Das Vorhaben ist in den zurückliegenden Jahren mehrfach in den Gremien der Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung beraten und verändert worden. Wichtig war den Stadtverordneten in den Debatten immer wieder die Schaffung von Mietwohnungen. Damit soll der Nachfrage von Anwohnern aus der eigenen Stadt entsprochen werden. Es geht sowohl um Wohnungen für ältere Anwohner, die möglicherweise ihr eigenes Haus aufgeben, aber in der Stadt wohnen bleiben wollen, als auch um Wohnraum für jüngere Biesenthaler, die gleichfalls ihren Lebensmttelunkt in der Stadt behalten wollen. Das Plangebiet ist 7,8 Hektar groß. Gerechnet wird mit insgesamt rund 180 Wohneinheiten sowohl in den Eigenheimen als auch in den für die Vermietung gedachten Mehrfamilienhäusern.
Während der Planungszeit seit Ende Dezember 2018 wurde auf eine aufgelockerte Bebauung, auf einen angepassten Übergang an die bereits bestehenden Eigenheime am Priesterweg und an einen behutsamen Übergang zur angrenzenden Landschaft Wert gelegt. Letzterer soll durch einen Grünzug gewährleistet werden. Im Anschluss an den Priesterweg entstehen Eigenheime, Stichwege verbinden die Bereiche.
Der Geschosswohnungsbau für die Mietwohnungen erschien einigen Stadtverordneten zu massiv, wurde daraufhin in der Vorplanung verringert. Die Mehrfamilienhäuser entstehen jetzt in einem Bogen vor dem Namensgeber des Wohngebiets, dem Kolterpfuhl. Dabei handelt es sich um einen trocken gefallenen Pfuhl, der direkt an das Baugebiet angrenzt. Der Vorhabenträger, die DRS Immobiliengesellschaft in Bernau, hat in Aussicht gestellt, dass der Pfuhl von der Entwässerung des Wohngebiets profitieren soll.
Einen besonderen Diskussionspunkt bildete stets die Verkehrsanbindung des neuen Wohngebietes. Hierzu wurde ein extra Verkehrsgutachten angefertigt. Das Ergebnis fiel überraschend aus und wird auch heute noch von verschiedenen Stadtverordneten in Frage gestellt.

Umstrittenes Gutachten

Wie in dem Gutachten festgestellt wurde, ist die außerhalb des Plangebiets liegende Einmündung der Kirschallee in die August-Bebel-Straße leistungsfähig genug, um nach einem Ausbau auch ohne Ampel den Verkehr ohne Staus zu regeln. Unstrittig ist, dass die lediglich auf einem kurzen Abschnitt mehr schlecht als recht gepflasterte Kirschallee grundsätzlich auszubauen ist. Kritisch sehen viele Stadtverordnete auch, dass für das Wohngebiet bislang lediglich die Zufahrt über die Kirschallee vorgesehen ist. Sollte diese beispielsweise bei einem Unfall nicht passierbar sein, fehle eine alternative Route. Auch hier hat der Vorhabenträger darauf verwiesen, dass eine Anbindung des Grünen Wegs möglich sei. Innerhalb der Wohnsiedlung werde sie vorgesehen und könne außerhalb von der Stadt angeschlossen werden.
Einigkeit herrscht schließlich darüber, dass der ursprünglich innerhalb des Wohngebiets angedachte Spielplatz im nahen Stadtgebiet entsteht. Der Vorhabenträger stimmt dem zu. Schließlich soll die Anregung des Bauausschusses zur Herstellung barrierefreier Stellplätze für Autos und Fahrräder im städtebaulichen Vertrag aufgenommen werden.