Vor rund einem Jahr startete Bernau sein Programm „1000 Bäume für Bernau“. Noch zum Ende des Jahres 2020 konnten die letzten Exemplare in die Erde gesetzt und die groß angelegte Pflanzaktion abgeschlossen werden. Sie zeigt, dass ökologische Vorhaben auch und gerade in Siedlungsgebieten realisiert werden können und sollten.
Erst in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung angesichts des Klimawandels für diverse Anpassungsstrategien in Bernau beschlossen.

Einheimische Baumsorten werden bevorzugt

Bei dem Projekt „1000 Bäume für Bernau“ kamen vor allem einheimische Baumsorten wie Eiche, Ahorn, Erle, Rotdorn und Vogelkirsche kamen zum Einsatz, hält die Bernauer Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung fest. Die ersten Exemplare wurden in der Neubauernsiedlung in Birkholz gesetzt.
Hier, wie auch in Birkholzaue und Börnicke, dominieren große, landwirtschaftlich genutzte Flächen die Landschaft, weshalb in diesen Ortsteilen entlang von Wegen zahlreiche Exemplare gepflanzt wurden. Sie sind ein willkommener Schattenspender im Hochsommer, verbinden Biotope, bieten Brutmöglichkeiten für Vögel und wichtige Kleintiere und sind phasenweise auch Blütenweiden für Bienen und andere Insekten.

Baumreihen verschönern mehrere Ortsteile

Besonders eindrucksvoll nimmt sich die Baumreihe in Börnicke aus, die sich über zwei Kilometer entlang des Vorwerks Thaerfelde dahinzieht.  Ein Teil der Bäume steht außerdem entlang des Fernradwegs Berlin-Usedom. Die letzten kleineren Pflanzungen wurden im Spätherbst in Schmetzdorf, „Am Kirschgarten“ und im Akazienweg durchgeführt.
„Mit dem Pflanzen zusätzlicher 1000 Bäume leistet Bernau einen Beitrag für Ökologie und Klimaschutz. Da wir diesen Weg weiter beschreiten wollen, ist bereits ein Nachfolgeprojekt angedacht – der Umfang und die  Modalitäten werden jedoch noch genauer bestimmt“, sagte Bürgermeister André Stahl.
Gut 740.000 Euro kostet das Programm „1.000 Bäume für Bernau“. Davon wurden 412.500 Euro von Seiten der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg getragen. Rund 330.000 Euro stammen aus dem Haushalt der Stadt.

Vorhaben für städtische Gebiete

Das Projekt zeigt, dass Vorhaben zur Verbesserung der ökologischen und klimatischen Bedingungen nicht allein in naturnahen Landschaften angesiedelt werden können, sondern auch in besiedelten Gebieten und Städten. Schon während des Vorhabens hatte Bernaus Baudezernent Jürgen Jankowiak dies unterstrichen. Als weitere Beispiele kämen im städtischen Bereich Begrünungen von Dachflächen und Fassaden in Frage. Auf diese Weise würde nicht nur zur Kühlung in heißen Sommern, die in urbanen Bereichen in der Regel für eine besonders starke Aufwärmung sorgen, beigetragen. Auch Insekten würden davon profitieren. Als besonders geeignet für Begrünungen gelten großflächige Neubauten.

Geld fließt wieder zurück in die Gemeinden

Die Stiftung NaturSchutzFonds verfolgt mit der Unterstützung ökologischer Vorhaben zugleich eine Form der Regionalentwicklung. Immer häufiger wird auch in Barnimer Kommunen beklagt, dass die Ausgleichszahlungen, die bei Bauvorhaben insbesondere für Versiegelungen des Bodens gezahlt werden müssen, nicht der Region zugute kommen. Oftmals fehlen dafür geeignete Flächen oder sie befinden sich nicht im Eigentum der jeweiligen Gemeinde. Erklärtermaßen will die Stiftung mit ihrer Förderung dafür Sorge tragen, dass Gelder wieder in die Städte und Gemeinden zurückfließen, von denen sie in Form der Ersatzzahlungen an das Land entrichtet und an die Stiftung weitergeleitet wurden.