Intensivpflege: Mitten im Panketaler Leben angekommen
Weit über 110 000 Menschen im Land Brandenburg sind aktuell pflegebedürftig. Das sind mitnichten nur Senioren, sondern oft auch junge Menschen, die durch Krankheiten oder Unfälle aus dem Leben katapultiert werden. Zehn Plätze für Intensivpflege haben Andrea und Gunther Weiz in der Straße der Jugend errichtet. Nach der außerklinischen Pflegeeinrichtung in Ahrensfelde mit acht Plätzen investierte Familie Weiz in Panketal 2,2 Millionen Euro in ihr Herzensprojekt. Auch Sohn Martin mit Lebensgefährtin Julia Zöllner ziehen mit. Alle haben medizinische oder kaufmännische Vorbildungen und Berufe. Vater Gunther engagiert sich außerdem im Verein Berufsverband privater Anbieter sozialer Dienste für den Barnim. Vor allem, wenn es um selbstverfügtes Leben, Tariflöhne oder die Vernetzung der Mitglieder geht. Manches sei besser zu regeln in der Pflege, sagt er überzeugt.
In dem hellen Haus wird unter modernsten Bedingungen gearbeitet. An beiden Standorten sind insgesamt 45 Mitarbeiter beschäftigt. Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke schaute dieser Tage vorbei, um sich zu informieren. Er hörte sich aber auch die Sorgen von Familie Weiz an, die gern Erweiterungen für Angehörige auf ihrem Grundstück vornehmen möchte, die von weither anreisen müssen. Auch ein Therapiebecken ist geplant.
Kostenträger ist die Krankenkasse. Das Sozialgesetzbuch 11 für die gesetzliche Pflegeversicherung dient als Grundlage für den Pflegevertrag, der je nach Pflegegrad auch den Eigenanteil der Betroffenen individuell regelt. Den zu erbringenden Pflegeanteil schätzt der Medizinischen Dienst der Krankenkasse ein. Kritisch sehen Günther und Andrea Weiz die Reform der Pflegeberufe. Die Altenpflege bleibt mit dem Zusammenlegen aller Ausbildungen vom Kind bis zum Erwachsenen auf der Strecke. Deshalb bemüht sich ihr Betrieb „Intensiv Leben mit Wert“ auch um eigene Auszubildende, die vor allem als Quereinsteiger aus anderen Berufen kommen. Über die Praxis erfahren sie, wie schön die Arbeit sein kann.
Die 54-jährige Andrea Weiz ist examinierte Krankenschwester und schwärmt davon, Menschen zu helfen. „Man bekommt so viel zurück.“ Pfleger Sascha Zühlke, der gerade dem 68-jährigen Eberhard Gedlich die Karten im Memory-Spiel legt, stimmt zu. Gedlich ist durch einen Schlaganfall teils gelähmt, außerdem wird der COPD-Kranke intensiv beatmet. Gern schaut er in die Sonne hinüber zum Sportplatz und hofft, wie durchschnittlich zwei von zehn Bewohnern, wieder nach Hause zurückkehren zu können. Das sieht sein Pfleger, der Fachkraft für Beatmung ist, positiv. „Wir akzeptieren unsere Bewohner und möchten dort erleichtern, wo es geht“, schätzt er ein.
Auch deshalb steht die Panketaler Einrichtung mitten im Leben. Besuche beim Rathausfest, gemeinsame Einkäufe oder gemütliche Abende am Lagerfeuer gehören dazu. Egal, ob jemand an der Dialyse hängt oder eine implantierte Trachealkanüle hat. Die Freude am Leben zu erhalten und unter neuen Bedingungen zu finden, das sehen alle Mitarbeiter in Panketal an erster Stelle.
Dass immer alles klappt, dafür sorgt im Keller ein Blockheizkraftwerk mit Notstromversorgung. Snoozelraum und Einzelzimmer machen es den Bewohnern leichter.

