S-Arena in Bernau
: Deutsche Tanzmeisterschaften – so punktet die neue Event-Halle

Mitreißende Lebensfreude, eingängige Rhythmen und völlige Leichtigkeit – mit der Deutschen Meisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen ist die S-Arena Bernau eröffnet worden.
Von
Kai-Uwe Krakau
Bernau
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Die Deutschen Meisterschaften in den Lateinamerikanischen Tänzen fanden erstmals in einer ostdeutschen Kommune statt – und waren die Premiere für die neue S-Arena.

Sergej Scheibe

Bereits gegen zehn Uhr wurden die Türen der neuen Event-Halle am Ladeburger Dreieck geöffnet – zunächst nur für die Sportler, die aus dem gesamten Bundesgebiet in die Hussitenstadt gereist waren. Wenig später durften auch die ersten Besucher einen Blick in das Gebäude werfen. Für sie war ein – grüner – Teppich ausgerollt, um sauberen Fußes die Halle betreten zu können. Die Außenanlagen sind noch nicht fertig, drinnen war jedoch alles bereit für die große Premiere.

Viel Applaus für Show der kleinen Tänzerinnen

Kleine Mädchen aus drei Gruppen des ausrichtenden Tanzclubs Bernau e.V. (TC) sorgten für die Einstimmung der zahlreichen Gäste. Darunter auch die vierjährige Elina, eine der jüngsten Tänzerinnen im Verein. Für ihre Darbietungen gab es herzlichen Applaus.

Anschließend hatten sich die neun Wertungsrichter um das Tanzfeld positioniert, die Vorrunde in den Masters II der S-Klasse konnte beginnen. In mehreren Gruppen tanzten die Paare über das Parkett. Die anmutigen und mit Leichtigkeit vollzogenen Bewegungen – die attraktiven Damen in engen Paillettenkleidern, die Herren meist im schwarzen Dress – rissen die Zuschauer mit. Insgesamt waren fünf Tänze zu absolvieren, von der Samba über Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble bis zum Jive.

Verein dankte für gute Zusammenarbeit mit der Stadt

„Ich habe bisher nur positive Reaktionen gehört“, freute sich Bodo Baumbach. Der 1. Vorsitzende des TC Bernau war sich zwar immer sicher, dass die Veranstaltung trotz einer Bauverzögerung stattfinden wird, zeigte sich nun doch erleichtert. Im Dezember 2022 hatte sich der Verein um die Tanzmeisterschaft beworben, zwei Monate später gab es den Zuschlag. Gut ein Jahr war ein fünfköpfiges Team mit der Vorbereitung beschäftigt. „Die haben gute Arbeit geleistet“, so Baumbach. Auch mit der Stadt Bernau gab es eine gute Zusammenarbeit.

Etwa 150 Paare hatten die Reise aus München, Oldenburg oder auch Erfurt nach Bernau angetreten. „Die meisten kommen aus Westdeutschland“, so Baumbach. In den neuen Bundesländern gebe es noch einen gewissen Nachholbedarf. Der Bernauer Tanzclub wurde 2002 gegründet und hat inzwischen 320 Mitglieder, darunter 70 Kinder und Jugendliche. „Nachwuchs ist jederzeit willkommen“, so der 1. Vorsitzende.

Tanzpaar lobte Ausstattung der Halle

Für den Tanzsportclub Rot-Weiß Düsseldorf wollten Nicole Rosendahl und Stefan Korfmacher eine gute Leistung bringen. „Und natürlich gewinnen“, wie die junge Frau lachend meinte. Beide tanzen schon 20 Jahren, davon sechs miteinander. „Für uns ist es die vierte deutsche Meisterschaft“, so Korfmacher. Das Paar fand die Räumlichkeiten und die Ausstattung der Halle übrigens prima. „Das Publikum kann auch alle Paare gut sehen“, fand Nicole Rosendahl.

„Wir sind froh, dass es dem Tanzclub gelungen ist, die Meisterschaft nach Bernau zu holen“, sagte Bürgermeister André Stahl (Linke). Er betonte zugleich, dass das anspruchsvolle Sportevent erstmals in einer Kommune im Osten Deutschlands stattfindet. „Die restlichen Arbeiten rund um die Halle werden wir auch noch erledigen“, zeigte sich der Rathauschef optimistisch. Auch bei den Besuchern kam die Halle gut an. „Das brauchte Bernau einfach“, meinte Sieglinde Holzmann. „Nun freuen wir uns auf tolle Veranstaltungen“, so Peter Zerbst. Und Andreas Neue bekannte: „Einfach klasse“.

Frühlingsempfang für ehrenamtlich Tätige geplant

Mit den Masters I in der S-Klasse und dem Deutschlandcup U21 sowie einer Show des Tanzclubs Bernau wurden die Meisterschaften am Sonntag fortgesetzt. Der Veranstalter erwartete mehrere hundert Zuschauer. Die nächste Veranstaltung in der neuen Event-Halle ist der städtische Frühlingsempfang am 7. Mai. Dann sollen wieder die ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen geehrt werden, die das Leben in einer Stadt lebenswert und sozialer machen. Im vergangenen Jahr waren soviel Auszeichnungsvorschläge eingegangen, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten. Am 25. Mai steht dann die 1983 gegründete deutsche Pop-Gruppe Alphaville (“Big in Japan“) auf der Bühne am Ladeburger Dreieck.

Die Bauarbeiten für die Bernau-Arena hatten im Frühjahr 2021 begonnen. Anfang dieses Jahres hatte die Sparkasse Barnim die Namensrechte für fünf Jahre und eine jährliche Zahlung von 50.000 Euro erworben. Die Halle wird künftig als Spielstätte für den Basketball-Zweitligisten SSV Lok Bernau sowie für den Schulsport genutzt. Außerdem werden dort Abibälle und Jugendweihen gefeiert sowie größere kulturelle Veranstaltungen ausgerichtet. Die Baukosten für die 71 Meter lange, 55 Meter breite und 14,5 Meter hohe Arena belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro.