Ein Neubau für rund 1000 Schüler entsteht an der Ladeburger Chaussee in Bernau für die Oberschule mit Grundschule am Rollberg. Der Architekturwettbewerb für dieses Projekt ist nun entschieden. Die Jury hat für das Vorhaben einen „dreiflügeligen“ Vorschlag der DGI Bauwerk Gesellschaft von Architeten aus Berlin, die mit Gina Barcelona Architects aus Spanien kooperiert, mit dem ersten Preis versehen.

Landrat Daniel Kurth spricht von weiteren Investitionen in Schulen

„Der Barnim wächst besonders im Niederbarnim“, hielt Landrat Daniel Kurth in seiner Begrüßung der drei Preisträger im Bürgersaal des Neuen Rathauses in Bernau fest. Schon jetzt sei abzusehen, dass der Schulkomplex am Rollberg mit der derzeitigen Zwei- bis Dreizügigkeit nicht ausreichen wird.
Im Primarbereich wird die Schule drei beziehungsweise vierzügig fahren, in den oberen Klassen vierzügig. Darüber hinaus blickte der Landrat auch voraus, indem er feststellte, dass das Schulprojekt am Rollberg nicht die letzte Entscheidung des Landkreises über einen Neubau im Süden des Barnims sein werde.

Das Schulensemble wird in einzelne Abteilungen gegliedert

Das Besondere an dem neuen Schulensemble ist die Aufteilung der Funktionsbereiche in verschiedene, bis zu 600 Quadratmeter große Abteilungen, auch als Cluster oder Compartment bezeichnet. Dies war für den Wettbewerb vorgegeben. Wie Architekt Bernd Tibes vom Preisträger DGI erläuterte, wurde von seiner Seite kein kompakter Baukörper vorgeschlagen.
Vielmehr erhalten die Primarstufe und die Sekundarstufe jeweils einen eigenen baulichen Cluster. Eine dritte Abteilung ist für die Fachbereiche vorgesehen. Die drei Cluster erhalten jeweils ein Atrium. Diese drei Gebäudeflügel werden zu einem zentralen Bereich mit Aula, Mensa, Bibliothek und dem Eingangsbereich miteinander verbunden. In diesem Foyer-Bereich können auch weitere gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen der Schüler stattfinden. Die Eingänge sind großzügig und transparent gehalten. Im südlichen Bereich sind 40 Stellplätze und die Fahrradabstellanlagen vorgesehen.

Mitten in Bernau entsteht ein Bildungscampus

Das neue Gebäudeensemble wird zwei- und dreigeschossig ausgeführt, und zwar unter städtebaulichen Gesichtspunkten, so Tibes. So werde das dichter bebaute Gebiet im Westen der Schule und das östlich gelegene Einfamilienhausgebiet harmonisch miteinander verbunden.
Rund 50 Millionen Euro wird der Landkreis investieren. Daniel Kurth bedauerte daher, dass die Preisvergabe daher corona-bedingt nur mit einem beschränkten Teilnehmerkreis vorgenommen werden konnte und nicht auch mit Lehrern, Schülern und Eltern. Der Landkreis Barnm hatte die Trägerschaft für die Schule erst am 1. August von der Stadt übernommen. Mit der Clusterbauweise werde erreicht, dass sich die Schüler gut zurecht finden werden. Außerdem sei der Neubau so sowohl für den Ganztagsbetriebe als auch für Inklusion und flächenübergreifenden Unterricht geeignet.

Bürgermeister André Stahl weist auch auf städtische Investitionen hin

„Eine Schule für Jahrzehnte“ bezeichnete denn auch Bernaus Bürgermeister André Stahl das Vorhaben des Landkreises. Er unterstrich den erhöhten Bedarf an Schulplätzen in den kommenden Jahren und wies darauf hin, dass die Stadt zusätzlich einen Hort und auf dem gegenüberliegenden Areal, auf dem Ladeburger Dreieck, eine Dreifeldsporthalle errichtet und die Wobau ein Parkhaus. Hinzu komme der Neubau der evangelischen Grundschule, so dass Stahl schließlich feststellte, „dass sich die Jugend der Stadt hier wiederfinden“ soll. Die Stadt könne dies alles allein „nicht stemmen“.

Konkrete Zeitplanung ist noch offen

Dass der Neubau „so schnell wie möglich“ realisiert werden soll, darin sind sich alle Beteiligten einig. Ein konkreter Zeitablauf wird jedoch noch nicht angegeben. Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs sei zunächst umzusetzen.
Als Schulleiter habe man höchstens ein Mal die Chance, dabei zu sein, wenn eine neue Schule gebaut wird, sagte Schulleiter Ulf Weltzin. Mit der Übertragung der Schule habe man sich auf den Weg gemacht, die Schullandschaft weiterzuentwickeln. Nachdem der Wettbewerb nun entschieden sei, beginne aber erst die Arbeit, die gemeinsam mit dem Kollegium, den Schülern und den Eltern fortgesetzt werde.
Die Evangelische Grundschule spielt bei dem Rollberg-Neubau auch eine wichtige Rolle. Wenn sie in ihren eigenen Neubau an der Ladeburger Chaussee einzieht, kann die Schule am Rollberg vorübergehend ihr derzeitiges Gebäude für den Unterricht nutzen. Damit kommt es nicht zu größeren Verlegungen, auch wenn im Laufe des Bauvorhaben der Abriss des derzeitigen Schulgebäudes vorgesehen ist. Der Schulgarten und die Turnhalle sollen erhalten bleiben.

Preisträger von Berlin bis Dortmund

Von den ursprünglich 62 Architekten und Arbeitsgemeinschaften wurden 53 für den Wettbewerb, der von dem Architekten Carl Schagemann koordiniert wurde, zugelassen. 14 Arbeiten wurden schließlich eingereicht. Den zweiten Preis erhielt die gmp Generalplanungsgesellschaft mbH Berlin. Der dritte Preis ging an Kersten Kopp Architekten GmbH Berlin. Anerkennungen wurden für 3PO Bopst Melan Architektenplanerschaft BDA Potsdam und Gerber Architekten GmbH Dortmund ausgesprochen.