Ortsbeirat
: Alter Name, neue Mannschaft - Wahl in Zerpenschleuse

Weil dem Zerpenschleuser Ortsvorsteher Marco Scafaro im Ortsbeirat die Mitstreiter ausgingen, wird am Sonntag neu gewählt.
Von
Hans Still
Zerpenschleuse
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Haben ihre Werbeflyer mitgebracht: Marco Scafaro und Joerg Kramer (re. ) aus Zerpenschleuse stehen gemeinsam mit zwei anderen Kandidaten am Sonntag für den Ortsbeirat zur Wahl. Scafaro will wieder Ortsvorsteher werden.

Hans Still

Also mussten zwangsläufig Neuwahlen angesetzt werden, um eine Fremdbestimmung des Ortsteiles mit seinen immerhin 886 Einwohnern zu verhindern. „Mit der neuen Truppe wird das anders, wir ziehen an einem Strang“, ist sich Scafaro nunmehr sicher. Zur Verstärkung bringt er zum Termin Joeg Kramer mit. Der 40-jährige stämmige Zerpenschleuser arbeitet in Klosterfelde beim Holzbetrieb „Karibu“. Scafaro nennt sich selbst Projektleiter und Student, denn er bewältigt neben seinem Praktikum in einem Bundesamt gerade ein Duales Studium mit dem Ziel, den Abschluss als Verwaltungsfachwirt zu erlangen.

Zuvor aber sollen die Bürger von der Schlagkraft des neuen Ortsbeirates überzeugt werden. Seit 2014 besteht das Bündnis „Wir für Zerpenschleuse“, zirka 13 Beteiligte arbeiten seit Jahren ständig in Arbeitskreisen zusammen. „Einige organisieren, andere kümmern sich um den Naturschutz, um Tempo-30-Zonen oder um den Zustand der Straßen“, beschreibt Scafaro das gemeinsame Tun. In Vorbereitung sei zudem die Gründung eines gleichnamigen Vereins.

Anknüpfen möchten die Akteure an die Arbeit, die im ehemaligen Ortsbeirat geleistet wurde. „Es ist ja was passiert, obwohl natürlich das Eingehen des Ortsbeirates mit Enttäuschung aufgenommen wurde“, weiß Scafaro.

Ideen für neue Brücke über den Langen Trödel

Er sieht beispielsweise die jüngsten Tempo-30-Regelungen als Erfolg an. Zerpenschleuse werde insgesamt jetzt in der Gemeindeverwaltung deutlich besser wahrgenommen, aber an dieser Stelle will der neue Ortsbeirat noch nachlegen. An Ideen mangelt es nämlich nicht, wie die Aufzählungen von Joerg Kramen und Marco Scafaro zeigen. Beispielsweise benötigt der Ort dringend Bauplätze für weitere Eigenheime. Die Verlängerung der Schleusenstraße oder in der zweiten Reihe an der L100 böten dafür Möglichkeiten. Ebenfalls wünschenswert: Eine weitere Brücke über den Langen Trödel, die in Nähe der Schleuse entstehen könnte und damit das Hafendorf besser anbindet. Wären beispielsweise auf dem Schleusentor entsprechende Aufbauten möglich, ließe sich so ein Übergang mit allen geforderten Sicherheitsvorkehrungen errichten. Weitergehen soll es auch beim Projekt Bürgerbus, das nach dem Start im Februar von den Corona-Vorhersagen ausgebremst wurde. 20 Mitglieder sind bereits im Verein, der inzwischen ins Vereinsregister aufgenommen wurde. Ein Problem stellt zudem der unbeleuchtete Radweg von Zerpenschleuse zum Bahnhof dar. Dazu gibt es ebenfalls Ideen.

Neben Kramer und Scafaro treten noch Michael Geißler und Ricardo Polack (beide „Wir für Zerpenschleuse") an. Gewählt wird am Sonntag von 8 bis 18 Uhr.