Naturschutz: Grünes Klassenzimmer

Vision "Grünes Klassenzimmer": Thomas Haase hat 2017 eine Weiterbildung zum Fachberater für essbare Wildpflanzen absolviert und ist damit einem lange gehegten Interesse nachgegangen. Der Verein Guthi plant hier auch einen Lernbereich mit Lehrküche.
Kerstin Ewald„Die älteren Elisenauer können über das Gelände bestimmt einige Geschichten erzählen“, glaubt Thomas Haase vom Verein Guthi, „Viele haben vielleicht noch im See gebadet.“ Der See von Elisenau liegt auf dem Grundstück, das Thomas Haase 2013 käuflich erworben hat. Vor der Wende hat die Blumberger LPG Pomona die Ufer zugänglich gehalten, die heute von einem Weidendickicht überwuchert sind.
Nun hat sich der Bernauer Haase mit einigen Freunden, mit seiner Frau und den beiden Töchtern etwas Besonderes ausgedacht. Als Guthi e.V. (Gärtnern und Tiere halten in Elisenau) haben sie sich zu elft zusammengetan, um auf dem Gelände am Grenzweg einen „Ewilpa“- einen öffentlich zugänglichen „essbaren Wildpflanzen-Park“ anzulegen, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Kenntnisse über „pflanzliche Urernährung“ vermitteln soll.
Feuchtwiesen, Blühwiesen, Streuobst, Beeren, Heilkräuter und ein „grünes Klassenzimmer“ beinhaltet das Konzept nach Vorbild des Allgäuer Markus Strauß. Wenn der Plan aufgeht, könnte Elisenau um einige Naturschönheiten, einen Ort für Umweltbildung und eine Attraktion reicher sein.
Die ersten Arbeiten wollen die Mitstreiter von Guthi aus eigener Kraft stemmen. Für die größeren Projekte wünschen sie sich Unterstützung der Öffentlichkeit und auch finanzielle Förderung aus geeigneten Programmen wie beispielsweise dem Streuobstprogramm des Landkreises Barnim. Anfangen wollen die Naturliebhaber in den nächsten Wochen.
Zuerst werden sie ein Areal in der Nähe des lila Bauwagens zur Feuchtwiese umwandeln. „Zur Vorbereitung fräsen wir den Boden, sähen und pflanzen dann Feuchtigkeit liebende Wildpflanzen, wie Beinwell, Mädesüß, Wasserminze und Sumpf-Kohldistel-pflanzen, die Laien kaum geläufig sind, die aber alle essbar sind.“ Ebenfalls noch in diesem Frühjahr wird eine Ackerbrache für einjährige Wildpflanzen angelegt.
Im Herbst knöpfen sich die Aktiven von Guthi dann die600 alten Pflaumenbäume vor. Ein Großteil der Kurzstämme soll einheimischen Apfel-, Birnen, Quitten-, Kirsch-, Maulbeer-, essbaren Ebereschen- und Mispelsorten weichen. Bald sollen dann auch Schafe die Mitstreiter bei der Landschaftspflege unterstützen.
In den nächsten Jahren wird das Wildkräuter-Paradies dann Schritt für Schritt ausgebaut, Hochbeete angelegt, der Zugang verlegt, der Eingangsbereich barrierefrei umgestaltet, ein Teich an der Landstraße renaturiert und – als größte Herausforderung – ein Draußen-Klassenzimmer angelegt.
Information: Der Verein ist für weitere Mitstreiter offen;Kontakt über Thomas Haase, Telefonnummer 0173 9814593
