Mit 20 Jahren in die Kommunalpolitik? Für Clemens Herrmann aus Panketal ist das eine logische Entscheidung. Der Student des Bauingenieurwesens an der TU Berlin folgt damit gewissermaßen seinem Vater Tobias Herrmann nach. "Ich bin damit aufgewachsen, dass wir über Abläufe diskutiert haben, den Werdegang von Entscheidungen in der Gemeindevertretung konnte ich so miterleben", berichtet der freundliche junge Mann. So habe er früher schon Flyer verteilt, ein Praktikum bei dem Landtagsabgeordneten von BVB/Freie Wähler, Péter Vida, absolviert und einfach gern diskutiert. "Ich halte es für eine Klischee, dass sich junge Leute nicht für Politik interessieren", macht Herrmann selbstbewusst klar.
Seine Freundin bremst ihn manchmal. Denn eigentlich ist der Alltag des 20-Jährigen ausgefüllt. Neben seinem Studium spielt er ehrenamtlich in der katholischen Kirche in Bernau die Orgel. "Ich habe acht Jahre lang Klavier gelernt, dann fehlte eine Organist in unserer Gemeinde. Nun nehme ich bei Organistin Britta Euler Unterricht", beschreibt er. Mit einem Abi-Schnitt von 1,4, den er am Bernauer Paulus-Praetorius-Gymnasium erreichte, weiß er, wie wichtig ein gutes Zeitmanagement ist. "Aktuell frisst der Wahlkampf viele Stunden, aber ich würde sehr gern mitreden in Panketal", macht Clemens Herrmann deutlich. Seine Mutter Christine Herrmann steht auf der Liste von BVB/Freie Wähler für den Kreistag, die 23-jährige Schwester Helene für die Gemeindevertretung Panketal. Nur Vater Tobias will sich mehr der Familie widmen, nachdem er viele Jahre dem Ortsentwicklungsausschuss vorstand. Und die kleine Schwester Margarete, gerade zehn Jahre alt, geht noch fleißig zur Schule. "Wer weiß", lacht Clemens Herrmann.
Ins Ausland gehen wie andere Absolventen, das wollte der junge Mann nie. "Ich halte mich für bodenständig", sagt er. Mit Freunden zu diskutieren, mit der Freundin ins Konzert zu gehen, das ist schon eher seins. Im Sommer will er mit seiner großen Schwester 120 Kilometer auf dem Jacobsweg wandern.
Der junge Kandidat strahlt Ruhe und Besonnenheit aus. Er lacht gern und wägt ab: "Meinungen bewerte ich nicht über, ich denke, keine Gruppe sollte ausgegrenzt werden. Das wäre für die Demokratie schädlich." Dass es BVB/Freie Wähler sind, für die er antritt, sei für ihn klar: "Ich bin gern unabhängig", sagt er. Mit 18 Jahren stand er für die Freien Wähler in Berlin-Pankow zur Bundestagswahl auf deren Liste, als Testlauf quasi. Diese Mal soll es aber nun klappen, hofft der 20-jährige Panketaler.