Grundstücksauktion: Mindestgebot von 400 000 Euro schreckt ab

Weit und breit keine Nachbarn: Das Versteigerungsobjekt an der Schlufter Straße wollte niemand haben.
Wolfgang RakitinDie beiden Häuser liegen in Groß Schönebeck romantisch zwischen Bäumen, weit und breit gibt es keine Nachbarn, aber kaufen wollte dieses Idyll niemand: Ein 1,6 Hektar großes Grundstück an der Schlufter Straße, bebaut mit einem Ein– und einem Zweifamilienhaus, fand bei einer öffentlichen Versteigerung in Berlin keinen Interessenten.
Das mag auch am hohen Startpreis gelegen haben: Das Mindestgebot hatte bei stolzen 400 000 Euro gelegen.
Nutzungsmöglichkeit ungeklärt
So gar nicht zu diesem Preis passen sollte aber ein Satz, den die rund 80 Anwesenden im Saal des Berliner abba–Hotels zu hören bekamen. Der „Bestandsschutz konnte nicht abschließend geklärt werden“, hieß es bei der Vorstellung des Objekts — ob ein neuer Eigentümer dort also wohnen könnte oder wie er die Häuser nutzen dürfte, blieb offen. Im Versteigerungskatalog hatte es noch fettgedruckt geheißen: „Es besteht Bestandsschutz für die Nutzung zum dauernden Wohnen oder Feriennutzung“.
Klar ist: Solch eine Mini–Siedlung — neben den Häusern stehen auch eine Werkstatt, neun Garagen und ein Pumpenhaus mitten im Wald — könnte heute in der Schorfheide wohl nicht mehr neu gebaut werden. Das Areal ist laut Flächennutzungsplan eine Landwirtschaftsfläche, liegt im Außenbereich und im Naturschutzgebiet — alles Einstufungen, die Bauen erschweren und Wohnen fast unmöglich machen, wenn man nicht vorhandene Substanz nutzen darf.
Das Risiko, ob dies in der Schorfheide letztlich möglich ist, wollte offenbar niemand eingehen. „Gibt es ein Gebot in Höhe des Mindestgebotes“, fragte Auktionator Thomas Engel in die Runde. Aber niemand hob die Hand. Damit verbleibt das Schorfheide–Grundstück noch für einige Wochen im Nachverkauf der Deutschen Grundstücksauktionen AG.