Marathon: Wandlitzerin erläuft Medaille beim Balaton Supermarathon

Silke Stutzke beim 12-Stunden-Lauf in Barcelona
privatDie Wenigsten kommen wohl auf die Idee zum Laufen zu verreisen. Für die Hobbyläuferin ist es aber die beste Möglichkeit ihr Hobby auszuüben: „Das Angebot an solchen Laufveranstaltungen in Deutschland ist ziemlich knapp.“
Der Plattensee ist die wohl facettenreichste Landschaft Ungarns. Das Hinterland des Nordufers wurde von aktiven Vulkanen geformt, die Berge des Dolomit–Hochlandes sind weit sichtbar. An den Stränden des Südufers ist das Wasser flach. Man kann an einigen Stellen hunderte Meter weit in den See laufen, was die Südseite zu einem Paradies für Kinder und Familien macht. Für diese Annehmlichkeiten hatte Silke Stutzke allerdings keine Zeit: „Man lebt ein bisschen in einem Mikrokosmos. Laufen, essen, schlafen. Darauf reduziert es sich.“
Die Orte an der Balatonküste reihen sich wie Zugwaggons aneinander, viele Häuser sind allerdings fast ausschließlich für den Tourismus gedacht. Da der Lauf außerhalb der Tourismus–Saison stattfindet, lief sie durch verlassene Feriensiedlungen. „Geisterhaft“, so die Ultraläuferin. Lebhafter waren die Laufbedingungen. Am ersten Tag ging es sonnig los, bevor Wind und Regen auf den hügeligen Folgeetappen das Laufen erschwerten. Dass sie auch bei diesen Bedingungen so mithalten konnte, macht die 51–Jährige stolz: „Ich kann es doch noch.“ Auch nach 17 Jahren als Hobbyläuferin. Der Lohn des Ganzen ist eine große Medaille mit Zielzeit drauf, ein Freistart im kommenden Jahr und eine Einladung für den Budapest Marathon im Oktober.
Der Etappenlauf um den Balaton war für Silke Stutzke allerdings nur der erste Höhepunkt in diesem Jahr. Im April wird sie an einem 6–Stunden–Lauf in Herne teilnehmen, im Sommer warten die 100 Meilen von Berlin und im Oktober wird sie sich die Einladung nach Budapest nicht entgehen lassen. Es werden also noch viele Kilometer abgespult. Unter anderem wollte Stutzke auch beim „baff“ Natur–Marathon in Marienwerder antreten. Dieser wurde von den Organisatoren in Absprache mit dem Gesundheitsamt abgesagt, wie ein Sprecher erklärte. Rund 800 Läufer hatten sich bis Donnerstagnachmittag angemeldet. Die Entscheidung musste aber getroffen werden, da das Ansteckungsrisiko zu hoch gewesen wäre. Mit Publikum hätte die Veranstaltung weit über 1.000 Menschen angezogen. Das wäre derzeit unverantwortlich, so die Organisatoren. Ob der Lauf wiederholt wird oder einfach ausfällt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. In den kommenden Wochen ist aber nicht damit zu rechnen.
