Ortsbeirat: Zwei Bewerber für das Gemeinschaftszentrum in Schönwalde

Wagt Neues: Tobias Trinkl möchte mit seiner Backwerkstatt im künftigen Gemeindezentrum Schönwalde ansässig werden. Er brachte zur Vorstellung seines Konzeptes frische Brötchen mit.
Hans StillDer Reihe nach erzählt, bekam zuerst Dana Waschinsky-Wolff vom Verein „Herzenssache - Nähen für Sternchen und Frühchen“ die Gelegenheit, den Verein und das Anliegen vorzustellen. Dabei muss die Schönwalderin keineswegs bei Null anfangen – seit 2016 nähen, stricken oder häkeln die Vereinsmitglieder und die Unterstützer für betroffene Eltern, Kliniken oder Bestatter Kleidung für Sternchen und Frühchen. Ein Viertel aller deutschen Krankenhäuser beliefert der Verein, neuerdings gibt es auch Kontakte nach Österreich. Das Raumkonzept klingt überzeugend. Endlich soll „die Reiserei“ mit den Nähmaschinen beendet werden, sodass eine Nähstube mit zirka 15 Arbeitsplätzen konzipiert wurde. Der Verein benötigt ein Fertiglager und natürlich einen Vereinsraum. „Wir werden die Ortsmitte beleben“, verspricht die Vereinschefin. Beispielsweise mit Lesungen, mit Beratungen für Betroffene, Workshops an der Nähmaschine und anderen Aktivitäten. Kooperationen mit der Bibliothek gelten als sicher, ebenso willkommen ist die Nähe zur Post, da der Verein etliche Pakete zu versenden hat. Nur ungern, das macht Dana Waschinsky-Wolff klar, würde sie den Vereinssitz in Schönwalde abmelden.
Gesunde Ernährung und gläserne Bäckerei
Mit einem völlig anderen Konzept stellte sich anschließend der 52-jährige Tobias Trinkl vor. Er verdient seine Brötchen derzeit im Verlagsgeschäft, würde diese Situation aber gern ändern, indem er eine handwerkliche Bäckerei eröffnen und eigene Brötchen und Brote backen möchte. „Keine Chemie, keine Fertigprodukte“, verspricht der Schönwalder, der in Eberswalde bei Bäcker Björn Wiese als Praktikant in eine Ausbildung ging und sich die notwendigen Fertigkeiten und das Wissen aneignete. Sein Konzept orientiert in Richtung gesunde Ernährung und einer gläsernen Bäckerei. „Ich will mir in der Tat auf die Finger schauen lassen, wenn ich backe“, berichtete Trinkl den Mitgliedern des Ortsbeirates und den Vertretern der Verwaltung. Mehl, Salz und Wasser gehören in den Sauerteig, zudem braucht es Zeit, um Brötchen und Brote zu backen. Dieses Konzept könnte laut Trinkl aufgehen, indem er zum Start im ersten Quartal 2021 an fünf Tagen morgens backt und nachmittags verkauft plus samstags öffnet. „Ich würde tatsächlich mit Brot und Brötchen starten und bin selbst sehr gespannt, was die Schönwalder so wollen“, zeigt sich der angehende Bäcker erwartungsfroh. Angesichts der kleinen Fläche will er zu Beginn nur wenige Plätze in der Bäckerei anbieten, fragte aber an, ob draußen die Möglichkeit dafür bestehen würde. Und er verzichtet vorerst auf Kuchen, denn sein Ziel ist es offenbar, mit überschaubarem Risiko und eigener Kraft zu starten, ohne gleich das ganze denkbare Spektrum einer kompletten Bäckerei anpacken und abdecken zu wollen.
Für Ortsvorsteherin Bohnebuck ein tragfähiges Konzept. „Kein Bäcker wird es schaffen, Aldi oder Lidl Konkurrenz zu machen. Aber dieses Konzept einer Sauerteig-Bäckerei könnte aufgehen, der Ortsbeirat ist daran sehr interessiert.“
