Ausgerechnet in einer der ersten frostig kalten Nächte dieses Winters sind in Bernau etliche Heizungen ausgefallen. Auch warmes Wasser kam nicht mehr aus den Leitungen.
Bei der Feuerwehr war gegen 3 Uhr am Morgen ein Notruf eingegangen. Anwohner hatten einen Brand in der Straße An der Viehtrift vermutet, weil dicke Nebelschwaden durch die Siedlung zogen.

Anwohner vermuten Brand, Feuerwehr zunächst irritiert

Die herbeigeeilten Einsatzkräfte wussten zunächst nicht, womit sie es zu tun haben. „Es war so neblig, dass wir kaum etwas sehen konnten“, berichtete Ronny Lendzian von der Bernauer Feuerwehr später.
Schnell war allerdings klar, dass es sich nicht um Rauch, sondern um Wasserdampf handelte. Die Straße stand unter Wasser. Vor der Kita Kindergärtnerei schoss das flüssige Nass aus dem Boden.
Nach Auskunft von Sven Köhler war in der Nacht vor der Kita eine Fernwärmeleitung geplatzt. Die genaue Ursache sei unklar. „Womöglich handelt es sich um einen Korrosionsschaden“, sagte Köhler. Das sei aber noch Spekulation.

Seniorenheime, Sportforum und Forum Bernau bleiben kalt

Die Folgen waren jedenfalls spürbar. Nicht nur in der unmittelbaren Nachbarschaft, in der sich neben der Kita auch zwei Altenheime, das Sportforum und das Einkaufszentrum Forum Bernau befinden, brach die Versorgung zusammen. Am Morgen meldeten auch zahlreiche Anwohner aus anderen Stadtteilen in Bernau beim Entstörungsdienst der Stadtwerke und in den sozialen Netzwerken den Ausfall von Warmwasser und Heizung.
Nach einem Rohrbruch vor der Kindergärtnerei in Bernau ist am Sonnabend die Fernwärmeversorgung in Bernau zusammengebrochen.
Nach einem Rohrbruch vor der Kindergärtnerei in Bernau ist am Sonnabend die Fernwärmeversorgung in Bernau zusammengebrochen.
© Foto: Tilman Trebs
„Es handelt sich um ein zusammenhängendes Netz. Wenn da irgendwo ein Leck auftritt, wirkt sich das auf das ganze System aus“, erklärte Sven Köhler. Offenbar seien von den Problemen auch die Stadtteile Blumenhag und Friedenstal stärker betroffen worden. Allerdings wurden Störungen aus fast allen Teilen der Innenstadt gemeldet.

Neues Rohr ersetzt alte Leitung

Mitarbeiter der Stadtwerke und der Fachfirmen machten sich bereits am frühen Morgen an die Behebung des Schadens. Noch am Vormittag traf ein neues Rohr an der Havariestelle ein, das bis zum Mittag für das alte kaputte eingesetzt wurde. „Das ist kein Provisorium, sondern ein komplett neues Rohr. Weitere Bauarbeiten werden danach deshalb nicht nötig werden“, erklärte Sven Köhler von den Stadtwerken. Gegen Mittag sollten die Arbeiten beendet werden. „Es dauert allerdings immer etwas, bis das warme Wasser wieder überall angekommen ist.“ Köhler rechnete damit, dass am Sonnabendnachmittag die Heizungen und Warmwasserhähne wieder uneingeschränkt funktionieren. Die Kita kann Montag also wieder geöffnet werden. In der „Kindergärtnerei“ wurden zunächst keine Schäden vermutet. Bürgermeister André Stahl meldete kurz nach 12 Uhr, dass der Schaden beseitigt sei und das Netz wieder hochgefahren werden.
Im Sportforum lief der Betrieb trotz der Havarie weiter. „Es ist zwar kalt bei uns, aber es gab noch keine Beschwerden“, sagte eine Mitarbeiterin am Sonnabend. Es gebe keine Einschränkungen im Angebot. Und immerhin würden die Saunen funktionieren. Dort sei es weiterhin schön warm.
In den Seniorenheimen habe die Havarie zu keinen größeren Problemen geführt, sagte Ronny Lendzian von der Feuerwehr. Er hatte sich dort am späten Vormittag persönlich über die Situation erkundigt.
Aufpassen müssen aber weiterhin Autofahrer in der Straße An der Viehtrift. Denn das ausgetretene Wasser ist gefroren, die Straße vor der Kindergärtner war am späten Vormittag noch spiegelglatt.
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