Immobilien
: Barrierefreies Wohnen im Lobetal

Die Stiftung Lobetal schafft noch vor Weihnachten Wohnraum für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.
Von
Kai-Uwe Krakau
Lobetal
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Vor Ort: Sozialdezernentin Yvonne Dankert (2.v.r.) informierte sich im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Martin Wulff (r.), über den Baufortschritt.

Wolfgang Rakitin

„Wie Sie sehen, gibt es bei uns eine rege Bautätigkeit“, begrüßte der Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Martin Wulff, den Gast aus Eberswalde. Das Ziel des Projektes sei ein selbstverständliches Zusammenleben aller Mieter, die auch bereit sein sollten, sich untereinander nachbarschaftlich und ehrenamtlich zu unterstützen. Darüber hinaus solle Menschen mit Beeinträchtigungen  die Möglichkeit gegeben werden, sich als Bürger in die Gemeinde einzubringen, so Wulff. Der Geschäftsführer räumte ein, dass das Vorhaben nur mit finanzieller Unterstützung der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel umsetzbar war. Insgesamt werden in das Projekt 5,6 Millionen Euro investiert. Die Grundsteinlegung fand im vergangenen Sommer statt.

Sozialdezernentin Dankert bezeichnete die Hoffnungstaler Stiftung als „soliden Träger bei der Eingliederungshilfe“. Der Kreis Barnim begrüße das Vorhaben ausdrücklich. Nach dem Bundesteilhabegesetz biete es Menschen die Chance, ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen, so die Sozialdezernentin.

Das Projekt wird insgesamt 48 Männern und Frauen mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ein neues Zuhause bieten. Das Bauensemble besteht aus drei Doppel–Gebäuden und entsteht neben dem Diakonischen Bildungszentrum Lobetal. Auf jeder der zwei Etagen befinden sich acht barrierefreie Appartements. Die Wohnungen in der oberen Etage können über das zentrale Treppenhaus mit Aufzug erreicht werden. Von dort gelangt man auch zu den Begegnungsräumen und zu einem Büro. Jedes Appartement verfügt über einen Wohnraum mit Küche, eine Terrasse oder einen Balkon sowie über ein Schlafzimmer und ein barrierefreies Bad. In zwei Häusern befinden sich zudem im Erdgeschoss je vier rollstuhlgerechte Wohnungen.

„In vier Appartements werden wir auch ein technisches Hilfesystem einbauen“, sagte Andrea Lux vom Verbundleitungsteam Nord–Ost–Brandenburg. Damit könnten Bewohner, wenn etwa durch einen Sturz nötig, unkompliziert einen Betreuer informieren. „Wir denken, dass die meisten Menschen mit Beeinträchtigungen, unabhängig vom Umfang ihres Assistenzbedarfs, möglichst in einer eigenen Wohnung leben wollen und dies auch können“, betonte Andrea Lux. Anfragen von potenziellen Mietern, auch aus Bernau, gebe es bereits.

Monique Thorandt wohnt noch in der Einrichtung „Sydower Feld“ in Biesenthal, wird aber nach Lobetal umziehen. „Eine eigene Wohnung ist natürlich toll“, freut sich die junge Frau. Auch Horst Schmidt will sich nun endlich „selbstständig“ machen, wie er sagt. Und das sei durchaus mutig, wie Geschäftsführer Wulff findet. Das Weihnachtsfest, so heißt es, sollen die neuen Bewohner bereits in den Häusern feiern können.