Kino: Corona-Neustart im Filmpalast Bernau
Die Leute haben Lust aufs Kino. Diesen Eindruck zumindest hat Charmain Fernandes in den vergangenen Tagen gesammelt. Fast täglich musste sie die Zettelkästen mit den Programmheften, die außen an den Türen des Filmpalastes Bernau hängen, neu bestücken. „Die waren immer leer“, berichtet die Kino-Chefin. Für sie ein gutes Zeichen mit Blick auf den heutigen Donnerstag, denn heute öffnet der Filmpalast wieder, nach fast 16 Wochen Corona-Pause.
Los geht der Kinobetreib um 11.30 Uhr mit der Komödie „Rettet den Zoo“ und dem Animationsfilm „Trolls World Tour“. Im Angebot des Filmpalastes ist zum Neustart noch ein weiterer Kinderfilm, dazu drei Action-Komödien und der deutsche Liebesfilm „Nightlife“ mit Zuschauer-Liebling Elyas M‘Barek. „Wir können kaum erwarten, dass es wieder losgeht“, gibt Fernandes zu.
Früherer Start möglich
Theoretisch hätte sie den Kinobetrieb in Bernau auch schon am 6. Juni starten können, seit diesem Tag ist er wieder erlaubt. Doch darauf hatte der Filmpalast – genau wie der Großteil der anderen Lichtspielhäuser in Brandenburg – verzichtet. Die Gründe: Das Filmangebot war zu gering, zudem brauchte der Neustart einiges an Vorbereitungszeit, auch wegen der Hygienekonzepte.
Kinogänger müssen sich nun, coronabedingt, auf einige Änderungen einstellen. So besteht im Filmpalast Bernau eine Maskenpflicht im Foyer, den Fluren und Gängen. Zudem gibt es spezielle Abstandsregeln in den drei Kinosälen. Etwa, dass zwischen Einzelpersonen oder Gruppen stets drei Plätze frei bleiben müssen. Und, dass jede zweite Reihe gesperrt ist.
Um Engpässe bei den Plätzen zu vermeiden, bietet es sich laut Charmain Fernandes deshalb an, die Tickets vorzubestellen. „Immerhin wollen wir ja keine Gäste wieder wegschicken müssen“, sagt die Bernauer Theaterleiterin.
Grundsätzlich blickt die 41-Jährige optimistisch auf den Neustart, eine Prise Ungewissheit bleibt aber. Werden die Vorstellungen wirklich gut besucht sein? Und was, wenn nicht?
„Ich denke schon, dass die Leute nach der langen Pause kinohungrig sind“, glaubt Fernandes. „Aber wir müssen hoffen, dass es keinen zweiten Lockdown gibt.“ Der erste hatte dafür gesorgt, dass die Vorhänge im Filmpalast seit dem 14. März unten bleiben mussten. Tausende Besucher blieben so weg. Und auch jetzt können die Säle nicht komplett gefüllt werden. Beispiel Kinosaal 1: Er bietet für 157 Menschen Platz, möglich sind durch Corona jetzt nur maximal 95.
Potentieller Kassenschlager
Was Fernandes positiv stimmt, ist, dass das laufende Kinojahr 2020 noch einige potentielle Kassenschlager im Angebot hat, so wie den neuen James-Bond-Film, der Mitte November starten soll. Außerdem gibt es im Filmpalast neben den bewährten „Sneak Previews“ noch einen besonderen Höhepunkt, nämlich: eine Musik-Film-Reihe, unter anderem mit Konzert-Mitschnitten von Pink Floyd, George Michael und David Garrett.
Im Übrigen hatte der erste Lockdown in der Geschichte des Bernauer Filmhauses sogar einen positiven Nebeneffekt, denn: Durch die Schließung war Zeit für ein paar Modernisierungen. Stühle wurden erneuert, Wände gestrichen und Teppiche ausgetauscht. „Dabei haben wir Kinokarten aus dem Eröffnungsjahr von 1995 gefunden“, sagt Fernandes. „Die wollen wir jetzt aushängen.“
Vier Lichtspielhäuser, ein Besitzer
Der Filmpalast Bernau wird seit 2019 von Charmain Fernandes geleitet. Kinobesitzer ist Peter Wagner. Er betreibt neben dem Filmpalast auch noch das "Movie Magic" in Eberswalde sowie zwei Häuser in Berlin: das "Thalia" in Steglitz und das "Casablanca" in Adlershof.
Wegen Corona waren die Vorhänge im Filmpalast seit 14. März zu. Heute erfolgt der Neustart. Das Programm umfasst aktuell sieben Filme, darunter den Kinder-Zeichentrickfilm "Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau", die Action-Komödie "Guns Akimbo" und den deutschen Liebesstreifen "Nightlife".
Hygieneregeln und das komplette Kino-Programm sind auf www.filmpalast-bernau.de zu finden.⇥red


