Hussitenfest in Bernau 2026: Das sind die Highlights zum Stadtfest

Mit Dudelsack, Trommel und Mittelalterwucht: Drei Band Mitglieder der Band Corvus Corax stimmen am Steintor auf das Hussitenfest ein, bei dem Bernau vom 12. bis 14. Juni 2026 wieder zur Feststadt wird. Die Band tritt am Samstagabend auf.
Sophia Schwan- Bernau feiert vom 12. bis 14. Juni 2026 das 33. Hussitenfest mit Programm in der Innenstadt.
- Auftakt am Freitag: kurze Eröffnung am Steintor, ABBA-Show des Landespolizeiorchesters, Feuerwerk.
- Samstag prägt der Festumzug mit etwa 1.600 Mitwirkenden – zwei neue Bilder erweitern die Chronik.
- Stadtpark bleibt Mittelalterzentrum mit Lagern, Nachtturnier und Corvus Corax am Samstagabend.
- Mehr Markt und Schmuck geplant, Sicherheitskonzept bleibt, höhere Kosten durch Zufahrtsschutz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Wochenende lang verwandelt sich der Bernauer Stadtpark in ein Mittelalterlager, der Marktplatz wird zum Open-Air-Konzertsaal, die Bürgermeisterstraße zur Festmeile. Wer nur schnell durch die Innenstadt will, landet plötzlich zwischen Rittern, Gauklern, Musikern, Marktständen und Kindern mit Holzschwertern.
Vom 12. bis 14. Juni feiert Bernau sein größtes Stadtfest. Offiziell ist es das 33. Hussitenfest seit der Wiederaufnahme nach der Wende. Der historische Kern reicht aber bis zur Belagerung durch die Hussiten im Jahr 1432 zurück. Kulturamtsleiterin Franziska Radom nennt es eines der ältesten Stadtfeste Brandenburgs. Heute werde nicht mehr „eine kriegerische Handlung“ gefeiert, sondern die Freundschaft mit Partnern und tschechischen Gästen.
Los geht es am Freitag um 16.30 Uhr am Steintorplatz. Die Eröffnung sei bewusst „knackig“ angelegt, sagt Radom: ein Vorgeschmack auf die nächsten drei Tage. Bürgermeister André Stahl (Die Linke) eröffnet das Fest, dazu kommen Heimatverein, Bernauer Briganten, Gaukler und fahrendes Volk. Danach, sagt Radom, beginne „das wilde Festtreiben“.
Am Abend wechselt Bernau kurz das Jahrhundert. Um 19.30 Uhr spielt das Landespolizeiorchester Brandenburg auf dem Marktplatz die größten ABBA-Hits. Nach Klassik, Musical und Filmmusik sind diesmal „Waterloo“, „Dancing Queen“, „Mamma Mia“ und „Super Trouper“ dran. Im vergangenen Jahr sei der Marktplatz „knackevoll“ gewesen, sagt Radom. „Wir wollen als Stadtfest natürlich auch ein Fest für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt sein.“ Um 22.30 Uhr folgt nach dem Fackelumzug das Feuerwerk am Steintor.
Bernaus Geschichte mit Jagdunfall und Radfahrverein
Der Samstag gehört dem großen Festumzug. Ab 11 Uhr ziehen rund 1.600 Mitwirkende durch Bernau und machen Stadtgeschichte sichtbar – mit Kostümen, Wagen, Tieren und viel Vereinsarbeit. Dass die Stadt dafür sogar noch Schilderträger und Strohhüte sucht, zeigt, wie sehr dieses Fest vom Mitmachen lebt.
Neu sind in diesem Jahr zwei Bilder: „1819: Der Prinzenstein – Jagdunfall des Kronprinzen“ und „1893: Gründung des Radfahrvereins“. Damit kommen Episoden hinzu, die zeigen, dass Bernauer Geschichte nicht nur aus Mauern und Schlachten besteht.

Noch ist es ruhig vor dem Steintor – doch lange bleibt das nicht so: Stadt, Sponsoren und Bernauer Briganten stimmen auf das Hussitenfest ein, bei dem Bernau vom 12. bis 14. Juni wieder ins Festfieber fällt. (Von links nach rechts: Bernauer Brigant Bernd Eccarius, Kulturamtsleiterin Franziska Radom, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Barnim Volkmar Grätsch, Bürgermeister André Stahl (Die Linke) und Leo Grabsch, ebenfalls Bernauer Brigant.
Sophia SchwanMitmachen können auch neue Gruppen, erklärt Radom. Die Stadt schaut dann, was zur Chronik passt; Kostüme gibt es aus dem Fundus. Dabei gehe es nicht um museale Strenge um jeden Preis, sagt die Kulturamtsleiterin, sondern um einen „schmalen Grat“ zwischen historischer Genauigkeit und Wohlfühlen. Der Spaß müsse bleiben.
Hussitenfest 2026 mit mehr Markt, mehr Schmuck, mehr Aufwand
Auch abseits des Umzugs wächst das Fest. In der Innenstadt soll es wieder einen Kunsthandwerkermarkt mit rund 40 Ständen geben. Zusätzlich wird der Marktbereich in der Mühlenstraße erweitert – mit Gastronomie und Händlerständen. Der Marktplatz bleibt am Samstag und Sonntag der ruhigere Gegenpol zum dichten Treiben im Stadtpark: Dort gibt es ab 10 Uhr ein Musik-Café mit Live-Musik und Lounge-Atmosphäre.
Bürgermeister Stahl hofft, dass Bernau stärker als Feststadt erkennbar wird. Die Stadt wolle mehr schmücken als zuvor, sagt er – nicht nur das Festgelände, sondern auch andere Orte in der Innenstadt. Man solle der Stadt ansehen, dass dieses Wochenende ein außergewöhnliches ist.
Mehr Aufwand bedeutet allerdings auch mehr Kosten. Das Sicherheitskonzept aus dem Vorjahr werde übernommen, weil es gut funktioniert habe, sagt Radom. Teurer geworden seien vor allem die Zufahrtschutzmaßnahmen. Stahl sagt, diese trieben die Kosten im Bereich Sicherheit „ganz erheblich“ nach oben. Möglich wird das Fest deshalb auch durch Sponsoren aus der Stadt: Die Sparkasse Barnim ist Hauptsponsor, Wobau Bernau und die Bernauer Stadtwerke unterstützen ebenfalls.
Briganten, Corvus Corax und die Schlacht
Das Herz des mittelalterlichen Festes schlägt im Stadtpark. Dort lagern die Bernauer Briganten und ihre Gäste. Bernd Eccarius von den Bernauer Briganten rechnet mit etwa zehn Gruppen und insgesamt 100 bis 150 Menschen, darunter Gäste aus Tschechien, Berlin, Bayern und anderen Orten. Ganz genau wisse man das vorher nie: Manche Gruppen meldeten drei Personen an und kämen dann mit 20.
Das Hussitenfest funktioniert nur, weil die Briganten ihre Szene kennen. Sie fahren selbst zu anderen Festen, pflegen Kontakte und wissen, wen sie nach Bernau holen können. Eine Art Casting-Ort dafür ist das Bernauer Schwertkämpfertreffen, das einst als Training fürs Hussitenfest entstand. Dort wird ausprobiert, wer später beim großen Fest bestehen kann. „Wir wollen ja auch eine gewisse Qualität anbieten“, sagt Eccarius. Nur mit gebuchten Mittelaltergruppen, meint er, wäre dieses Fest kaum zu machen.
Am Samstagabend wird es im Stadtpark laut: Um 21.30 Uhr treten Corvus Corax auf, die „Könige der Spielleute“. Auf der Stechbahn folgt das Nachtturnier der Ritter. Für Kinder gibt es Rummel, Märchen, Mitmachangebote und Rittermomente.
Am Sonntag setzt um 16.30 Uhr das Sonntagsfestspiel „Die Schlacht vor Bernau“ den Schlusspunkt. Doch Eccarius stellt klar: Diese Schlacht ist heute keine Abrechnung mehr. „Bei der Schlacht gibt es keinen Gewinner. Damit gibt es auch keinen Verlierer.“ Man feiere inzwischen mit den Hussiten zusammen.
Hussitenfest 2026
Wann: 12. bis 14. Juni
Wo: Stadtpark, Marktplatz, Steintor und Innenstadt
Freitag:
16.30 Uhr Eröffnung am Steintor
19.30 Uhr ABBA-Konzert auf dem Marktplatz
22.15 Uhr Fackelumzug
22.30 Uhr Feuerwerk
Samstag:
11 Uhr großer Festumzug,
Tagsüber Mittelalterlager, Markt, Rummel und Musik-Café.
Abends Nachtturnier und Corvus Corax im Stadtpark.
Sonntag:
Mittelaltertreiben, Markt und Familienprogramm
16.30 Uhr „Schlacht vor Bernau“


