Straßenausbau
: In Schönow rollt der Verkehr wieder

Nach 15 Monaten Bauzeit ist die Ortsdurchfahrt unter dem Beifall vieler Anwohner freigegeben worden.
Von
Sabine Rakitin
Schönow
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  • "Das Weihnachtswunder wird wahr": Bürgermeister André Stahl (4.v.r.), Schönows Ortsvorsteher Sven Grosche (2.v.r.), Vertreter des Planungsbüros, des Landesbetriebes Straßenwesen und der bauausführenden Firma geben die Ortsdurchfahrt Schönow für den Verkehr frei.

    "Das Weihnachtswunder wird wahr": Bürgermeister André Stahl (4.v.r.), Schönows Ortsvorsteher Sven Grosche (2.v.r.), Vertreter des Planungsbüros, des Landesbetriebes Straßenwesen und der bauausführenden Firma geben die Ortsdurchfahrt Schönow für den Verkehr frei.

    Wolfgang Rakitin
  • Ereignis mit Volksfestcharakter: Mindestens 150 Menschen kamen am Freitag zum symbolischen Akt.

    Ereignis mit Volksfestcharakter: Mindestens 150 Menschen kamen am Freitag zum symbolischen Akt.

    Wolfgang Rakitin
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Nichts war Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) in den vergangenen Tagen und Wochen wichtiger als den 20. Dezember als Termin zu halten, an dem die Ortsdurchfahrt Schönow wieder für den Verkehr freigegeben wird. Er wusste genau, dass die Geduld der Schönower und auch der Bewohner von Friedenstal erschöpft war. 15 Monate hatten sie mit einer Baustelle, mit Sperrungen, Umleitungsverkehr und weiteren Einschränkungen zurechtkommen müssen. Er mochte sich um keinen Preis vorstellen, was passieren würde, wenn er verkünden müsste, dass die Straße nicht zum angekündigten Termin fertig würde.

Freigabe mit Volksfestcharakter

Dazu ist es — allen Unkenrufen zum Trotz — nicht gekommen. Am Freitagvormittag konnte die Ortsdurchfahrt für den Verkehr frei gegeben werden – unter den Augen und dem Beifall von mindestens 150 Menschen. Gekommen waren vor allem Schönower, aber auch Nachbarn aus Friedenstal, die insbesondere unter dem Umleitungsverkehr gelitten hatten, sowie eine Reihe von Stadtverordneten.  Fast hatte die Freigabe den Charakter eines kleinen Volksfestes, als Bürgermeister Stahl und Vertreter des städtischen Bauamtes, Schönows Ortsvorsteher Grosche, Vertreter des Landesbetriebes Straßenwesen als Bauherr, des Planungsbüros Ingenieure Hübner Bernau und der bauausführenden Firmen das Band durchschnitten. Anschließend gab es Kaffee und Kuchen für alle.

Zuvor hatte sich der Bürgermeister bei den Anwohnern für ihr „Durchhaltevermögen“ und bei Berger Bau für die Termintreue bedankt. „Wir alle, die Anwohner, der Landesbetrieb Straßenwesen und die Stadt Bernau haben gemeinsam den grundhaften Ausbau der Landesstraße gemeistert“, freute er sich.

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Insgesamt sind in Schönow 650 Meter Straße auf einer Breite von 6,50 Meter ausgebaut worden. Der Knotenpunkt L30 Bernauer Allee/Fritz–Reuter–Straße einschließlich der perspektivischen Anbindung des künftigen Wohngebietes nördlich der Verbrauchermärkte wurde neu angelegt und mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet. Zudem sind Gehwege in einer Breite von drei Metern einschließlich der Grundstückszufahrten und der barrierefreien Anpassung der Straßeneinmündungen neu gebaut worden. Vorhandene Gehwege und Bushaltestellen wurden angepasst und barrierefrei gestaltet. Hinzu kamen der Bau eines etwa 460 Meter langen Regenwasserstau– und weiterer Kanäle und umfangreiche Änderungen an unterirdischen Versorgungsleitungen. Zeitgleich mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt ist auch der Kreisverkehr umgestaltet worden.

Die großen Herausforderungen während der Bauzeit bestanden vor allem darin, den Verkehr für die Anlieger und Gewerbetreibenden, den Liefer– und Kundenverkehr sowie die Passierbarkeit des Baufeldes für Rettungs– und Entsorgungsfahrzeuge aufrecht zu erhalten. Außerdem musste die leitungstechnische Ver– und Entsorgung trotz Änderungsmaßnahmen an den betroffenen Medien sichergestellt werden.

Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Ein Teil der Nebenanlagen sowie entstandene Schäden an den Umleitungsstraßen werden im kommenden Frühjahr repariert.

Am letzten Tag noch ein Unfall

„An der geplanten Umleitungsstrecke haben wir bis zum Schluss aus Sicherheitsgründen festgehalten, denn für eine verkehrssichere Umleitung sind Gehwege zwingend erforderlich“, rechtfertigte Bürgermeister Stahl noch einmal die Verkehrsbelastung für die Anwohner der Main– und der Mittelstraße über die gesamte Bauzeit. Dagegen, dass die Umleitungsstrecke durch Friedenstal führte, hatte es immer wieder massive Proteste gegeben. Die Befürchtung vieler Anwohner von Main– und Mittelstraße, dass es auf Grund der engen Straßenverhältnisse zu Unfällen kommen könnte, erfüllte sich ausgerechnet am letzten Tag der Umleitung. Kurz bevor die Ortsdurchfahrt in Schönow freigegeben wurde, touchierten ein Baufahrzeug und ein Transporter im Begegnungsverkehr in der Mainstraße.