Aber warum um alles in der Welt macht hier einer bei Ebay Schluss mit der Alten Dame? Will er etwa die Seiten wechseln und zu Union Berlin "rübermachen"?
Neitzel muss lachen bei der Frage. "Nein, nein", entgegnet er amüsiert. Nix Union. Der Grund ist ein ganz anderer: "Ich schaffe es berufsbedingt kaum noch ins Stadion, außerdem brenne ich jetzt für eine andere Sportart", erklärt Neitzel. Und die andere Sportart, das ist American Football. "Beim Fußball gibt es immer dieses endlose Ballgeschiebe und wenn man die Spieler nur anhaucht, fallen sie um", ärgert sich der gebürtige Berliner, der früher selbst gekickt hat, über den heutigen Fußballstil. "Beim Football ist alles anders, da wechselt der Ballbesitz öfter, es ist Spannung drin – und mehr Härte", schwärmt der Fan der Green Bay Packers.
Nur ein Schal ist unverkäuflich
Ganz auf Hertha will Neitzel, der mit Frau Nancy seit 2018 in Bernau lebt, aber nicht verzichten. "Ich will gern mal mit meiner vierjährigen Tochter Leena ins Stadion, wenn sie etwas älter ist." Außerdem gibt es ein bedeutendes Fan-Utensil, von dem sich Neitzel dann doch nicht trennen will: den Hertha-Schal mit der Aufschrift: "Danke Papa, dass ich ein Berliner Jung geworden bin". Denn diesen Text verbindet Thomas Neitzel mit seinem Vater Andreas, der ihn 1997 einst zu seinem ersten Hertha-Spiel mit ins Olympiastadion genommen hat. "Das war geil und das werde ich nie vergessen."