Schiffshebewerk Niederfinow: Rekord – mehr Schiffe auf Oder-Havel-Kanal unterwegs

Schiffshebewerk in Niederfinow: Die Dimensionen des neuen Schiffshebewerks sind gewaltig. Der Trog, in dem die Schiffe im Fahrstuhl die rund 36 Meter hinauf oder hinab fahren können, wiegt 9.800 Tonnen. Auch das alte Schiffshebewerk ist weiter in Betrieb.
Patrick Pleul/dpaDas Schiffshebewerk Niederfinow darf sich nicht nur über die Nominierung für den deutschen Ingenieurspreis und den 90. Geburtstag des alten Hebewerks freuen. Auch die Auslastung ist deutlich gestiegen. Dies gelte sowohl für Fahrgastschiffe und Sportboote als auch für den Güterverkehr.
Wie das Wasserstraßen-Neubauamt mitteilt, wurden auf den Hebewerken in Niederfinow im ersten Halbjahr 2024 insgesamt rund 6.000 Schiffe und Boote geschleust. Das bedeutet einen Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Mehr Betrieb im Schiffshebewerk Niederfinow
Seit Oktober 2022 ist das neue Schiffshebewerk in Betrieb. Ziel war es, auch größeren Schiffe den Weg über den Kanal zu ermöglichen. Das Ergebnis: 37 Prozent mehr Güterschiffe. Insgesamt befuhren im ersten Halbjahr 2.000 Güterschiffe den Kanal. Das Schiffshebewerk Niederfinow ist nicht nur einer der ganz großen Touristenmagneten in der Region, es ist auch das älteste seiner Art in Deutschland, das noch in Betrieb ist. Das Bauwerk überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern und erleichtert die Verbindung über den Oder-Havel-Kanal.
Die brandenburgische Ingenieurkammer hat das neue Schiffshebewerk jetzt für den renommierten Deutschen Ingenieurbaupreis 2024 nominiert. Dieser prestigeträchtige Staatspreis wird alle zwei Jahre von der Bundesregierung vergeben und würdigt herausragende Ingenieurbauwerke in Deutschland. Da das alte Schiffshebewerk mit 11.000 Schiffen im Jahr an seine Belastungsgrenze gekommen war und zudem auch für lange Kähne zu kurz ist, wurde parallel zum bisherigen Hebewerk das Schiffshebewerk Niederfinow Nord errichtet. Rund 520 Millionen Euro hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in das neue Hebewerk investiert.

