Es gebe schon beim G2-Standard Missbildungen, hielt Thomas Löb vom Aktionskreis 5G-freies Berlin-Brandenburg fest. Das Problem sei, dass die Befürworter große Studien als Nachweis einfordern. Dass es "Belastungen gibt, aber eben keine belastbaren Studien", darauf wies André Göbel, Geschäftsführer der Digitalagentur Brandenburg hin. Grundsätzlich sei die Strahlenbelastung für den Menschen bei 5G geringer als bei 4G, da die Streubreite der nunmehr gebündelten und gerichteten Strahlung geringer sei. Die Belastung sei "nicht so hoch", unterstrich der IT-Journalist Achim Sawall. G5 reduziere die Funklöcher und damit die Suchstrahlung der Handys. Vor einer Mikrowelle sei die Belastung größer. Die Zuhörer fragten darüber hinaus nach den Gefahren für Schwangere, in Kindereinrichtungen oder Schlafräumen, erhielten jedoch kaum konkrete Antworten.
Datenschutz oder Geschäft?
Dass bei 5G "Firmengeheimnisse mitgelesen werden können", kritisierte Thomas Löb. André Göbel ließ dies nicht gelten. Der neue Standard müsse als Infrastruktur genauso sensibel genutzt werden wie andere Kommunikationsmittel. So sollten selbst E-Mails nicht unverschlüsselt gesendet werden. Auch wenn der Schutz bei 5G nicht hundertprozentig sei, ergänzte Achim Sawall, so sei es sicherer als 4G.
Die Anwendungsmöglichkeiten bildeten einen weiteren Schwerpunkt. 5G als Grundlage für das mobile Internet und das Internet der Dinge ermögliche autonomes Fahren ebenso wie die Notfallversorgung und Telemedizin im ländlichen Raum, so André Göbel. Für Thomas Löb ist es hingegen für den Konsumenten "kaum von Vorteil, aber für die Industrie ein riesengroßes Geschäft" und eine Möglichkeit der Überwachung in allen Lebensbereichen.
Als Gastgeber regte der Landtagsabgeordnete Péter Vida (BVB/Freie Wähler) an, die Auswirkungen des in Bernau aufgestellten 5G-Mastes zu untersuchen. Er sprach sich für die infrastrukturelle Erschließung auf dem Land ebenso wie in Ballungsräumen aus, sofern es gelinge, die Risiken auszuräumen.