Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um Kindern eine gesunde Ernährung schmackhaft zu machen? Der Zeitpunkt kann nicht früh genug gewählt sein und vom guten Geschmack gerade geernteter Tomaten, knackiger Salate oder frischer Kräuter müssen Kinder nicht lange überzeugt werden.
Aus diesem Grund widmet sich die Biesenthaler Kita St. Martin mit Unterstützung des Projektes „Ackerhelden machen Schule“ dem Thema. In dieser Woche haben die ersten drei Kitagruppen jeweils ihr – von der bundesweit aktiven Essener Ackerhelden-Aktion gesponsertes – Hochbeet aufgebaut und bepflanzt.
Es bildet gleichsam den Grundstock für einen Gemüsegarten. Kita-Leiterin Kerstin Janisch stellt fest: „Wenn sich die Hochbeete bewähren, wollen wir noch weitere aufstellen.“ Schließlich sollen auch die anderen Gruppen ein Beet betreuen können. Rund 130 Kinder besuchen die Einrichtung der Hoffnungstaler Stiftung.

Im Frühjahr verschiedene Gemüsesorten

Das Vorhaben wird zwar spät im Jahr gestartet, räumt Projektmanagerin Susanne Seitter ein. Aufgrund der Corona-Schließzeiten sei dies nicht anders möglich gewesen. Dementsprechend wurden für die Bepflanzung jetzt auch schnell wachsende Pflanzen wie Radieschen, Kräuter und Salate ausgewählt.
Im kommenden Frühjahr werden dann verstärkt verschiedene Gemüsesorten angebaut. Auch mit der jetzt noch erwarteten Ernte, sagt Kerstin Janisch, wird zum Beispiel das Frühstück angereichert.
„Die Kinder werden zum Beispiel auch erleben, wie Samen keimen, berichtet Susanne Seitter. Das Projekt soll nicht nur  für Ernährungsfragen sensibilisieren, sondern auch viele Aha-Effekte hervorbringen.

Elternbriefe und Newsletter

So soll möglichst früh eine Vorstellung erzeugt werden, was biologische Vielfalt bedeutet, warum es beim Wachstum auch auf die Beschaffenheit der Böden ankommt und welche ökologischen Zusammenhänge in der Landwirtschaft eine Rolle spielen.
Daher beschränkt sich das Projekt auch nicht auf den einmaligen Besuch zur Installation der Hochbeete. Elternbriefe gehören ebenso zu dem Programm wie Materialien für die Erzieherinnen. Auch die Kinder erhalten ab dem kommenden Jahr Material zum Malen oder Vorlesen lassen. Ein Newsletter wird über das Jahr verteilt darüber informieren, was zur jeweiligen Zeit zu tun ist. Nicht zuletzt werden auch Fragen des Einkaufs und natürlich für das Kochen behandelt.
Das langfristig angelegte Programm wird auch möglich, weil die Aktion „Ackerhelden“ von der Deutschen Postcode-Lotterie gefördert wird. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige, staatlich kontrollierte Soziallotterie.

Maßgeschneidertes Programm

Für eine Kita der Hoffnungstaler Stiftung sei das Programm nahezu maßgeschneidert, sagt Wolfgang Kern, Kommunikationsleiter der Stiftung. Mit der eigenen Landwirtschaft, dem Anbau in den Werkstätten und nicht zuletzt mit der Bio-Molkerei könne den Kindern noch ein weiteres Umfeld für ihren Gemüseanbau erschlossen werden.
Diese Voraussetzungen haben die Biesenthaler Kita St. Martin auch für das Bildungsprojekt der „Ackerhelden“ interessant gemacht. Für 2020, so Susanne Seitter, seien Fördermittel eingeworben worden, die für jedes Bundesland die Durchführung von vier oder fünf Projekten ermöglichten. In Brandenburg habe davon neben dem Potsdamer Raum auch noch Biesenthal profitiert.
Dass es für die Kinder – mit Unterstützung der Erzieherinnen und Erzieher – demnächst einiges zu tun gibt, steht außer Frage. Kitakinder seien in der Lage, Aufgaben wie das Gießen, Jäten und Ernten untereinander zu verteilen und darauf zu achten, dass die Arbeiten erledigt werden, sagt Susanne Seitter. Und wenn die Kinder dann erleben, dass manche Salatblätter süß, andere etwa bitter schmecken, sei viel erreicht.