einheit in jedem Fall Geduld, Mut und auch Ideen benötigen würde, um erfolgreich zu sein.
Die Beharrlichkeit war vorhanden, einige Gedankenblitze durchaus auch. Nur an der Umsetzung haperte es immer wieder. So schleppte sich der erste Durchgang ohne große Höhepunkte bis hin zur 25. Minute, denn da hatten die Gäste ihren ersten nennenswerten Auftritt, der sofort in einen Treffer mündete. Ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld landete beim freistehenden Constantin Seegert, der keine Mühe hatte, die Kugel platziert im Netz unterzubringen. Für Einheit war dies das Zeichen, aus der Lethargie zu erwachen. Und fünf Minuten nach dem Rückstand erzielte Stefan Schulz den Ausgleich. Alexander Knappe, der agilste Zepernicker, hatte zuvor die Kugel von der Torauslinie gekratzt und zu Schulz zurückgepasst.
Das behäbige Powerplay der Hausherren und der Abwehrriegel der Gäste hatten auch nach dem Wiederanpfiff weiter Bestand. Zwar kam Einheit nun zu mehr Möglichkeiten und schaffte auch die verdiente Führung durch Philip Opitz (57.). Doch auch darauf hatte die Friedrichsthaler Elf eine Antwort – 2:2. Christian Hofmann war in der 67. Minute erfolgreich gewesen, nachdem Zepernick auf Abseits spekuliert hatte und der SVF-Akteur das Eins-gegen-Eins-Duell mit Heimkeeper Steve Jarling für sich entscheiden konnte.
Im Anschluss nahm die Begegnung Fahrt auf, weil auch der Favorit nun die erhofften Räume präsentiert bekam. Letztendlich brachte ein Eckball die erneute Führung für Einheit. Die Kugel segelte dabei mit gescheiterten Versuchen der Abwehr durch den gesamten Strafraum und landete am langen Pfosten bei Patrick Kain, der dann aus spitzem Winkel mit der Stirn einnickte (79.). Der Freistoß, den Philip Opitz kurz vor der linken Strafraumgrenze über die Mauer ins linke obere Eck schlenzte, machte dann endgültig den Deckel drauf (87.).
"Die haben wir ganz schön verkloppt", so begann Dirk Opitz, logischerweise ironisch gemeint, seine Analyse, um dann die Sachlage realistischer zu erklären. "Wir tun uns im Moment extrem schwer mit Mannschaften, die massiv stehen und dann mit langen Bällen operieren. Trotzdem sind wir schon stolz auf die Truppe, dass sie immer Ruhe bewahrt. Uns fehlt einfach die Leichtigkeit und die letzte Überzeugung. Wir müssen weiterarbeiten, aber der Aufstiegs-Rucksack ist schon sehr schwer."
Zepernick: Steve Jarling – Steffen Wolf, Philip Opitz (88. Benedikt Schickram), Lesley Park (89. Marius Honeck), Max Gronski, Fabian Kobel, Alexander Knappe, Stefan Schulz, Patrick Kain, Patrick Töpfer, Niklas Liebenthal
Friedrichsthal: Max Kammann – Philipp Riechel, Christian Hofmann, Mercier Kolasinski, David Glaub 55. Jan-Niklas Doede), Michael Marusch (70. Robert Günzel), Alexander Kenzler, Lucian Biereigel, Constantin Seegert (60. Fabian Jantz), Moritz Fochler, Kevin Piller