Lanker mit Wohnsitz im Feldweg müssen seit Jahren ertragen, wie sich ihre Wohnqualität verändert. Höchst selten zum besseren. "Wir haben zum Feld hin schon vor Jahren Bäume gepflanzt, diese wirken mittlerweile wenigstens etwas als Barrikade. Aber ansonsten hat sich die Wohnlage sehr zum Negativen verändert", resümiert Anke B.*. Vor mehr als 20 Jahren zog sie mit ihrem Mann nach Lanke. "Das war ein ruhiger Ort, obwohl es die Kiesgrube damals schon gab", erinnert sie sich und blickt mit Wut auf die Entwicklung der letzten Jahre. Die Silex Kieswerke GmbH begleitet seit Jahrzehnten mit ihren Rohstoffen den Bauboom im Osten und plant weitere Erweiterungen. Der Kiesabbau wird immer stärker ein Problem für Lanker Einwohner.
Neuerdings verschärft ein teilweise bis zu fünf bis sechs Meter hoch wirkender Wall die ohnehin schon angespannte Situation. "Wir sind von einer betroffenen Anwohnerin angeschrieben worden, sie bat dringend um Hilfe", berichtet Ortsvorsteher Frank Wendlandt am Dienstag bei einem Vor-Ort-Termin. Nördlich vom sogenannten Chausseehaus führt ein Weg in Richtung A 11. Dort braucht es nur einhundert Meter, dann beginnt nördlich der Wall, nur wenige Meter von der Grundstücksgrenze der Anwohnerin und eines Wochenendgrundstückes entfernt. "Der Wochenendler kommt schon gar nicht mehr, was soll er hier auch. Er müsste nur den Staub und den Lärm ertragen", skizziert Wendlandt die verfahrene Situation.
Nicht anders ergeht es der Lankeri­n mit Hauptwohnsitz im Ort. Sie beklagt sich bitterlich über den neuen Wall, der mitt­lerweile bei Nordwind wie eine Schanze wirkt. Hinter dem Wall wurde in Richtung Kieswerk Erde abgebaggert, auch fehlen Bäume, die es früher einmal gab. "Die Oberschicht wurde abgeschoben und an den Rändern aufgetürmt. Der Wind fegt jetzt darüber und bringt den Lankern noch mehr Staub", berichtet Wendlandt.
Der Ortsvorsteher nimmt die Sorgen ernst – er hat jetzt begonnen, ein großes Rad zu drehen. "Wir als kleiner Ortsteil können allein wenig machen. Also muss es hier zu einem großen Termin kommen, an dem die Gemeinde, das Umwelt- und das Bergbauamt beteiligt sind, und natürlich die Betreiber der Kiesgrube", stellt Wendlandt fest. Zumal der Versuch der Anwohnerin, sich aus eigener Kraft an das zuständige Bergbauamt zu wenden, kein nennenswertes Ergebnis brachte. "Die Antwort der Behörde war eher schwammig", so Wendlandt.

Diskussion über Kiesgrube im Ortsbeirat

Wenngleich der August noch einige Wochen entfernt ist, wenn am 3. August der Lanker Ortsbeirat tagt, soll der Thema Kiesgrube in aller Breite diskutiert werden. "Wir wollen Bürgermeister Oliver Borchert auftragen, sich des Themas anzunehmen, denn ohne gemeindliche Hilfe kommen wir nicht weiter", verrät Wendlandt vorab. Wünschenswert wäre es sicher, einen Vertreter des Kieswerkes an diesen Abend am Tisch zu haben. Aber in dieser Hinsicht sind die Erwartungen eher gedämpft. Dort sei man nicht so "gesprächig", wurde Wendlandt in der Gemeindeverwaltung berichtet. Silex habe vielmehr beantragt, das Abbau-Terrain zu erweitern. Dafür wäre dann mindestens eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig.
*Name geändert