Rettung in Bernau: Mann (85) geht im Wald verloren – nun sucht er seine Retter

Rainer Uhlig (85) stammt aus dem Erzgebirge und wohnt nun in einer Seniorenresidenz in Bernau. Nachdem er im Wald in unwegsamem Gelände stürzte und sich verlief, sucht er nun die Familie, die ihn gerettet hat.
Berit Schwarz- Rainer Uhlig (85) verirrte sich beim Pilzesammeln am 5. August im Wald bei Bernau.
- Nach einem Sturz und einer Fußverletzung irrte er sechs Stunden, bis er eine Straße erreichte.
- Eine dreiköpfige Familie half ihm und brachte ihn zurück in seine Seniorenresidenz.
- Uhlig sucht nun die Retter, um ihnen für ihre schnelle Hilfe persönlich zu danken.
- Hinweise bitte per E-Mail an bernau-red@moz.de – die Redaktion leitet die Nachricht weiter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ohne Wasser und Verpflegung brach Rainer Uhlig am Dienstag, 5. August 2025, gegen 13 Uhr in seiner Seniorenwohnung im Lindenhof (Waldsiedlung Bernau/Wandlitz) auf. „Ich hatte gelesen, dass es ein gutes Pilzjahr wird und wollte die Lage deshalb mal auf einem Waldspaziergang prüfen“, sagt der agile Senior.
Und weil der Friedwald, in dem vor zwei Jahren seine Frau bestattet wurde, auf dem Weg liegt, wollte er auch dort vorbeischauen. Doch er kam nie an.
Neuanfang mit über 80 Jahren in Bernau
2018 erlitt Uhlig einen Schlaganfall. „Danach haben meine Frau und ich uns gemeinsam für den Umzug aus unserem Haus im Erzgebirge in eine Anlage für betreutes Wohnen entschieden.“ Zuerst hätten beide in einer Residenz in Chemnitz gewohnt, dann habe es 2023 nach längerer Wartezeit geklappt, eine 60-qm-Wohnung in der Residenz Lindenhof in der Bernauer Waldsiedlung zu bekommen.
„Unsere eine Tochter wohnt in Wandlitz, deshalb wollten wir hier herziehen“, sagt Rainer Uhlig. Doch lange genießen konnten sie die neue Umgebung nicht: Seine Frau starb kurz nach dem Umzug in die Waldsiedlung. Seitdem lebt der Witwer allein. „Die Folgen meines Schlaganfalls habe ich durch Training gut weg bekommen. Einen Rollator nutze ich nur auf längeren Wegen hier auf dem Gelände. Im Wald bin ich mit meinen Walking-Stöcken unterwegs.“
Ein vermeintlich kurzer Spaziergang – ohne Trinken und Essen
Diese hat er auch dabei, als er am 5. August seine Wohnung verlässt. „Ich habe mich irgendwie verlaufen, bin vom Weg abgekommen, weil ich ja auch nach Pilzen schauen wollte. Plötzlich fand ich mich in einer unwegsamen Umgebung wieder.“ Das Gelände sei sehr uneben gewesen, überall habe Totholz gelegen und unerwartete Kuhlen hätten ihn zum Stolpern gebracht, trotz seiner Walking-Stöcke.
„Wenn ich nach unten schaue, kann ich nicht mehr gut räumlich sehen und bin dann in einer kleinen Kuhle gestürzt.“ Dabei habe er sich den rechten Fuß verknackst. „Ich habe versucht, aufzustehen, aber das hat zunächst nicht geklappt. Der Ast, an dem ich mich festhalten wollte, ist abgebrochen. Ich bin immer wieder abgerutscht.“
Uhlig versuchte, den Fuß durch Auf- und Ab-Bewegungen und Massage zu mobilisieren, doch es dauert sehr lange, bis es ihm gelingt, aufzustehen. „Durch den Schock und die Ablenkung hatte ich aber völlig die Orientierung verloren.“
Der Rentner versuchte, sich wie ein Pfadfinder zu orientieren. „Mir hat Angst gemacht, als die Sonne hinter dem Wald versank.“ Es waren dann Geräusche von Autos zu hören. „Ich bin unter starken Schmerzen in Richtung der Straße gehumpelt, aber es hat bestimmt eine Stunde gedauert, bis ich sie endlich gefunden hatte.“ Schließlich erreichte Uhlig gegen 19 Uhr mit letzter Kraft eine Leitplanke. Seit seinem Aufbruch in der Seniorenresidenz waren sechs Stunden vergangen.
Erst sechs Stunden später erreicht der Rentner eine Straße
„Ich habe es aber zunächst nicht geschafft, über die Planke zu steigen. Mein rechtes Bein konnte ich nicht mehr heben, es war furchtbar.“ Als er es endlich geschafft hat, lehnt sich Uhlig erschöpft an die Fahrbahnbegrenzung. Er erinnert sich: „Es fuhr ein Auto vorbei. Aber das zweite Auto, ein Mittelklassewagen in einer dunklen Farbe, hat direkt angehalten.“
An Bord war eine dreiköpfige Familie. Die Frau am Steuer, das Kind, etwa elf oder zwölf Jahre, saß auf dem Rücksitz. „Sie haben mich gefragt, ob sie mir helfen können. Und ob!“ Mit großer Dankbarkeit setzt sich Uhlig neben das Kind. Weil er sein rechtes Bein nicht mehr bewegen kann, ist ihm der Mann dabei behilflich, es ins Auto zu schieben.
„Sie wussten sofort, wo der Lindenhof ist und haben mich bis vor die Haustür gebracht.“ Rainer Uhlig fährt mit dem Fahrstuhl in seine Wohnung. Statt einen Arzt zu rufen, fällt er sofort ins Bett. „Ich habe gerade noch Schuhe und Hose ausziehen können und bin dann sofort eingeschlafen.“ Am nächsten Tag beginnt er mit Übungen, um seinen Fuß zu stabilisieren.
Die Retter des Rentners aus Bernau werden gesucht
Nun würde Uhlig gern der Familie danken, die ihn gerettet hat. „Ich war so durcheinander und fertig, dass ich mich ihnen gar nicht vorgestellt habe. Ich hoffe sehr, dass sie sich melden, denn ich möchte ihnen aufrichtig danken. Eine solch schnelle Hilfe ist nicht selbstverständlich“, sagt der Senior.
Wer Rainer Uhlig am frühen Abend am Dienstag, dem 5. August, geholfen und ihn in seine Residenz Lindenhof gefahren hat, kann sich gern per Mail an die Redaktion der MOZ Bernau unter bernau-red@moz.de wenden. Wir leiten die Mail weiter.


