Preiserhöhung: Verband NWA langt 2020 stärker zu

ARCHIV - 12.08.2019, Berlin: An einem Wasserspender der Berliner Wasserbetriebe füllt sich ein Passant seine Trinkflasche mit Wasser auf. (zu "Reform von EU-Richtlinie sieht mehr öffentliche Wasserspender vor") Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Jörg CarstensenDie Kunden des Niederbarnimer Wasser– und Abwasserverbandes (NWA) müssen sich mit Beginn des neuen Jahres auf gestiegene Preise einrichten. In allen drei Sparten verlangt der Verband künftig mehr. Verbandsvorsteher Matthias Kunde spricht von einer „moderaten Preisanpassung“. Demnach steigt für den Beitragszahler der Preis für den Kubikmeter Trinkwasser von 1,02 Euro auf 1,10 Euro. Gebührenzahler müssen 1,57 Euro pro Kubikmeter löhnen. Beim zentral entsorgten Abwasser fallen für den Beitragszahler statt der bisherigen 2,40 Euro künftig 2,50 Euro an, 3,58 Euro müssen die Gebührenpflichtigen pro Kubikmeter berappen. Eine kleine Erhöhung um einen Cent.
Teurer wird auch die mobile Entsorgung, die für die Zukunft ohnehin Fragen aufwirft. Von sieben Euro auf 7,60 Euro steigen im neuen Jahr die Kosten je Kubikmeter, hinzu kommt eine Jahresgrundgebühr von 32 Euro, die schon länger verlangt wird. Bei der mobilen Entsorgung seien Kostensteigerungen auch zukünftig unvermeidlich, war am Mittwochabend auf der Verbandsversammlung zu erfahren. Derzeit fährt der Dienstleister des NWA 4437 Gruben an, diese Zahl werde durch die Erschließungsarbeiten in Wensickendorf und Zühlsdorf nach und nach geringer. Allerdings steigen seit Jahren die Transportkosten, wie auch Ersatzteile teurer werden und die Personalkosten regelmäßig zulegen. „In anderen Verbänden liegt der Preis bereits über zehn Euro“, bemerkte Verbandsvorsteher Kunde. Thematisiert wurden auch die Beschwerden über die teils unzuverlässige Grubenentsorgung. Im Gespräch mit dem Dienstleister wurde dem NWA zugesichert, Mängel abzustellen. Zudem einigten sich die Geschäftspartner darauf, die Partnerschaft zum Jahresende 2020 vorzeitig auslaufen zu lassen.
Bei den Investitionen bleibt der Verband bei seiner bisherigen Linie. Versucht wird, die Versorgungsprobleme beim Trinkwasser in den Griff zu bekommen, die sich regelmäßig ab Mai einstellen. Wieder kündigt Kunde die Fertigstellung der sogenannten Osttangente von Prenden über Ützdorf nach Lanke an. „Die Verzögerungen sind dem Umstand geschuldet, dass wir zu Dreiviertel auf Berliner Gelände bauen müssen. Die Eintragung der nötigen Dienstbarkeiten zieht sich hin“, erklärt Kunde dazu. Spätestens zum Mai 2020 soll das Projekt aber stehen. Sollte es noch besser laufen, visiert der NWA den März als Fertigstellungstermin an. Das zweite Projekt zur Druckerhöhung startet in Stolzenhagen. Dort kommen Tanks für 500 Kubikmeter Trinkwasser in die Erde, um bei Druckproblemen stabilisierend zugeschaltet zu werden. Weiter werde in Prenden ein neuer Brunnen für Rohwasser gebohrt und in Basdorf steht die Sanierung des Wasserwerkes in der Dahlienstraße an. Insgesamt belaufen sich die Trinkwasserprojekte auf 2,6 Millionen Euro Investitionen. Im Bereich Abwasser geht es geringfügig bescheidener zu, dort sind 2,1 Millionen Euro umzusetzen. Dies geschieht in Wensickenorf beim dritten Bauabschnitt, in der Stolzenhagener Siedlung West (bis 2021) sowie in Zühlsdorf. Für 2020 nimmt der Verband drei Millionen Euro Kredit auf.
