Havarie in Klosterfelde: Kaum Wasser aus dem Hahn zwischen Wandlitz und Oranienburg

In vielen Orten bei Wandlitz und Oranienburg kommt zurzeit nur wenig oder eingetrübtes Wasser aus dem Hahn.
Lino Mirgeler/dpaIn mehreren Ortsteilen von Wandlitz und Oranienburg ist am Donnerstag, 18. Juli, den ganzen Tag lang die Versorgung mit Trinkwasser gestört gewesen. Aus den Wasserhähnen kam in vielen Haushalten nur wenig oder eingetrübtes Wasser.
Wie der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) auf Nachfrage mitteilte, waren die Ortschaften Klosterfelde, Wandlitz, Stolzenhagen, Wensickendorf, Schmachtenhagen und Zehlendorf von den Beeinträchtigungen betroffen.
Druckabfall und Eintrübungen im Wasser nach Havarie
Nach Angaben des NWA war am Morgen in der Zerpenschleuser Straße (L100) in Klosterfelde ein Asbest-Zementrohr mit einem Innendurchmesser von 20 Zentimetern gebrochen. „Wegen der Dimension und Funktion der havarierten Rohrleitung sind alle Versorgungsgebiete, die mit Trinkwasser aus dem Prendener Wasserwerk beliefert werden, von vorübergehenden Druckschwankungen und Trübungserscheinungen in unterschiedlicher Intensität betroffen“, erklärte der Wasserversorger am Vormittag.
Mitarbeiter des NWA haben bereits mit der Behebung der Havarie und mit dem Spülen von betroffenen Hausanschlüssen begonnen. „Wir hoffen, dass der Schaden bis zum Nachmittag, spätestens heute Abend, repariert werden kann und alle Haushalte wie gewohnt mit frischem Trinkwasser versorgt werden können“, sagte NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde am Donnerstagmittag. Kurz nach 19 Uhr meldete der Verband Vollzug. Die Versorgung läuft seitdem wieder.
NWA bittet betroffene Kunden um Informationen
Bisher habe es in diesem Abschnitt keine auffälligen Materialermüdungen gegeben, so Kunde. „Trotzdem werden wir den etwa ein Kilometer langen Rohrabschnitt nun außerplanmäßig noch in diesem Jahr austauschen müssen“, erklärte der Verbandsvorsteher.
Wie gefährlich sind Asbest-Zementrohre?
Das am Donnerstag in Klosterfelde gebrochene Asbest-Zementrohr wurde vor der Wende verlegt. Damals war die Verlegung dieser Rohre in der Trinkwasserversorgung weltweit üblich.
Eine Neuverlegung von Asbest-Zementrohren sei in Deutschland bereits seit dem 1. Januar 1995 nicht mehr erlaubt. Bereits verlegte Leitungen dürfen weiter betrieben und nach der Gefahrenstoffverordnung auch repariert werden.
Nach den Erkenntnissen der WHO und des Bundesgesundheitsamtes ist ein gesundheitliches Risiko aus dem Betrieb von Asbest-Zementrohren in der öffentlichen Wasserversorgung nicht gegeben.

