Präzisionsarbeit in Stolzenhagen: Einsatzwagen passt nur mit Tricks ins Feuerwehrgerätehaus
Zuletzt nutzte Wehrleiter Christoph Hausmann den Wandlitzer Bauausschuss, um das Problem der Wehr vorzutragen. Seit 2006 gebe es nämlich schon Planungen für ein neues Gerätehaus der Stolzenhagener Wehr. Getan hat sich nicht viel. Seit zirka zwei Jahren fokussierten sich nun die Hoffnungen der Feuerwehrleute auf ein Grundstück der Gemeinde, auf dem ehemals eine alte Wäscherei ihren Platz hatte. Zudem wurde unter der früheren Bürgermeisterin Jana Radant eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben – das klang schon mal nach Fortschritt.
Doch nunmehr ist klar, auf diesem Grundstück wird es kein neues Feuerwehrgerätehaus geben. Der Grund entbehrt nicht einer gewissen Komik: Die Zufahrt zum Grundstück ist laut Kämmerer Christian Braungard erstens nur drei Meter breit und damit zu schmal. Und zweitens wurde ein vorgelagertes Grundstück auf Erbpacht vergeben, sodass entsprechende Wegerechte eingeräumt werden müssten. „Der Verwaltung ist da ein kleines Missgeschick passiert“, umschrieb Bürgermeister Oliver Borchert im Bauausschuss die Situation, um sie dann, übereinstimmend mit Braungards Darstellungen, zu erklären. „Wenn wir an dieser Stelle einen Neubau errichten würden, und dann kommt die Feuerwehr nicht rauf oder runter, dann hätte die Verwaltung wohl Mist gebaut“, endete Borchert achselzuckend. Vor diesem Hintergrund stoppte der Bürgermeister die beauftragte Machbarkeitsstudie in der bisherigen Form, auch das liegt nahe.
Fahrzeug-Ersatz gilt als sicher
Trotzdem wollen die Stolzenhagener Feuerwehrleute dran bleiben. „Wir brauchen eine zeitnahe Lösung“, beharrte Hausmann im Bauausschuss. "Ich kann in sechs Wochen Amtszeit nicht die letzten acht Jahre meiner Vorgängerin aufholen“, bat Borchert um Verständnis und versprach, das Thema bleibe aktuell.
Tatsächlich rückt jetzt nämlich das bisherige Grundstück der Feuerwehr wieder in den Mittelpunkt. Es verfügt über eine ansprechende Größe und bietet somit den Platz, den die Feuerwehr benötigen würde. „Der mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Planer hat jetzt den Auftrag zu prüfen, ob sich die bisherigen Untersuchungen auch auf das bestehende Gebäude übertragen lassen“, bestätigt Borchert am Montag. Und die Gemeindewehrleiterin Anke Müller erinnert daran, dass die Voraussetzungen im Gebäude immerhin nicht so schlecht sind. „Unter Udo Tiepelmann wurde 2009 und im Jahr darauf die Küche und der Schulungsraum saniert, auch die Umkleideräume sind neu. Wir haben hier das Problem mit der zu kleinen Garage, aber vielleicht löst sich das ja in absehbarer Zeit.“
Klar ist immerhin: Wenn Lanke noch in diesem Jahr ein neues Tanklöschfahrzeug bekommt, dann geht das Lanker Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) nach Stolzenhagen. Das wäre dann baugleich mit dem bisherigen Fahrzeug der Stolzenhagener. Auch dort müssten die Spiegel angeklappt werden, aber es wäre um einige Jahre jünger als das jetzige Gefährt aus dem Jahr 2001.
Der Bau eines neuen Gebäudes kann frühestens im Jahr 2022 beginnen.


