Lokalpolitik: Hospiz in Wandlitz geplant
Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal trägt sich mit dem Gedanken, in Wandlitz ein Hospiz zu errichten. Das bestätigte Geschäftsführer Martin Wulff gegenüber der MOZ. Als möglicher Standort wurde das Gelände der Kirchstraße 11 in Wandlitz–Dorf ins Auge gefasst.
Es ist eine noch junge Idee, die aber schon mit Begeisterung aufgenommen wurde. So beschäftigte sich die Wandlitzer Arbeitsgruppe "Nutzungskonzept Kirchstraße 11“ mit den Plänen und stimmte der Idee einstimmig zu. Das Hospiz würde hervorragend ins Konzept der Kirch–straße 11 passen, das später unter anderem einen Bürgergarten und ein Café im Lehnschulzenhaus vorsieht.
Konkret geht es um ein Hospiz, das unter dem Namen „Leben bis zuletzt“ Familien, Freunden und Angehörigen die Gelegenheit gibt, trotz lebensbedrohlicher Krankheit oder trotz des hohen Alters nah beieinander zu sein. 16 Einzelzimmer sind im Vorentwurf vorgesehen, das Hospiz könnte als eingeschossiger Bau in Holzbauweise entstehen. Weitere Räume der Begegnung gestatten angesichts des nahen Todes eine respektvolle Sterbebegleitung.
Trotz der bereits sehr positiven Reaktionen in Wandlitz zeigt sich Geschäftsführer Wulff demonstrativ zurückhaltend. „Die Pläne sind jetzt in der Öffentlichkeit, aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern. Zunächst entscheiden die Wandlitzer Gemeindevertreter darüber. Wenn sie dem Hopiz–Gedanken zustimmen, dann werden wir am Tag danach mit der Wandlitzer Verwaltung die Verhandlungen aufnehmen“, so Wulff.
Wie er weiter sagt, liege der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal ausdrücklich daran, im Einklang mit den Partnern und der Wandlitzer Bevölkerung zu einer Entscheidung zu gelangen. „Uns wäre wichtig, dass das Areal immer für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Das gilt für den Bürgergarten und natürlich auch für den Seezugang“, heißt es weiter. Als ideal werde die Infrastruktur eingeschätzt, die für den Standort eines Hospizes von erheblicher Wichtigkeit sei. Die erforderliche Erreichbarkeit des Hauses wäre für die Angehörigen durch die gute Bahn– und Straßenanbindung von Wandlitz gegeben. Auch befinde sich in naher Entfernung zur Kirchstraße 11 ein Hotel, in dem Angehörige übernachten könnten. „Unser Ziel ist es, diese Verhandlungen zu einem guten Ergebnis zu führen“, sagte Wulff, der zudem auf die Hospiz–Tradition der Stiftung verwies. So begeht gerade heute das Lazarus Hospiz in Berlin das 20. Jubiläum. Eigens zu diesem Ereignis brachte die Stiftung einen Bildband heraus, der durch Beiträge von Hospiz–Mitarbeitern die Arbeit in der Einrichtung anschaulich werden lässt.
Wie in Wandlitz ebenfalls vorgesehen, bietet das Lazarus Hospiz 16 Einzelzimmer. Für die Betreuung der Bewohner sind 30 Mitarbeiter in Vollzeit angestellt.
Mehr als zwei Millionen Euro würde die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in das Wandlitzer Hospiz investieren. Zudem gibt es bereits Ideen für weitere Projekte, die letztlich zur Wirtschaftlichkeit beitragen sollen. Denn natürlich geht es auch bei einem Hospiz um Finanzen. So könnte der Bürgergarten von Lobetal gebaut und unterhalten werden. Die Hoffnungstaler Werkstätten für Menschen mit Behinderung könnten Verantwortung für die Grünanlagen und deren Pflege übernehmen. Zuvor sind allerdings die Gemeindevertreter gefragt.


