Pendler: Nächste Sperrpause kündigt sich an

Massige Stahlträger: Die Brücke über die Panke unweit des Schulcampus in Panketal ist schon fortgeschritten. Sie markiert eine von vier Großbaustellen im Gemeindegebiet. Die Deutsche Bahn investiert 30 Millionen Euro, um marode Bauwerke für S- und Fernbahnen zu ersetzen. In Panketal dauern die Arbeiten noch bis Anfang 2020. Dann geht es an der Brücke über die Schönerlinder Straße weiter.
Sergej ScheibeUnd wieder war am Montag alles dicht. Die für den Autoverkehr geschlossene Sellheimbrücke zwischen Berlin–Blankenburg und Karow mit der Umfahrung über die L200 im Niederbarnim ließ am Abend die Kolonne kilometerlang wachsen.
Dass die Arbeiten nötig sind, bezweifelt kaum einer. Bis zum 15. Juni wird der Fahrbahnbelag erneuert. Nur die Linienbusse dürfen durch, ebenso Fußgänger und Radfahrer. Die Pendler, die täglich über den Karower Damm und die Blankenburger Chaussee Richtung Barnim oder Berlin müssen, sind genervt. So schreibt Kathel Kowski auf Facebook: „Sicher sind die Baumaßnahmen in ihrer Gesamtheit mehr als notwendig. Nur hätte ich mir mehr Kommunikation seitens der Planer gewünscht, damit das eingetretene Chaos versucht wird, kleinzuhalten.“ Erst am Dienstag sollte die B 109 geöffnet werden. Durch eine Havarie an der Wasserleitung kommt diese Entlastung verzögert zum Tragen.
Zwei Wochen Unterbrechung
Doch damit nicht genug: Ab 24. Juni müssen sich auch die Fahrgäste der S2 und der Regionalbahnen im Barnim auf neue Einschränkungen einstellen. Wie Projektleiterin Caroline Lucke von der DB Netze mitteilt, werden bis zum 8. Juli die Fernbahngleise betroffen sein.
Zunächst arbeiten die Bautrupps über der Bahnhofstraße in Röntgental an den Hilfsbrücken und verschieben Gleise in die vorgesehene Endlage. Dazu sind Oberleitungsarbeiten nötig. Die Bahnhofstraße wird dafür vom 24. bis zum 27. Juni für die Durchfahrt gesperrt. Röntgentaler kennen das schon und müssen recht weite Umfahrungen einkalkulieren. In dieser Zeit werden dann auch die Bestandsbrücken endgültig abgebrochen, beschreibt die Projektleiterin.
Für die Schönower Straße am S–Bahnhof Zepernick bedeutet das, dass zunächst noch fehlende Anschlussbohlen verlegt werden, um die Steifenkonstruktion für die neue Brücke zu realisieren. „Damit sichern wir den Bau“, verdeutlicht Lucke. Ein großer Autokran kommt dabei zum Einsatz, der auch dazu führt, dass es für Fußgänger und Radfahrer eng werden kann. „Wir haben den Feinplan noch nicht, werden aber kurzfristig informieren“, verspricht Caroline Lucke. „Neben Norma steht bereits eine Spundwand, was gut zu sehen ist. Wir müssen von dort aus die Kopfbalken schalen“, beschreibt sie. „Außerdem sind Rammarbeiten nötig. Wir wollen aber sichern, dass die Fußgänger weitestgehend Zugang behalten.“
Zügig voran geht es an der Brücke über den Feldweg, die vorgefertigt und am Ende nur noch nach oben gehoben wird. „Die Bodenplatte ist schon fertig“, erläutert die DB–Netze–Fachfrau.
30 Millionen Euro investiert die Bahn AG am Standort Panketal. Zeitgleich werden aktuell vier Brückenbauwerke erneuert. Eine Stahlbrücke über die Schönower Straße wiegt bis zu 50 Tonnen und muss mit einem Kran eingehoben werden, ähnlich wie es an der Zepernicker Chaussee zwischen Bernau und Panketal war. Mit viel Fingerspitzengefühl müssen die Arbeiter dann vorgehen, um den Koloss passgenau einzufügen. Die Arbeiten dauern noch bis Anfang 2020.