S-Bahn: Neue Linie S6 ab Buch braucht noch Zeit

Die Stadt Berlin plant den Betrieb einer weiteren Verbindung neben der S2 auf der Stettiner Bahn. Doch das könnte dauern. Die neue S-Bahn-Baureihe 484 soll noch in diesem Jahr offiziell eingeführt werden. Ob sie später auch auf der Linie der S6 verkehren wird, ist allerdings offen. Zunächst wird es hier eine Ausschreibung geben.
dpaStarten soll sie in Buch. Von dort aus geht es dann über Pankow und Ostkreuz in den Süden, zum Zielort Berlin-Grünau.
Bis es soweit ist, dass die S2 tatsächlich eine „Schwesternlinie“ bekommt, wird es aber noch einige Zeit dauern. Auf MOZ-Nachfrage, für welchen Zeitpunkt die Einführung der neuen Linie geplant ist, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung: „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Betrieb der S6 frühestens Ende der 2020er Jahre beginnen könnte.“ In Bahnkreisen ist vom Jahr 2030 die Rede.
Dass die Einführung nicht über Nacht möglich ist, hat gleich mehrere Gründe. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der neue Bahnhof Karower Kreuz. Er sei nach Angaben der Verkehrsbehörde notwendig, um den jetzigen S-Bahnhof Karow zu entlasten.
Aktuell fährt in Karow nicht nur die S2, sondern auch die Heidekrautbahn (RB27). Mit Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs soll die RB27 vom Bahnhof Karow zum Karower Kreuz verlegt werden. Auf die Weise werden Kapazitäten für die Einführung der neuen S-Bahn-Linie S6 frei.
Doch neben der Infrastruktur ist auch noch ein anderes Thema bedeutsam: Es braucht neue Wagen. „Für die S6 werden mindestens sechs Züge benötigt“, heißt es aus der Verkehrsbehörde. Das entspricht 48 Wagen.
Neue Züge ab 2027?
Die Beschaffung nimmt dabei einige Zeit in Anspruch. Grundlage ist das Ende Mai vom Berliner Senat beschlossene S-Bahnvergabeverfahren für die Teilnetze Nord-Süd und Stadtbahn. Die entsprechenden Ausschreibungen dazu sollen noch im Sommer starten. Anschließend können sich Anbieter bewerben, die Züge zu bauen und zu betreiben. Die Vergabe wird voraussichtlich zwei Jahre dauern, der Zuschlag soll 2022 erfolgen. Sicher ist: Berlin beschafft im Rahmen dieser Ausschreibung mindestens 1308 neue S-Bahn-Wagen auf eigene Faust. Nach aktueller Planung sollen die Züge dann zwischen den Jahren 2027 und 2034 schrittweise zum Einsatz kommen.
Laut Verkehrsverwaltung besteht zudem die Option, weitere 852 Wagen zu beschaffen – „für künftigen Mehrbedarf“, wie es heißt. Als Beispiel wird dabei die mögliche Taktverdichtung bei der S2 zwischen Buch und Bernau genannt, die aktuell von der Bahn geprüft wird.
Wie die S-Bahn-Züge aussehen werden, die dann auf der S6 fahren sollen, ist allerdings offen. Das hängt vom Hersteller ab. Noch in diesem Jahr soll die neue Baureihe 484 in Betrieb gehen. Die Modelle, gebaut von Stadler und Siemens, werden künftig vor allem auf den Ring-Bahn-Linien zum Einsatz kommen. Ob das Modell eines Tages auch auf der S6-Linie verkehrt – abwarten.
Mehr Wagen bei der S2
Im Übrigen ist die Einführung der S6 nicht die einzige Maßnahme, die der Senat für die Stettiner Bahn plant. Geplant ist auch, um die zunehmenden Pendlerströme zu meistern, dass die S2 künftig mit mehr Wagen unterwegs ist. Es soll von sechs auf acht gehen. Dies gilt aber nur für den Abschnitt zwischen Buch und Lichtenrade, auf dem bereits ein 10-Minuten-Takt besteht. Dafür werden mindestens zwölf zusätzliche Wagen benötigt, heißt es auf Nachfrage.
Auch hier führt der Weg allerdings über eine Ausschreibung – und auch das dauert. Geplant ist die Wagenerweiterung bei der S2 nach Angaben der Verkehrsbehörde erst für 2030.
Neues Verkehrskonzept für Nordosten Berlins
Pankow ist aktuell der am stärksten wachsende Bezirk Berlins. Um den Anforderungen gerecht zu werden, plant der Senat unter anderem den Ausbau der S-Bahn. Davon würden auch viele Barnimer profitieren.
Laut des Konzeptes der Verkehrsverwaltung, das kürzlich vorgestellt wurde, ist die Einführung einer neuen S-Bahn-Linie S6 geplant. Hinzu kommt eine Wagenerweiterung bei der S2 sowie ein 10-Minuten-Takt bis Bernau. Die Entscheidung dazu muss aber das Land Brandenburg treffem, da es für den Streckenabschnitt zuständig ist.
Mehr Infos online unter: www.berlin.de/verkehr-pankower-osten⇥che
