Schloss Dammsmühle: Neue Pläne, neue Hoffnungen
Mit großen Hoffnungen begleiten Schönwalder Bürger die Sanierungspläne des neuen Eigners von Schloss Dammsmühle. Der Berliner Unternehmer Roland Mary hegt große Pläne und hat mittlerweile Fachleute beauftragt, die sich auch für die Historie des Ortes interessieren.
Wer sich nach Dammsmühle begibt, der darf nicht auf Einsamkeit hoffen. Früher, als Leutnant Adolf Wollank (1866 — 1915) 1894 das Anwesen ersteigerte und fortan als Schlossherr agierte, trafen sich dort illustre Sternchen und Prominente, um im Schatten der mächtigen Bäume oder hinter den kräftigen Mauern des Schlosses rauschende Feste zu feiern. Auch auf dem See wurde mit den angeblich zahlreichen Mätressen getanzt. Dazu gab es eigens eine künstliche Insel, auf der Wollank einen Tanzsaal in Gestalt einer Moschee errichten ließ, weiß der Schönwalder Hobbyhistoriker Horst Getter, der sich seit Jahren mit der Geschichte des Ortes befasst.
Auch heute, nachdem der Zustand des Schlosses immer noch schlechter wird, kommen ungezählt viele Spaziergänger vorbei, um die Natur zu genießen. Einige nutzen den See zum Angeln und campen selbst im Winter in der Nähe ihrer Ruten. Das bleibt problemlos, sofern zuvor eine entsprechend Angelkarte beim Verwalter des Areals erworben wurde. Leider bleibt es nicht nur beim schadlosen Naturerlebnis, wie der Verwalter auch weiß. Erst kürzlich wurde vom Landkreis tonnenweise Müll abgefahren, der auf dem Schlossgelände illegal entsorgt worden war.
Zu den zahlreichen Besuchern im Dammsmühler Grün zählen beim Vor–Ort–Termin mit der Schönwalder Ortsvorsteherin Maria Brandt und Historiker Getter auch ein älterer Herr und seine attraktive Begleiterin aus Oberhavel. „Wir hatten ein Hinweisschild auf Dammsmühle gesehen, da wollten wir einmal spontan einkehren“, erklärt der ältere Herr, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Mit Interesse nimmt er aber die Information auf, in zwei Jahren eventuell mehr Glück zu haben. Bis dahin könnte es dem Investor Mary gelungen sein, wenigstens einen ersten Teil seiner kühnen Pläne umzusetzen, die mit der Überschrift „Konzept zur Revitalisierung von Schloss und Park“ überschrieben sind. Dahinter verbirgt sich nicht weniger als die Absicht, dem Schloss nach jahrelangem Sichtum zu neuem Leben zu verhelfen. Vier Suiten mit acht Betten sind für das Schloss vorgesehen. Außerdem dürfen die Besucher auf raffinierte Gastronomie an regionaler Küche hoffen. Daneben steht eine Anzahl von Neubauten zu erwarten. Ein Dreiseithof mit 60 Hotelzimmern und 120 Betten sowie ein Hofladen sind geplant, ebenso ein zweigeschossiger Spa–Bereich mit eintausend Quadratmetern Baufläche.
Bei einem Behördentermin kamen im Februar Besitzer Mary sowie Vertreter verschiedener Behörden zusammen — auch der von Mary beauftragte Planer aus Mecklenburg–Vorpommern war dabei. „Ich habe schon den Eindruck, Herrn Mary und seinem Planer ist die Geschichte des Ortes durchaus bewusst. Ich habe ein gutes Bauchgefühl“, berichtet Getter von den bisherigen Gesprächen, die er mit dem Planer hatte. Da der Park in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz steht, muss der Investor mit den Bauunterlagen einen Denkmalschutz–Rahmenplan vorlegen. Frühere Sichtachsen sollen wieder hergestellt und die Strukturen des Parkes wieder sichtbar werden, berichtet Getter, der sein Wissen gern zur Verfügung stellt.
Ortsvorsteherin Maria Brandt bleibt ohnehin optimistisch. „Beim vorherigen Eigentümer hatte ich immer den Eindruck,. dass nach dem Kauf das Geld für die Instandsetzung fehlte. Diesen Eindruck habe ich jetzt nicht. Herr Mary ist mittlerweile der alleinige Eigentümer, aber er weiß finanzstarke Partner hinter sich“, übt sich Maria Brandt in Geduld.



