Klärwerk
: Klärwerk Bogensee vor dem Kauf

Verband NWA in aussichtsreichen Verhandlungen mit Berlin / Ützdorf bekommt 2019 zentrales Abwassernetz
Von
Hans Still
Zehlendorf
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  • Wurde arg vernachlässigt: Das Klärwerk in Bogensee braucht dringend Investitionen. Der Verband NWA will nach dem Kauf vom Land Berlin investieren und verfügt auch über die wasserrechtliche Genehmigung des Landkreises zur Ertüchtigung des Klärwerkes.

    Wurde arg vernachlässigt: Das Klärwerk in Bogensee braucht dringend Investitionen. Der Verband NWA will nach dem Kauf vom Land Berlin investieren und verfügt auch über die wasserrechtliche Genehmigung des Landkreises zur Ertüchtigung des Klärwerkes.

    Sergej Scheibe
  • Etwas abgelegen, aber idyllisch: In Bogensee leben auch heute noch in den Wohnblöcken viele Familien.

    Etwas abgelegen, aber idyllisch: In Bogensee leben auch heute noch in den Wohnblöcken viele Familien.

    Sergej Scheibe
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Der Niederbarnimer Wasser– und Abwasserverband (NWA) steht vor anspruchsvollen Aufgaben: 2019 soll es gelingen, vom Land Berlin die Kläranlage bei Bogensee zu erwerben. Außerdem steht die Erschließung von Ützdorf mit einer zentralen Abwasserleitung auf dem Programm.

Jahrelang, so berichtet Verbandsvorsteher Matthias Kunde, habe es Bemühungen des NWA gegeben, mit dem Land Berlin zum Verkauf des Klärwerkes bei Bogensee ins Geschäft zu kommen. Seit 2012 leider ohne messbaren Erfolge, wie Kunde beklagt. Doch Dank der zupackenden Art des neuen Barnimer Vizelandrates Holger Lampe sei es im Dezember 2018 nach einem Termin mit sämtlichen Beteiligten aus dem Barnim gelungen, in Berlin positive Signale zu erhalten. In diesem Monat könnte nun der Deal mit Berlin unter Dach und Fach gebracht werden.

In der Planung des NWA nimmt das für 1000 Einwohnergleichwerte gebaute Klärwerk einen wichtigen Platz ein. Dort soll später einmal das Ützdorfer Abwasser ankommen, denn der kleine Ortsteil mit seinen 22 Anschlüssen werde in diesem Jahr „mit Sicherheit“ erschlossen. Mehrere 100 000 Euro Investitionen plant der NWA beim Klärwerk, beispielsweise für neue Maschinen. „Das ist auch eine gute Nachricht für das Hotel und die Herberge in Ützdorf“, ist sich Kunde sicher.

Weitere Gelder fließen in diesem Jahr auch nach Wensickendorf, dort gehe die zentrale Abwassererschließung des Ortes so langsam in die Schlussphase über. Profitieren soll schließlich auch noch der Wandlitzer Ortsteil Stolzenhagen. In der Siedlung West werde 2019 mit dem Bau des Kanalnetzes begonnen. In Zühlsdorf war es dem NWA kurz vor Heiligabend gelungen, das Abwassernetz im südlichen Teil der Siedlung Fuchswinkel fertigzustellen. Drei Monate lang haben die Grundstückseigentümer nun Zeit, den Hausanschluss an das Kanalnetz legen zu lassen.

Der nördliche Teil der Siedlung Fuchswinkel werde in diesem Jahr erschlossen. „Nach dem Winter legen wir los. Ein Problem gibt es allerdings, wir müssen uns eng mit der Gemeinde abstimmen, denn im Fuchswinkel beginnt im südlichen Teil der Straßenausbau“, so Kunde. Langfristig stehe auch die Erschließung der Rahmersiedlung ins Haus. Zwischen 2020 und 2021 könnte dieses Vorhaben beginnen. Die ehemalige Wochenendsiedlung mausere sich immer stärker zu einer Wohnsiedlung, darum sei es eine „solidarische Aufgabe“, die Erschließung mit zentralem Abwasser in Angriff zu nehmen.

Immerhin 2,5 Millionen Euro nimmt der NWA in diesem Jahr für Abwasservorhaben in die Hand. Beim Trinkwasser fällt der Betrag mit 1,18 Millionen Euro deutlich geringer aus. Dabei stehen für das Trinkwasser wichtige Vorhaben ins Haus, das Netz muss dringend ausgebaut werden. Die starke und lang anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr führte nämlich nicht nur zu Rekordwerten bei der Förderung von Rohwasser, sie offenbarte auch gravierende Schwachstellen im Trinkwassernetz, wie Verbandsvorsteher Kunde darlegt. „Wir bilanzieren für 2018 insgesamt 1,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasserverbrauch, ein Spitzenwert. Der frühere Spitzenwert lag bei 1,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.“

Gezeigt habe sich im Wasserwerk Prenden, dass die Brunnen durchaus die nötige Menge an Rohwasser hergeben. Das Problem entstand allerdings beim Trinkwassernetz. „Anhand des geänderten Abnahmeverhaltens der Kunden kommen wir zur Erkenntnis, wir müssen parallele Trinkwasserleitungen bauen, um das Wasser in der nötigen Menge zu den Kunden zu bringen.“ Die Verteilung des Wassers habe sich als Nadelöhr erwiesen, daher werde in diesem Jahr eine zweite Ringschlussleitung von Prenden nach Wandlitz gelegt, die sich bis in den Wandlitzer Südteil fortsetzen soll. Auch in den kommenden Jahren müssten neue Leitungen geplant werden. „Diese Vorstellungen werden sich in der Fortschreibung der Trinkwasserversorgungskonzeption wiederfinden und ein Thema der Verbandsversammlung im Frühjahr 2019 sein“, kündigt Kunde an. Ebenfalls nicht unwichtig: Gebührenerhöhungen gebe es 2019 keine, die Preise bleiben stabil.