Die Aufregung soll zuletzt groß gewesen sein unter den Dritt- und Viertklässlern der Bernauer Schule im Nibelungenviertel, was ja verständlich ist. Immerhin sollte für sie Mitte September der obligatorische Schwimmunterricht starten. Doch daraus wird jetzt nichts, denn: Man kann die angestammte Schwimmhalle in Buch nach einer Absage der Berliner Bäder-Betriebe aktuell nicht nutzen. „Für unsere Bernauer Schulkinder der Super-Gau“, schreibt Elternvertreter René Lieske bei Facebook.

Begrenze Kapazitäten wegen Corona

Was den Grund für die untersagte Hallen-Nutzung angeht, gibt es verschiedene Versionen. Eine besagt, dass für die Schwimmhalle in Buch angeblich ein Hygienekonzept fehlen soll, weshalb sie vom Gesundheitsamt geschlossen wurde.
Beim Landkreis Barnim, der für die Nibelungen-Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ die Trägerschaft besitzt, gibt es dagegen andere Informationen. Demnach hätten die Berliner Bäder-Betriebe mitgeteilt, dass die Nutzung lediglich für Barnimer Schulen „zunächst nicht möglich ist“. Das liege an der reduzierten Kapazität der Schwimmhalle, als Folge von Corona und entsprechenden Hygienekonzepten. Die Berliner Schulen hätten deshalb Priorität.

Auch andere Barnimer Schulen betroffen

Was also tun? Fakt ist: Nicht nur für die Nibelungen-Schule sind die Türen der Schwimmhalle in Buch aktuell verschlossen, das gilt auch für die anderen Kreis-Schulen im Raum Berlin: die Johanna-Schule, die Oberschule am Rollberg und die Oberschule Schwanebeck.
Damit die betreffenden Schüler nicht weiter auf dem Trockenen sitzen, sucht die Kreisverwaltung bereits seit Längerem nach Alternativen. Für die Johanna-Schule war das sogar von Erfolg gekrönt, hier hat sich ein alternatives Angebot in der TURM-Erlebnis-City in Oranienburg ergeben. Aber was ist mit den anderen?

Freibad in Waldfrieden als Notlösung

In Bernau verfügt lediglich das Sportforum über ein Becken, das von mehren Schulen der Stadt genutzt wird. Allerdings sei dies nicht besonders geeignet für den Schwimmunterricht, heißt es bei der Nibelungen-Schule, es sei eher was für Babys. Bliebe noch das „baff“ in Eberswalde. Doch das soll bereits stark ausgelastet sein, zudem wäre der organisatorische Aufwand wegen der Entfernung größer.
Eine Notlösung stellt das Freibad in Waldfrieden dar. Sollte es warm genug sein, könnten die insgesamt 30 Dritt- und Viertklässler der Förderschule  hier im Mai 2021 loslegen.

Was, wenn das Wetter zu kalt ist?

Aber was, wenn das Wetter nicht mitspielt? „Jeder weiß, dass der Mai noch recht kalt sein kann“, gibt Elternvertreter Lieske zu bedenken. Und sollte es tatsächlich zu kalt sein, droht der Schwimmunterricht ganz auszufallen.
Die Leitung der Schule im Nibelungenviertel setzt ihre Hoffnungen deshalb darauf, dass es mit der Schwimmhalle in Berlin-Buch doch noch klappt. Es gibt wohl auch Signale von den Bäder-Betrieben, dass die Kapazitäten im Laufe des Schuljahres erhöht werden könnten, vielleicht sogar schon nach den Herbstferien.

Fester Bestandteil des Sportunterrichts

Auf eine Erhöhung der Kapazitäten hofft auch der Landkreis. Man sei „stark daran interessiert, jeder Schülerin und jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, im Rahmen des Schulunterrichts das Schwimmen zu erlernen“, heißt es aus dem Landratsamt. In Brandenburg ist das Schwimmen fester Bestandteil des Sportunterrichts, allerdings frühstens aber der 2. Klasse.