Munition gefunden: Bernau bereitet sich auf Evakuierungen vor – A11 wird gesperrt

Die Minen wurden bei Bauarbeiten an der Schwanebecker Chaussee in Bernau gefunden. Auf dem Gelände des früheren Heeresbekleidungsamtes entsteht ein neues Stadtviertel bis zu 2000 Wohnungen (Archivbild).
Tilman Trebs- 211 Panzerabwehrminen in Bernau gefunden.
- 197 Minen transportfähig, 14 müssen gesprengt werden.
- Sperrung der A11 und Schwanebecker Chaussee Ende Juni.
- Evakuierung von Teilen des Stadtteils Lindow geplant.
- Bauarbeiten am früheren Heeresbekleidungsamt betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei Bauarbeiten auf dem Gelände des früheren Heeresbekleidungsamtes an der Schwanebecker Chaussee in Bernau sind 211 Panzerabwehrminen aus sowjetischer Produktion gefunden worden. Das teilte Bürgermeister André Stahl (Linke) am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung mit.
Nach Angaben Stahls seien die Kampfmittel bereits in der vergangenen Woche entdeckt worden. 197 der Minen seien vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) als transportfähig eingestuft worden. Sie sollen abtransportiert werden.
14 Minen müssen in Bernau gesprengt werden
14 weitere Minen hingegen seien noch scharf und müssen vor Ort gesprengt werden, so Stahl. Das soll Ende Juni geschehen. Einen genauen Termin konnte der Bürgermeister noch nicht nennen. Die Abstimmungen mit den zuständigen Behörden laufen. Man werde rechtzeitig informieren.
Die Sprengungen werden die Bernauer Ende Juni aber zu spüren bekommen. Denn an der Schwanebecker Chaussee muss dann ein Sperrkreis eingerichtet werden. Wie groß er sein wird, ist noch unklar. „Wir werden zeitweise sowohl die Autobahn A11 als auch die Schwanebecker Chaussee sperren müssen“, erklärte Stahl gegenüber unserer Redaktion. Der Bahnverkehr werde aber nicht betroffen sein.
Während der Sprengung werden auch Teile des Stadtteils Lindow evakuiert. Stahl geht von einigen Dutzend Gebäuden aus. Die Stadt werde sich um alternative Anlaufstellen kümmern, in denen betroffene Bewohner die Sprengungen abwarten können.
Einschränkungen nicht so stark wie in Oranienburg
Anders als bei Bombenentschärfungen in Oranienburg, die sich oft über einen ganzen Tag hinziehen, geht André Stahl davon aus, dass die Beseitigung der Kampfmittel in Bernau wesentlich zügiger über die Bühne geht. „Die Einschränkungen werden eher von kürzerer Dauer sein.“
An der Schwanebecker Chaussee wird zurzeit das frühere Heeresbekleidungsamt, das nach dem Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee als Kaserne genutzt wurde, zu einem Wohngebäude umgebaut. Auf dem Gelände entstehen weitere Wohnhäuser mit bis zu 2000 Wohnungen. Auch eine Schule und zwei Kitas sind dort geplant. Inwieweit die Bauarbeiten durch den Munitionsfund beeinträchtigt werden, konnte André Stahl am Donnerstag nicht sagen.

